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Allgemeine Themen

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Ungewollte Kinderlosigkeit – ein zunehmendes Problem?

Die Zahl ungewollt kinderloser Ehepaare hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stetig zugenommen: Soweit man Zahlen angeben kann, sind heute weltweit zirka 60 bis 80 Millionen Paare von der Problematik betroffen. In den westlichen Industrienationen bleibt zurzeit schätzungsweise jede siebte Ehe ungewollt kinderlos.

Eine Vielzahl von Faktoren kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit (Fertilität) auswirken: Neben medizinischen Faktoren haben auch gesellschaftspolitische und soziale Aspekte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Thematik. Da der Kinderwunsch bei Frauen zum Beispiel durch die Verwirklichung beruflicher Ziele nicht selten in ein höheres Lebensalter verschoben wird (das Alter Erstgebärender nimmt durchschnittlich zu), kann ein Teil der Zunahme der Fertilitätsproblematik mit der altersabhängig nachlassenden natürlichen Fertilität erklärt werden.

Die stetige Abnahme der Spermafunktion, die vielfach angeführt wird, wird weiterhin kontrovers diskutiert. Möglich scheint, dass verschiedene Umweltfaktoren und Lebensgewohnheiten die durchschnittliche Spermafunktion ungünstig beeinflusst haben. Dies bleibt allerdings umstritten. Sicher ist dagegen, dass die verbesserte Informationslage der Betroffenen und die enorme Weiterentwicklung der therapeutischen Möglichkeiten dazu geführt haben, dass heute auch Paare den Arzt aufsuchen, die früher wegen vermeintlicher „Hoffnungslosigkeit der Situation“ gar keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen konnten. Auch dies führt zu der Situation, dass die Beratung und Behandlung ungewollt kinderloser Paare heute einen großen Stellenwert in der Arbeit des Frauenarztes ausmacht.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn sich von selbst keine Schwangerschaft einstellt?

Von unerfülltem Kinderwunsch spricht man definitionsgemäß dann, wenn nach einem bis spätestens zwei Jahren regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Ein junges, gesundes Paar, bei dem zunächst keine offensichtlichen Hindernisse für das Eintreten einer Schwangerschaft vorliegen, kann also durchaus erst einmal ein bis zwei Jahre auf die Schwangerschaft warten müssen, ohne dass deswegen von einer Sterilität ausgegangen werden muss. Man sollte immer berücksichtigen, dass auch unter optimalen Bedingungen die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit pro Zyklus mit maximal 30 Prozent angegeben wird.

In anderen Situationen ist es jedoch unter Umständen unsinnig, länger zu warten, bevor ein Arzt beziehungsweise ein Kinderwunschspezialist konsultiert wird. Stark unregelmäßige Zyklen beziehungsweise das völlige Ausbleiben von Regelblutungen, ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt, können schwere hormonelle Probleme widerspiegeln, die das spontane Eintreten einer Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich machen.

Größere Unterleibsoperationen der Frau in der Vergangenheit machen Verwachsungen wahrscheinlich, die sich als Schwangerschaftshindernis bemerkbar machen können. Ungewöhnlich starke Periodenschmerzen können der Hinweis auf eine so genannte Endometriose sein, so dass sich in solchen Fällen manchmal auch schon vor Ablauf der zwei Jahre eine Abklärung durch eine Bauchspiegelung empfiehlt.

Auch das Alter der Frau kann ein Anlass sein, den beratenden Arzt frühzeitig aufzusuchen. Beispielsweise sollte eine Frau im Alter von 38 Jahren, die erstmalig versucht, schwanger zu werden, nicht zu lange mit einer Abklärung möglicher Sterilitätsursachen warten, da sich mit zunehmendem Alter und insbesondere jenseits von 35 Jahren die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft aus biologischen Gründen verringert.

Wann spricht man eigentlich von Sterilität und an wen kann man sich wenden, wenn eine unklare Sterilität vorliegt?

Von Sterilität spricht man dann, wenn bei einem Paar mit Kinderwunsch bei regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu den fruchtbaren Tagen innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt. Hiervon zu unterscheiden ist die Infertilität, die dann besteht, wenn zwar Schwangerschaften eintreten, es aber nicht zur Geburt eines Kindes kommt.

Wenn sich bei einem Paar unter den oben beschriebenen Bedingungen keine Schwangerschaft einstellt, sollten möglichst gleich beide Partner ärztlich untersucht werden, da man vereinfachend sagen kann, dass Männer und Frauen in gleicher Häufigkeit ursächlich für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sind.

Die Frau sollte zunächst ihren Frauenarzt aufsuchen, der mit einem ausführlichen Gespräch und einfachen Untersuchungen zahlreiche Sterilitätsursachen abklären kann. Parallel dazu sollte der Mann ein Spermiogramm nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellen lassen. Dies ist bei uns oder auch bei ausgewählten Urologen möglich. Bei Auffälligkeiten sollte immer ein Urologe oder Androloge aufgesucht werden, um sich organisch untersuchen zu lassen.

Nimmt die Fruchtbarkeit der Frau wirklich schon nach dem 25. Lebensjahr ab?

Es ist richtig, dass die Fruchtbarkeit der Frau zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr am größten ist. Die Chance einer gesunden Frau, in diesem Alter schwanger zu werden, wird mit 30 Prozent pro Monat angegeben. Ein deutliches Nachlassen der Fruchtbarkeit findet dann vor allem ab dem 35. Lebensjahr statt. Eine ältere Frau mit Kinderwunsch sollte deshalb nicht zu viel Zeit verlieren, bevor sie ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Die Abnahme der Fruchtbarkeit bei Frauen ist ein natürlicher Vorgang, da die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke nachlässt und die Qualität der Eizellen abnimmt. Bei Männern spielt das Alter in Bezug auf die Fruchtbarkeit eine weniger große Rolle, auch wenn die Samenqualität ebenfalls mit zunehmendem Alter allgemein abnimmt.