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Erfahrungsbericht aus Swasiland

29.06.2015

Sawubona!

Das ist Siswati und heißt Hallo!

Für uns, Friederike Lohmann (22) und Theresa Krieft (22) hieß es Ende Januar: auf ins Abenteuer, auf nach Swasiland ins Good Sheperd Mission Hospital!

So machten wir uns für 2 Monate auf den Weg, um in dem kleinen Binnenstaat Swaziland im südlichen Afrika ein Praktikum im Rahmen unserer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester zur absolvieren.

Das GSMH in Siteki, im westlichen Swasiland ist ein, für die dortigen Verhältnisse, sehr großes und gut ausgestattetes Krankenhaus. Es gibt eine Kinderklinik, Frauenklinik mit Neugeborenenstation, Männerklinik, Augenklinik, OP-Saale, Ambulanz für Kinder und Erwachsene, Labor, Apotheke, Physiotherapie und einen ambulanten Pflegedienst.

Der erste Tag im Krankenhaus war sehr aufregend. Alles war so fremd und neu für uns – die Sprache, die Uniform, die Aufgaben und die Einstellung der Schwestern. Die ersten 4 Wochen arbeiteten wir zusammen auf der Kinderstation. Danach assistierte Friederike in der Kinderambulanz und Ich (Theresa) auf der Entbindungsstation. Die Arbeit im Krankenhaus war nicht immer einfach. Neben unseren täglichen Aufgaben wie Verbandswechsel, bei Visiten mitgehen, Medikamente verabreichen, bei Untersuchungen assistieren und bei Entbindungen helfen, haben wir Krankheitsbilder gesehen, die wir sonst nur aus Büchern kannten.

Ein sehr großes Thema in Swasiland ist HIV und Aids. Das Land hat die höchste HIV-Rate weltweit – und damit wurden wir während unserer Zeit täglich konfrontiert. Im GSMH ist fast jedes dritte Baby HIV positiv zur Welt gekommen. In der Kinderklinik ist das größte Problem, dass die Mütter die HIV Medikamente nicht geben, weil sie glauben nach den Starterpackungen für 7 Tage ist die Behandlung abgeschlossen. Für die einheimischen Menschen dort ist HIV keine so erschreckende und belastende Diagnose wie für uns. Diese Einstellung und der Umgang mit dieser Erkrankung, auch wenn von der Regierung und einigen Hilfsorganisationen sehr viel für die Aufklärung und Bekämpfung getan wird, hat uns oft an unsere Grenzen geführt.

Besonders schwer fiel es uns, die Behandlung eines kleinen Mädchens mit schweren Verbrennungen im Gesicht und der kompletten rechten Körperhälfte zu verstehen.

Oft fragten wir uns: Warum wird auf die Schmerzen nicht genug eingegangen - aus kulturellen Gründen? Warum wird an den Schmerzmitteln gespart? Und was können WIR tun?

Bis zum Schluss konnten wir für uns nicht alle Fragen beantworten, denn irgendwann kommt man in einem Entwicklungsland mit begrenzten Mitteln zu einem Punkt an dem es medizinisch nur sehr langsam und schwer weitergeht. Aber wir fanden eine Möglichkeit die Kinder mit malen, spielen und ganz viel Zeit von dem Krankenhausalltag abzulenken und ihnen ein wenig Lebensfreude zurückzugeben.

Genauso wurden wir aber auch mit freudigen und tollen Momenten belohnt die wir nie vergessen werden. So durfte ich dabei helfen, viele gesunde Kinder auf die Welt zu holen und dabei zusehen, wie unter einfachsten Bedingungen viel Liebe und Wärme in einer Familie bestehen kann.

Immer wieder war es für uns interessant, den Vergleich zu Deutschland zu sehen, wie gut es uns hier geht und welche Möglichkeiten wir haben. Das wurde uns dort vor Ort erst so richtig bewusst.

An den Wochenenden unternahmen und reisten wir viel und lernten so die Menschen, die Kultur und das Land von einer ganz anderen Seite kennen. So hatten wir auch die Möglichkeit die beeindruckende Tierwelt des Krüger Nationalparks aus nächster Nähe zu erleben.

Ein Wochenende verbrachten wir zusammen mit drei australischen Studentinnen und einem Arzt aus dem Krankenhaus in einem abgelegenen alten Dorf. Wir fuhren von Hütte zu Hütte und untersuchten die Menschen dort. Auch wenn wir mit unseren begrenzten Medikamenten und Untersuchungsmaterialen nicht allen helfen konnten waren die Menschen glücklich und dankbar, dass wir Zeit für sie hatten und sich jemand Ihren Beschwerden annahm. Für uns waren diese Tagen, neben all den anderen tollen Erlebnissen, mit die schönsten während unserer gesamten Zeit in Swasiland. Das Gefühl so viel Dankbarkeit, Lebensfreude und Warmherzigkeit trotz Armut zu erfahren und wie glücklich Menschen mit den einfachsten Dingen auskommen können berührte uns sehr und wir werden es nie vergessen.

Für uns war es eine Erfahrung fürs Leben, die uns als Freundinnen sehr nah gebracht hat. Wir haben viel über eine neue, für uns fremde Kultur gelernt, warmherzige Menschen getroffen, einen völlig anderen Arbeitsalltag in einem Krankenhaus erfahren und gelernt die Dinge hier wieder mehr wertzuschätzen.

 

Theresa Krieft

4.Semester Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschülerin

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