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Social Freezing – Vorbeugendes Einfrieren Radiobeitrag mit dem Universitären Kinderwunschzentrum Kiel

07.04.2017

Wenn Frauen mit Anfang 30 ihre Eizellen einfrieren lassen

Von Beke Schulmann

Hier hören Sie den Radiobeitrag auf NDR Info in der Sendung „Forum am Sonntag

Ein Trend aus Amerika schwappt jetzt auch zu uns herüber: das Einfrieren der Eizellen, das sogenannte Social Freezing. Frauen können das in jungen Jahren machen, um sich die eigenen Eizellen später per künstlicher Befruchtung einsetzen zu lassen und Kinder auszutragen. In den USA gibt es sogar schon Arbeitgeber, die die Kosten dafür tragen. Auch in Deutschland kommen immer mehr junge Frauen in Kinderwunschbehandlungen, um sich zu informieren. Nach der Einführung der Anti-Baby-Pille scheint das Social Freezing der nächste Gewinn an Freiheit zu sein: Frauen können sich nun entscheiden, wann sie ein Kind bekommen wollen, sagen Befürworter der Methode. Sie müssten auch nicht mehr zwischen Kind und Karriere wählen und könnten mit Männern um die Führungspositionen konkurrieren.

Ist Social Freezing die perfekte Emanzipation?

Auch in Deutschland kommen immer mehr junge Frauen in Kinderwunsch-Zentren, um sich über das Angebot zu informieren. Die Social-Freezing-Industrie wächst: Es entstehen Eizellenbanken, in denen die Eizellen gelagert werden, und Geldinstitute vergeben Kredite zur Finanzierung der Behandlung. Doch öffentlich wird kaum über dieses Thema gesprochen. Zwei Frauen, die sich für das Social Freezing entschieden haben, sind Diana und Hanna. Beide sind 36, doch für die Behandlung haben sie ganz unterschiedliche Motive. Beide möchten ihre Nachnamen lieber nicht im Radio hören. Schließlich ist es ein sehr privates Thema. Diana ließ sich bereits vor drei Jahren Eizellen entnehmen und einfrieren: "Wie sieht mein Leben gerade aus? Also ich bin nicht verheiratet, habe keine Kinder, liebe meinen Beruf, wobei mein Beruf und meine Kollegen wahrscheinlich gleichzeitig sogar meine Familie sind, das heißt, ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Arbeit, die ich sehr liebe und deswegen auch wahrscheinlich genau so viel Zeit da investiere, dass für das ganze Drumrum wenig Zeit bleibt. Also ich würd mich schon als Workaholic bezeichnen."

Diana hat zurzeit keinen Partner, ihre Karriere ist ihr wichtig - aber sie wünscht sich auch eine Familie und sagt, sie habe sich diese Option einfach offenhalten wollen: "Also um ehrlich zu mir selbst zu sein, natürlich ist das ein tolles Gefühl, dass man diese Bank im Hintergrund hat und sich keine Gedanken machen muss, auf der anderen Seite ist für mich die Familie eigentlich nicht so das typische Die-Oma-holt-das-Kind-vom-Kindergarten-ab-Gefühl, das ich mir nicht erhoffe, also für mich selbst 42, 43 ist für mich das Lebensalter, bis ich eine Familie gegründet haben möchte und weniger der Anspruch, ich möchte mit 50 noch Mutter werden, auch wenn das ja der eine oder andere in unserer Welt schon getan hat, wär das für mich keine Option."

Im Forum am Sonntag erzählen junge Frauen, warum das Social Freezing für sie eine wichtige Option ist, was sich Arbeitgeber davon versprechen und wie Ärzte diesen Trend beurteilen.

Link zum Beitrag des NDR im Web: https://www.ndr.de/info/sendungen/forum_am_sonntag/Emanzipation-oder-Egoismus,sendung619162.html