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Grundlagen

Wenn die erwünschte Schwangerschaft ausbleibt

Etwa 60 % aller Paare können sich nach sechs Monaten und über 80% aller Paare nach einem Jahr bei regelmäßigem Verkehr ohne Empfängnisverhütung über eine Schwangerschaft freuen. Von „unerfülltem Kinderwunsch“ spricht man erst dann – wenn nach einem Jahr regelmäßigen Verkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist. Das ist gar nicht so selten der Fall: In Deutschland ist heute ca. jede siebte Partnerschaft von Fruchtbarkeitsproblemen betroffen. Es ist noch kein Grund zu großer Sorge – aber ein guter Grund, sich professionelle Unterstützung zu holen, um den Kinderwunsch zu erfüllen. Frauen, die mit über 35 Jahren schwanger werden möchten, sollten sich sogar schon früher untersuchen lassen, da die Schwangerschaftserwartung mit zunehmendem Alter weiter sinkt und so kostbare Zeit verloren geht.

Wenn Sie erwägen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, möchten wir Ihnen auf diesen Seiten nicht nur eventuelle Bedenken nehmen – sondern auch mit einem weit verbreiteten Klischee aufräumen: der Meinung, dass Fruchtbarkeitsstörungen meist an einer Erkrankung der Frau liegen. Denn in der Realität wird die Ursache für Unfruchtbarkeit genauso häufig beim Mann wie bei der Frau gefunden. Das liegt an Faktoren beider Partner, die den Befruchtungsvorgang beeinflussen können. Es kann Ihnen als Paar deshalb sehr helfen, sich über die grundlegenden Zusammenhänge der Fruchtbarkeit sowie die Funktionsweise des männlichen und weiblichen Fortpflanzungssystems zu informieren. So können Sie die Vorgänge bei der natürlichen Zeugung bzw. Empfängnis eines Kindes oder auch die verschiedenen Schritte einer von uns vorgeschlagenen Kinderwunschbehandlung besser nachvollziehen.

Der weibliche Körper – Eierstock, Eileiter und Gebärmutter

Die Eierstöcke (Ovarien)

Die Eierstöcke sind kleine ovale Organe, die sich direkt am Ende der Eileiter an beiden Seiten der Gebärmutter im Becken der Frau befinden. In ihnen wird mit Beginn der Pubertät etwa eine halbe Million noch unreifer Eizellen gespeichert. Diese unglaublich große Menge, auch „Eizellreserve“ genannt, wird bereits vor der Geburt einer Frau gebildet und nimmt im Laufe des Lebens auf natürliche Weise ab. Ist die „Reserve“ erschöpft, stellen die Eierstöcke ihre Funktion ein: Die Wechseljahre beginnen. Nur ein sehr geringer Anteil der Eizellen einer Frau entwickelt sich im Verlauf des Lebens zu reifen Eizellen. Nach der Pubertät beginnen jeden Monat etwa 10 bis 20 Eizellen innerhalb so genannter Eibläschen (Follikel) mit dem Entwicklungsprozess, in der Regel wird jedoch nur eine Eizelle pro Monat aus einem Eibläschen des Eierstocks freigesetzt und von den Eileitern aufgenommen.

Die Eileiter (Tuben)

Der Eileiter erscheint auf den ersten Blick als einfaches Organ – tatsächlich hat er aber einen komplexen Aufbau, der die Befruchtung von Ei- und Samenzelle unterstützt. Die Eileiter ragen links und rechts knapp unter dem Gebärmutterdach aus diesem heraus und verbinden die Gebärmutter mit dem Eierstock (Ovar). Die Eileiter haben offene, fächerförmige Enden, die so genannten Eiaufnahmetrichter (Fimbrientrichter), die sich über dem Eierstock frei bewegen und die freigesetzte Eizelle nach dem Eisprung „einfangen“ können. Wenn eine Eizelle aufgenommen wird, zieht sich das Eileiter-Ende in unmittelbarer Nähe des Eierstocks zusammen und die Eizelle wird in Richtung Gebärmutter zu den aufsteigenden Samenzellen transportiert. Die eigentliche Befruchtung – d. h. das Eindringen eines Samenfadens in die Eizelle – findet auch hier im Eileiter statt. Der entstehende Embryo wird dann durch den Eileiter transportiert und erreicht die Gebärmutter etwa fünf bis sechs Tage nach dem Eisprung. Während des Aufenthaltes im Eileiter werden die weibliche Eizelle und die männliche Samenzelle sowie der aus ihnen entstehende Embryo, der „Keim“, durch diesen ernährt.

Die Eileiter haben die folgenden Aufgaben:

  • Aufnahme einer freigesetzten Eizelle nach dem Eisprung
  • Nährstoffversorgung
  • Transport von Eizelle, Samenzelle und Embryo

Die Gebärmutter (Uterus)

Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges Organ, das im weiblichen Becken in der Mitte des Unterbauchs liegt. Sie ist für die Einnistung des Embryos, für den Erhalt und das Wachstum einer Schwangerschaft von großer Bedeutung. Nach dem Eisprung verändert sich die Gebärmutterschleimhaut und bereitet sich auf die Aufnahme eines Embryos aus dem Eileiter vor: sie wird „einnistungsbereit“. Die Schleimhaut schützt, entwickelt und ernährt den Embryo bis zur Geburt. Nistet sich kein Embryo ein, wird die Gebärmutterschleimhaut mit Beginn des Menstruationszyklus abgestoßen, die Regelblutung setzt ein. Die Gebärmutter ist durch eine Öffnung (Gebärmutterhals oder Zervix) mit der Scheide verbunden. Der Gebärmutterhals produziert ein Sekret, das im Verlauf des Fortpflanzungszyklus seine Zusammensetzung verändert. Während der fruchtbaren Tage einer Frau – um den Zeitpunkt des Eisprungs herum – ist der Gebärmutterhalsschleim dünn und wässrig, um das Aufsteigen von Samenzellen in die Gebärmutter zu erleichtern. Nach dem Eisprung und/oder während einer Schwangerschaft ist der Gebärmutterhalsschleim zäh und schützt damit die Gebärmutter als Barriere gegen aufsteigende Infektionen. Das Wahrnehmen einer Zunahme an Scheidensekret in der Mitte des Zyklus kann aus diesem Grund ein Anzeichen für einen bevorstehenden Eisprung sein.

Harmonisches Zusammenspiel: vom Monatszyklus bis zur Schwangerschaft

Weiblicher Monatszyklus

Die Organe Hirnanhangdrüse, Gebärmutter, Eierstock und Eileiter sorgen für ein perfektes Zusammenspiel im Monats- oder Menstruationszyklus der Frau. Die Aufgaben von Gebärmutter, Eierstock und Eileitern haben wir zuvor bereits erläutert. Aufgabe der Hirnanhangdrüse ist die Bildung von zwei für das Heranreifen von Eizellen im Eierstock wichtigen Hormonen: das stimulierende Hormon für das Eibläschenwachstum (Follikelstimulierendes Hormon, FSH) und das den Eisprung auslösende Hormon (Luteinisierendes Hormon, LH). Der mit der Regelblutung beginnende Monatszyklus der Frau wird in zwei Phasen unterteilt: die Eibläschen- oder Follikelphase und in die Gelbkörper- oder Lutealphase. Mit der Regelblutung beginnt eine etwa vierzehntägige Wachstumsphase eines Eibläschens. Etwa in der Mitte eines jeden Monatszyklus, also zwei Wochen nach Beginn der letzten Regelblutung kommt es zum Eisprung: die gereifte, befruchtungsfähige Eizelle verlässt das Eibläschen (Follikel) des Eierstocks und wird vom Eileiter (Tube) aufgenommen. Die im Eierstock zurückbleibende Eibläschenhülle wandelt sich in den so genannten Gelbkörper um. Dieser unterstützt in der jetzt folgenden Gelbkörperphase die Einnistungsbereitschaft und den Beginn einer Schwangerschaft.

 Abb_Verlauf_weiblicher_Zyklus

Abbildung eines normalen, 28tägigen weiblichen Zyklus: Dargestellt sind (von oben nach unten) die zyklischen Hormonverläufe, die Follikelreifung, Ovulation und Gelbkörperbildung mit dem dazu gehörenden Temperaturanstieg gefolgt von der Dynamik des Schleimhautaufbaus in der Gebärmutter. Die fruchtbare Phase (grün markierte Tage 13 bis 16) beginnen mit dem Anstieg des eisprungauslösenden Hormons LH.

Befruchtung

Im Eileiter treffen schließlich die Samenzellen (Spermien) auf die Eizelle. Sie haben bereits eine große Wegstrecke zurückgelegt: Zuerst durch die Schleimbarriere des Gebärmutterhalses, dann durch die Gebärmutterhöhle und schließlich durch einen Teil des Eileiters. Bei der Befruchtung gelingt es einer Samenzelle schließlich, in die Eizelle einzudringen. Wenige Stunden später verschmelzen mütterliche und väterliche Erbanlagen – neues menschliches Leben ist entstanden und die ersten Zellteilungen lassen den entstehenden Embryo rasch wachsen. Durch Eigenbewegungen des Eileiters wird der noch junge Embryo innerhalb von vier bis sechs Tagen in die Gebärmutterhöhle transportiert. Dort nistet er sich in die durch Gelbkörperhormone vorbereitete Schleimhaut ein (Implantation).

Frühe Schwangerschaft

Von der Einnistung des Embryos in der Gebärmutterhöhle an werden die ersten hormonellen Signalstoffe – vor allem das Schwangerschaftshormon (humanes Choriongonadotropin, hCG) – an den mütterlichen Organismus abgegeben. Sie sorgen in den nächsten Wochen für den Erhalt des Gelbkörpers im Eierstock. Dieser stabilisiert mit seiner Hormonbildung die frühe Schwangerschaft. Mit fortschreitender Schwangerschaftsdauer übernimmt schließlich der Mutterkuchen (Plazenta) die weitere Hormonproduktion zum Erhalt der Schwangerschaft. Wenn keine Befruchtung erfolgt oder sich der Embryo nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, bleiben die Hormonsignale des Embryos an den mütterlichen Organismus aus und es bildet sich kein dauerhafter Schwangerschaftsgelbkörper. Als Folge dieser fehlenden Signale wird die Gelbkörperhormonbildung eingestellt, die nicht mehr benötigte Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und mit der einsetzenden Regelblutung beginnt ein neuer Monatszyklus.

Die natürliche Schwangerschaftschance des Menschen

Die komplexen Prozesse beim schwanger werden verändern sich mit zunehmendem Alter. So wird die natürliche Schwangerschaftserwartung besonders vom Lebensalter der Frau bestimmt: Mit 20 Jahren liegt sie bei ungeschütztem Verkehr noch bei etwa 60 % pro Monat, sinkt von da an bis zum Alter von 30 Jahren auf etwa 30 % pro Monat und nimmt mit steigendem Lebensalter weiter ab – bis sie bei Frauen über 40 bei deutlich unter 5 % pro Monat liegt. Altersabhängige Veränderungen der Samenzellen gibt es übrigens auch beim Mann, diese sind durch die stetige Neubildung von Samenzellen jedoch nicht so ausgeprägt. Grund für die Altersabhängigkeit der natürlichen Fruchtbarkeit der Frau ist eine im Laufe des Lebens abnehmende Eizellqualität. Ursache sind hauptsächlich genetische Veränderungen der im Eierstock gelagerten Eizellen, so genannte „Verteilungsstörungen“ der Erbanlagenträger, der Chromosomen. Mit zunehmendem Lebensalter müssten daher theoretisch mehr Eizellen befruchtet werden, bis eine von ihnen einen normalen Chromosomensatz aufweist, der damit die ungestörte Entwicklung menschlichen Lebens ermöglicht.