Der Browser den Sie verwenden ist sehr alt.

Wir können daher nicht sicherstellen, dass jede Funktion (Gestaltung, Bilder und zusätzliche Funktionen) dieser Internetseite im vollen Umfang zur Verfügung steht. Bitte nutzen Sie eine aktuellere Browserversion.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Startseite > Presse > Pressemitteilungen > 2012 > Erstes Baby nach Präimplantationsdiagnostik einer monogenetischen Erkrankung in Deutschland geboren

Erstes Baby nach Präimplantationsdiagnostik einer monogenetischen Erkrankung in Deutschland geboren

27.01.2012

Problemlose Entbindung in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des UKSH, Campus Lübeck

3010 Gramm, 50 cm bringt das kleine Mädchen, das heute (Freitag, 27. Januar) per Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickte, auf die Waage. „Sie ist putzmunter und kerngesund“, freut sich Prof. Dr. Klaus Diedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Es ist das erste Kind, das nach einer Präimplantationsdiagnostik (PID) einer monogenetischen Erkrankung im Kinderwunschzentrum am Campus Lübeck und damit in Deutschland, geboren wurde. Monogenetische Erkrankungen entstehen durch einen Defekt in einem einzelnen Gen.

Die PID ist ein Untersuchungsverfahren zur Erkennung von schweren genetisch bedingten Erkrankungen. Sie wird an im Reagenzglas gezeugten Embryonen durchgeführt, wenn ein hohes Risiko für eine solche Erkrankung besteht. Die Methode darf in Deutschland seit 2011 nur bei strenger Indikationsstellung angewandt werden.

Der PID geht in jedem Fall eine künstliche Befruchtung voraus. „Nur so können wir die Embryonen untersuchen, die später in die Gebärmutter eingesetzt werden“, erklärt Prof. Dr. Georg Griesinger, Leiter der Sektion Reproduktionsmedizin am Campus Lübeck. Die Eizellen werden punktiert und künstlich befruchtet. Jedem der entstandenen Embryonen wird dann eine einzige Zelle entnommen, an der die Kollegen im Institut für Humangenetik unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach testen, ob der Embryo die krankheitsverursachende Mutation trägt oder nicht. Nur nicht betroffene Embryonen werden in die Gebärmutter eingesetzt.

Die überglücklichen Eltern hatten sich nach einem langen und schmerzhaften Weg für die PID entschieden. Beide Partner sind Anlageträger für die schwere Form des Desbuquois-Syndroms, eine genetisch bedingte Skelettanomalie, bei der die Kinder meist während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt sterben. Das Paar hatte bereits drei Schwangerschaften hinter sich, bei denen der Fötus im Mutterleib gestorben war. Die PID konnte ein 25-prozentiges Wiederholungsrisiko für ein betroffenes Kind ausschließen.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Prof. Dr. Klaus Diedrich
Tel.: 0451 500-2134,
Mobil: 0172-419 4777

 

 


Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708