Der Browser den Sie verwenden ist sehr alt.

Wir können daher nicht sicherstellen, dass jede Funktion (Gestaltung, Bilder und zusätzliche Funktionen) dieser Internetseite im vollen Umfang zur Verfügung steht. Bitte nutzen Sie eine aktuellere Browserversion.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Startseite > Wir über uns > Leistungsspektrum > Spezialinterventionen > Mitralklappenstenose

Mitralklappenstenose

Hintergrund

Die Mitralklappenstenose (Abb.1) ist weltweit einer der häufigsten erworbenen Herzklappen fehler (ca. 10% aller erworbenen Klappenfehler) und betrifft Frauen häufiger als Männer. In den westlichen Industrieländern konnte die Inzidenz durch den konsequenten Einsatz der Antibiotikatherapie bei Infektionen mit Streptokokken in der Vergangenheit deutlich abgesenkt werden. Das rheumatische Fieber als häufigste Ursache mit der sich in einer Latenz von 20-30 Jahren entwickelnden Spätkomplikation der Mitralklappenstenose ist dadurch in Westeuropa relativ selten geworden. Deshalb ist es besonders bedeutsam, diese Patienten in Zentren mit großer Erfahrung bezgl. der interventionellen Therapie von Mitralklappenstenosen einzuweisen.

Mitralklappenvalvuloplastie

Die Ballonklappensprengung wurde erstmals 1984 von Inoue durchgeführt und gilt aufgrund der guten Akut- und Langzeitresultate inzwischen als etabliertes Verfahren zur nicht chirurgischen Behandlung der Mitralklappenstenose. Die Mitralvalvuloplastie ist eine Sprengung von verklebten und zum Teil auch verkalkten beweglichen Teilen der Mitralklappe mittels eines über einen Katheter eingebrachten Ballons. Der Eingriff wird in Lokalanästhesie nach Punktion der Arteria und Vena femoralis rechts durchgeführt. Nach einer transseptalen Punktion wird der spezielle taillierte Ballonkatheter in den linken Vorhof und von dort über die verengte Mitralklappe vorgeführt. Nach Bestätigung des Schweregrades der Mitralklappenstenose durch simultane Druckmessung im linken Vorhof und Ventrikel wird der Inoue-Ballon (Abb.2) unter Durchleuchtungskontrolle ein- bis mehrmalig in der Stenose aufgedehnt, was zur Sprengung der Verklebungen führt (Abb. 3).

Ergebnisse

Durch die Valvuloplastie werden die Symptome wie Leistungsschwäche, Müdigkeit und Dyspnoe günstig beeinflusst. Die Patienten erholen sich nach dem Eingriff in der Regel sehr schnell und können im Regelfall am Folgetag nach dem Eingriff wieder nach Hause entlassen werden. Je nach Kalzifikation der Klappen besteht eine Rezidivfreiheit von 95-100 % über 5 Jahre bei nicht verkalkten Klappen und Sinusrhythmus vor der Mitralvalvuloplastie, bzw. von 60-76 % über 5 Jahre bei verkalkten Klappen und Vorhofflimmern vor der Mitralvalvuloplastie. In größeren Serien bei erfahrenen Untersuchern, wie auch am Herzzentrum Lübeck, sind Komplikationen selten. Am häufigsten wird ein Defekt der Vorhofscheidewand nach Punktion nachgewiesen (9-12 %), dieser ist jedoch hämodynamisch praktisch immer unbedeutend. Eine schwerwiegende postprozedurale Mitralinsuffizienz (>3) ist abhängig vom Verkalkungsgrad selten (2-10%), eine Konversion zur offenen Operation eine absolute Ausnahme und der Akuterfolg der Intervention hoch (ca. 80%).

Patientenauswahl

Auch bezüglich der Mitralklappenvalvuloplastie gibt es eine gemeinsame Entscheidung im Herzteam basierend auf den aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften (DGK; ESC) zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen.

Referenzen

  • Rahimtoola SH, Durairaj A, Mehra A et al.. Current evaluation and management of patients with mitral stenosis. Circulation 2002;106:1183-8.
  • Carabello BA. Modern management of mitral stenosis. Circulation 2005;112:432-7.
  • Dreyfus J, Cimadevilla C, Nguyen V et al. Feasibility of percutaneous mitral commissurotomy in patients with commissural mitral valve calcification. Eur Heart J. 2014 Jan 6. [Epub ahead of print]
  • Vahanian A, Alfieri O, Andreotti F et al. Guidelines on the management of valvular heart disease (version 2012): the Joint Task Force on the Management of Valvular Heart Disease of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS). Eur J Cardiothorac Surg. 2012 Oct;42(4):S1-44.

 

Mitralklappe_stenosiertAbbildung 1: degenerierte schwer stenosierte Mitralklappe im anatomischen Präparat

 

Mitralklappensten_EchoAbbildung 2: Echokardiographie einer Mitralklappenstenose

 

Inoue_BallonAbbildung 3: Inoue-Ballon

 

Mitralclipspr_SchemaAbbildung 4: Schemazeichnung der Mitralklappensprengung

 

Ansprechpartner

Kurz_Thomas

  

Prof. Dr. med. Thomas Kurz

Medizinische Klinik II
Oberarzt