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Neue Räumlichkeiten: Hämatologische Spezialdiagnostik des UKSH feierte Einweihung mit Tag der offenen Tür

22.02.2016

Das Labor für hämatologische Spezialdiagnostik der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, zählt zu den größten und leistungsstärksten in Deutschland und genießt international einen exzellenten Ruf. Nach der Rückverlagerung vom Städtischen Krankenhaus in das UKSH hat die Spezialeinrichtung neue, größere Räumlichkeiten in unmittelbarer Campusnähe bezogen. Mit einem Tag der offenen Tür wurde am heutigen Sonnabend, 20. Februar 2016, mit rund 250 Gästen die Einweihung gefeiert.

Zur feierlichen Einweihung sagte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH: „Wir freuen uns sehr, dass die hämatologische Spezialdiagnostik mit ihrer internationalen Expertise an den Campus Kiel zurückgekehrt ist. Ich freue mich für unsere Patienten, die vom unmittelbaren Austausch aller onkologischen Experten des zertifizierten Onkologischen Zentrums am UKSH profitieren werden.“

Prof. Dr. Christoph Röcken, Prodekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität und Leiter des Onkologischen Zentrums Kiel, sagte: „Neben der Krankenversorgung ist diese Einrichtung auch für die Forschung ein Glücksfall. Sie trägt unmittelbar dazu bei, onkologische Erkrankungen besser zu verstehen und zu behandeln.“

„Ein wichtiger Baustein für die optimale Versorgung der Patienten ist eine hochwertige Diagnostik“, sagte Prof. Dr. Michael Kneba, Direktor der Klinik für Innere Medizin II, „die Arbeit unseres Labors an der Schnittstelle zwischen Forschung und klinischer Anwendung ermöglicht eine enorme Innovationskraft auf dem Weg zu zielgerichteten, individualisierten Therapiemethoden gegen onkologische Erkrankungen.“

Mit dem Umzug ist das Labor für Hämatologische Spezialdiagnostik in eine Sektion unter der Leitung von Prof. Dr. Monika Brüggemann umgewandelt worden. Rund 50 Ärzte, Biochemiker, Biologen, Informatiker, Mathematiker und Medizinisch-Technische Assistenten sind hier beschäftigt. Die Sektion verbindet patientennahe Diagnostik und Grundlagenforschung. Sie bietet ein umfassendes Spektrum sowohl konservativer als auch innovativer Methoden zur hämatologischen Diagnostik, insbesondere bei Leukämien und Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs), um so eine exakte Charakterisierung der Erkrankungen zu erzielen. Diese ist die Voraussetzung für eine optimale Therapie. Zudem wurden hier Methoden entwickelt, um das Ansprechen auf eine Therapie frühzeitig zu beurteilen, optimal zu steuern und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Nach dem Umzug vergrößerte sich die Fläche des Labors von ursprünglich 600 Quadratmeter auf rund 900 Quadratmeter auf drei Etagen. Für die spezialisierte Nutzung wurden die Räumlichkeiten nach Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Akkreditierung (DAkkS) neu konzipiert und mit hochmoderner Klima- und Filtertechnik für größtmögliche Kontaminationsvermeidung ausgestattet. „Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, war die Einrichtung der Labore eine große Herausforderung“, sagte Christian Schmieder, Geschäftsführer der Schmieder.Dau.Architekten GmbH, „so war beispielsweise eine offene Installationsführung in den Räumen notwendig.“ Die moderne Ausstattung und die vollständige räumliche Trennung der einzelnen Arbeitsbereiche über drei Ebenen ermöglicht kontaminationsfreies Arbeiten, das insbesondere in der Molekulargenetik eine wichtige Voraussetzung für eine hochsensitive und spezifische Diagnostik ist. Bereits wenige Wochen nach Einzug wurde die Einrichtung durch die DAkkS nach ISO 15189 für medizinische Laboratorien akkreditiert und ist Referenzlabor in zahlreichen nationalen und internationalen klinischen Studien. Mehr als 300 Praxen, Hochschulambulanzen und Krankenhäuser nutzen die Leistungen der Spezialeinrichtung. Zudem übernimmt das Labor die Regionalversorgung für Schleswig-Holstein mit molekularer und durchflusszytometrischer hämatologischer Spezialdiagnostik sowie die deutschlandweite Versorgung mit hoch spezialisierten Leistungen, insbesondere der hochsensitiven Erfassung minimaler Resterkrankung (MRD) bei hämatologischen Neoplasien.

Ein Beispiel für die diagnostische Leistungsfähigkeit des Labors ist die Diagnostik der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL). Obwohl diese Leukämieform nur weniger als drei Prozent aller Krebserkrankungen ausmacht, stellt sie die häufigste Krebserkrankung des Kindesalters dar und ist bei Patienten unter 35 Jahren die häufigste krebsbedingte Todesursache. In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es erhebliche Fortschritte in der Diagnostik und Therapie der ALL, die zu einer Verbesserung der Heilungsraten auf 80 bis 90 Prozent bei Kindern und 40 bis 50 Prozent bei Erwachsenen geführt haben.

„Bei der ALL der Erwachsenen sind wir bundesweit das einzige MRD-Referenzlabor und führen für über 80 Prozent aller erwachsenen Patienten in Deutschland die Diagnostik durch“, sagt Prof. Brüggemann. „Das Besondere dabei ist, dass wir mit unseren hochempfindlichen Methoden nicht nur die Tumorzellen bei der Diagnosestellung exakt charakterisieren, sondern sehr genau beurteilen können, wie sich das Tumorwachstum bei jedem einzelnen Patienten im Verlauf der Therapie verhält. Es hat sich gezeigt, dass dies die wichtigste Information für die Entscheidung über die geeignete Behandlung der ALL ist.“ Die MRD-Bestimmung sei auch für die Entwicklung neuer Medikamente von großer Bedeutung, da so bereits sehr frühzeitig und nicht erst nach jahrelanger Therapie und Nachbeobachtung eine Aussage über die Wirksamkeit von Medikamenten getroffen werden kann. Dies kann eine Verkürzung der Entwicklungszeiten neuer Wirkstoffe ermöglichen, die damit schneller in die klinische Anwendung gelangen können.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Sektion für Hämatologische Spezialdiagnostik
Prof. Dr. Monika Brüggemann, Tel.: 0431 500-24980

 
Bilder zum Thema:
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Freude über die Einweihung (v.l.): Prof. Dr. Michael Kneba (Direktor Klinik für Innere Medizin II), Prof. Dr. Monika Brüggemann (Leiterin Sektion für Hämatologische Spezialdiagnostik), Christian Schmieder (Schmieder.Dau.Architekten), Prof. Dr. Jens Scholz (Vorstandsvorsitzender UKSH) und Prof. Dr. Christph Röcken (Prodekan CAU).
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Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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