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Interventioneller Vorhofohrverschluss
(LAA Verschluss)

Hintergrund

Der katheterbasierte Vorhofohrverschluss (Abb. 1,2) ist eine Alternative zur Schlaganfallprophylaxe mithilfe von oralen Antikoagulanzien bei Patienten mit Vorhofflimmern. Er kommt bisher bei Patienten mit gesteigertem Blutungsrisiko (HAS-BLED-Score ≥2) oder Kontraindikationen für eine orale Antikoagulation mit Marcumar oder für NOAK zum Einsatz. Auch unter den neuen oralen Antikoagulanzien sind klinisch relevante, schwere Blutungen bei 2–3% der Patienten pro Jahr zu beobachten. Für das WATCHMAN®-System konnte in einer kontrollierten, randomisierten Studie (PROTECT-AF) die Nichtunterlegenheit gegenüber Marcumar im Hinblick auf Sicherheit und Effektivität belegt werden. Ein standardisiertes, postinterventionelles Antikoagulationsregime, auch mit dualer Plättchenhemmung, während der 3- bis 6-monatigen „Einheilungsphase“ nach Implantation ist inzwischen empfohlen. Aufgrund der anatomischen Komplexität und Variabilität des linken Vorhofohrs sollte der Eingriff in erfahrenen Zentren erfolgen. Hierdurch kann eine Reduktion des periprozeduralen Risikos auf unter 1% erreicht werden.

Bei älteren Patienten und auch Patienten mit stattgehabten Blutungen oder aber hohem Blutungsrisiko ist der interventionelle Verschluss des Vorhofsohrs (LAA Verschluss) eine sichere Alternative zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern.

Prozedurale Aspekte

Nach stationärer Aufnahme erfolgt eine Voruntersuchung mittels TEE (transösophageales Echokardiogramm). Hierbei wird einerseits die Freiheit von Thromben, welche Vorraussetzung für eine Implantation ist, nachgewiesen, andererseits die Größe des LAA und dessen Eignung für einen interventionellen Verschluss geprüft. Am zweiten Tag erfolgt die Implantation in unserem Herzkatheterlabor unter TEE-Kontrolle und Analgosedierung. Die Prozedur dauert je nach Schwierigkeitsgrad zwischen 20 Minuten und zwei Stunden. Der Zugang zum Vorhofohr erfolgt über die V. femoralis und das Vorhofseptum, welches mit einer 14 French großen Schleuse passiert wird. Nach Darstellung des LAA und Messung der Größe des Vorhofohrs wird das Device in der passenden Größe implantiert (wir verwenden aktuell vorwiegend das WATCHMAN®-System). Anschließend wird der Patient auf unserer kardiologischen Monitorstation überwacht. Am Folgetag erfolgen eine Echo- und Röntgenkontrolle des Devices. Nach 45 Tagen nehmen wir eine ambulante TEE-Untersuchung vor, bei der die Lage und Dichtigkeit des Devices geprüft wird. Anschließend kann die orale Antikoagulation bei Integrität abgesetzt werden.

Patientenauswahl

Alle Patienten mit Vorhofflimmern und einem CHADS2VASc Score von ≥2 sind potentielle Kandidaten für einen interventionellen Vorhofohrverschluss.

Insbesondere Patienten mit hohem Blutungsrisiko und/oder stattgehabten Blutung sowie Patienten, die eine orale Antikoagulation ablehnen, sind gut geeignet. Der interventionelle Vorhofohrverschluss stellt eine gute Alternative zur oralen Antikoagulation (OAK/ NOAK) bei Vorhofflimmerpatienten dar.

Referenzen

  • John Camm A, Colombo A, Corbucci G et al. Left atrial appendage closure: A new technique for clinical practice. Heart Rhythm. 2014 Mar;11(3):514-521.
  • Holmes DR, Reddy VY, Turi ZG et al. Percutaneous closure of the left atrial appendage versus warfarin therapy for prevention of stroke in patients with atrial fibrillation: a randomised non-inferiority trial. Lancet. 2009;374:534-542.

LAA_VerschlussAbbildung 1: Schemazeichnung LAA Verschluss

 

Watchman Abbildung 2: Watchman Device

 

Ansprechpartner

Tilz_Roland_Richard

  

Prof. Dr. med. univ. Roland Richard Tilz

Medizinische Klinik II
stellvertretender kommissarischer Direktor