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Seltene Risiken 

Die Risiken sind gering und Komplikationen selten

Wie bei jeder medizinischen Behandlung oder jedem medizinischen Eingriff können auch im Rahmen eine Kinderwunschbehandlung Nebenwirkungen auftreten – insgesamt gilt sie heute aber als sehr risikoarme Methode. Da wir eine umfassende Aufklärung jedoch für selbstverständlich und wichtig halten, möchten wir Ihnen auch die möglichen Risiken darstellen. Diese hängen neben den Erfahrungen des Sie behandelnden Teams auch von den medizinischen Voraussetzungen ab, die Sie als Paar mitbringen (z. B. Einflüsse wie Übergewicht, Rauchen, Begleiterkrankungen usw.). Auf einzelne Aspekte individueller Faktoren gehen wir im persönlichen Gespräch mit Ihnen nochmals detaillierter ein. Seltene, aber theoretisch denkbare Risiken einer Behandlung sind:

  • Seelischer Stress, Gefühlsschwankungen
  • Gerinnungsstörungen (Thrombose, Embolie)
  • Vorzeitiger Behandlungsabbruch
  • Nebenwirkungen der Follikelpunktion
  • Überstimulationssyndrom der Eierstöcke
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Fehlgeburt und Eileiterschwangerschaft
  • Fehlbildungen

Seelischer Stress und Gefühlsschwankungen

Eine Kinderwunschbehandlung bedeutet Zeitaufwand und erfordert Geduld. Dazu kommen unter Umständen Gefühlsschwankungen durch einen Wechsel von Hoffen und Bangen, Freude und Enttäuschung. Diese Situation kann zu seelischem Stress führen. Das Team des Universitäre Kinderwunschzentrum Kiel unterstützt und begleitet Sie professionell und persönlich in ausführlichen Gesprächen. Wir nehmen uns Zeit für Sie und behandeln Sie in einer angenehmen, ruhigen Atmosphäre. Alle Schritte der Therapie können zudem mit entspannender Akupunktur begleitet werden. Darüber hinaus organisieren und unterstützen wir den Aufbau einer Selbsthilfegruppe des Universitäre Kinderwunschzentrum Kiel „von Patienten für Patienten“. Damit Sie sicher sein können: Sie sind mit Ihren Fragen, Sorgen und Ängsten nicht allein. Oft hilft bereits der Austausch in einer Gruppe, in der man offen über diese Probleme sprechen kann.

Störungen der Blutgerinnung

Ein seltenes Risiko stellt die Entwicklung eines Gefäßverschlusses durch ein Blutgerinnsel, eine Thrombose, dar. Dieses Risiko ist – ähnlich der Situation in einer Schwangerschaft – aufgrund erhöhter Hormonspiegel und einer möglicherweise stärkeren Blutkonzentration erhöht. In sehr seltenen Fällen kann sich ein Blutgerinnsel aus einem Gefäß lösen und verschleppt werden: eine Embolie. Zur Vorbeugung empfehlen wir Ihnen leichte körperliche Aktivität und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unter einer hormonellen Therapie. Außerdem fragen wir Sie nach früheren Gerinnungsstörungen oder Thromboseneigung in Ihrer Familie, um Ihnen dann während der Kinderwunschbehandlung eine gezielte Blut verdünnende Therapie zu verordnen (die so genannte „Thrombosespritze“).

Vorzeitiger Behandlungsabbruch

In weniger als 5 % aller Behandlungszyklen können keine Embryonen übertragen werden, da die Behandlung vorzeitig abgebrochen werden muss. Eine Embryonenrückgabe kann ausbleiben, wenn

  • sich kein ausreichendes Eibläschenwachstum trotz Eierstockstimulation erreichen lässt,
  • bei der Follikelpunktion keine oder nur qualitativ unzureichende Eizellen zu gewinnen sind,
  • keine Befruchtung der Eizellen erfolgt ist (Befruchtungsversagen) oder die nachfolgenden Zellteilungen zum Embryo ausbleiben. Dies kann an einer unzureichenden Eizell- oder Samenqualität liegen.

Nebenwirkungen der Follikelpunktion

Die Eizellentnahme (Follikelpunktion) ist einer der kleinsten gynäkologisch-operativen Eingriffe und bringt daher auch nur sehr selten Risiken mit sich. Theoretisch könnten Blutungen, Organverletzungen, Infektionen oder auch selten Narkose bedingte Nebenwirkungen auftreten. Kommt es zu solchen Nebenwirkungen, werden wir sie sofort behandeln und intensiv beobachten.

Überstimulationssyndrom der Eierstöcke

Ziel der Hormontherapie im Rahmen der IVF oder ICSI ist das zeitgleiche Heranreifen mehrerer Eizellen. Trotz sorgfältiger Ultraschall- und Hormonkontrollen kann es zu einer Überreaktion der Eierstöcke mit Wachstum zu vieler Eibläschen kommen. Dieses „Überstimulationssyndrom“ ist mit einer deutlichen Vergrößerung der Eierstöcke, Unterbauchschmerzen sowie hohen Östrogenwerten im Blut verbunden, die zu einer vermehrten Gefäßdurchlässigkeit führen. Wasseransammlungen im Bauch, Druckgefühl und Atemprobleme können die Folge sein. Durch die Blutkonzentration entsteht ein erhöhtes Thromboserisiko. Die Symptome sind meist jedoch gut zu behandeln und bilden sich oft in wenigen Tagen wieder vollständig zurück.

Mehrlingsschwangerschaft

Um die Erfolgs-Chance des IVF-Verfahrens zu erhöhen, werden meist zwei, maximal jedoch drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Einerseits lässt sich damit die Chance zum Eintritt einer Schwangerschaft erhöhen, andererseits steigt damit auch die Möglichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Dies sind generell Risikoschwangerschaften mit einer gesundheitlichen Gefährdung für Mutter und Kinder, von denen viele vorzeitig als Fehl- oder Frühgeburten enden. Oberstes Ziel unserer Behandlung ist die gesunde Einlingsschwangerschaft. Um das zu erreichen, empfehlen wir bei Patienten bis zum 37. Lebensjahr die Rückgabe von maximal zwei Embryonen. Erst wenn Sie über 37 Jahre alt sind, besprechen wir mit Ihnen die Möglichkeit, drei Embryonen zu transferieren. Trotzdem können wir das Auftreten von Mehrlingsschwangerschaften nicht immer ganz ausschließen. Selbst bei der Rückgabe nur eines Embryos kann es zum Auftreten einer eineiigen Zwillingsschwangerschaft kommen.

Fehlgeburt und Eileiterschwangerschaft

Altersabhängig enden ca. 10 bis 15 % aller Schwangerschaften frühzeitig in einer Fehlgeburt. Das Alter von Kinderwunschpatienten liegt durchschnittlich relativ hoch – und mit erhöhtem Alter steigt die Fehlgeburtenrate Natur gegeben an. Damit müssen auch wir bei unseren Kinderwunschbehandlungen rechnen. In den meisten Fällen handelt es sich ursächlich um genetische „Kopierfehler“, die während der täglichen tausendfachen Zellteilungen im wachsenden Embryo auftreten. Dies wird dann von der Natur erkannt und die frühe Schwangerschaft automatisch beendet – ein sehr schmerzhafter, aber auch „schützender“ Eingriff der Natur. Neuerdings kann das Fehlgeburtsrisiko durch die genetische Eizelluntersuchung (Polkörperdiagnostik) reduziert werden, eine Methode, die wir Ihnen im Universitären Kinderwunschzentrum Kiel ebenfalls anbieten.

In 1 bis 2 % aller Schwangerschaften kann zudem eine „Eileiterschwangerschaft“, eine außerhalb der Gebärmutter wachsende, extrauterine Gravidität (EUG), auftreten. Diese muss in jedem Fall medizinisch, entweder operativ oder medikamentös, beendet werden. Durch regelmäßige Kontrollen und eine sofortige Therapie lässt sich das Risiko von Komplikationen dabei minimieren.

Fehlbildungen

Die Gesundheit des Kindes ist unser oberstes Ziel. Dennoch lässt sich das Risiko eines genetisch vererbten oder spontanen Defektes leider auch im Rahmen einer Kinderwunschtherapie nicht vollständig ausschließen. Das Auftreten von Fehlbildungen bei den Kindern wird vor allem im Zusammenhang mit dem ICSI-Verfahren immer wieder untersucht: Die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) stellt derzeit die am häufigsten verwendete Methode der künstlichen Befruchtung in Deutschland dar. Das Verfahren wurde 1992 eingeführt und 10 Jahre später als Routinemethode in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen. Damit steht es nun auch allen gesetzlich versicherten Paaren mit einer schweren Störung der Samenqualität des Mannes zur Verfügung. Nach langjähriger Erfahrung wissen wir heute, dass die Methode an sich sicher ist. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass Kinder nach ICSI im Vergleich zu natürlich gezeugten Kindern ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko zeigen. Um dieses einschätzen zu können, muss das natürliche „Basisrisiko“ für Fehlbildungen bekannt sein: So ist bei einer natürlichen Zeugung eins von 15 Kindern im Sinne einer Fehlbildung auffällig. Nach Zeugung durch das ICSI-Verfahren ist es eins von 12 Kindern. Dieser Unterschied beruht nach den uns heute vorliegenden Erkenntnissen nicht etwa auf der Methode, d. h. der Injektion des Samens in die Eizelle, sondern auf dem Hintergrundrisiko, dass das meist ältere oder vorerkrankte Kinderwunschpaar in die Behandlung mitbringt. Um dieses vorgegebene Risiko einschätzen zu können, untersuchen wir Sie als Paar vor einer ICSI-Behandlung auf genetische Auffälligkeiten, führen gegebenenfalls eine gezielte genetische Diagnostik durch und bieten eine genetische Beratung vor der Therapie an. Darüber hinaus können Schwangerschaften durch eine spezielle Ultraschallmethode („genetischer Ultraschall“) um die 12. Schwangerschaftswoche und durch einen speziellen Organ-Ultraschall nochmals in der 20. Schwangerschaftswoche kontrolliert werden.