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Paravalvuläre Lecks

Hintergrund

Symptomatische paravalvuläre Lecks nach chirurgischen Herzklappenersatz sind eine signifikante postoperative (Spät-) Komplikation. Die Prävalenz des paravalvulären Lecks ist nicht genau bekannt. Eine Indikation zum Verschluss von paravalvulären Lecks wird bei Verschlechterung einer Herzinsuffizienzsymptomatik oder bei relevanter Hämolyse gesehen. Bis zur Einführung perkutaner Techniken zum Verschluss eines paravalvulären Lecks war dies eine Indikation zur chirurgischen Reoperation. In den vergangenen Jahren wurden Kathetertechniken entwickelt, die es uns nun erlauben, eine Vielzahl dieser Operationen zu vermeiden und die paravalvulären Leckagen durch Kathetertechniken zu verschließen.

Katheterbasierte Methode

Die Patienten werden im Herzzentrum Lübeck stationär aufgenommen, anschließend erfolgt ein transthorakales und ggf. ein transösophageales Echokardiogramm. Eine 3-D–TEE Darstellung kann zusätzlich hilfreich sein. Hierbei wird einerseits die Lage und Ausmaß des paravalvulären Lecks zu den anatomischen Strukturen als auch die Größe der Regurgitationsfraktion bestimmt (Abb. 1/2). Danach erfolgt nach interdisziplinärer Diskussion der Befunde im Herzteam der Verschluss des paravalvulären Lecks im Herzkatheterlabor oder chirurgisch. Der Patient wird für ein interventionelles Vorgehen analgosediert. Die Prozedur dauert je nach Schwierigkeitsgrad zwischen 45 Minuten und zwei Stunden. Das paravalvuläre Leck wird mittels Katheter und speziellem Führungsdraht sondiert. Der Führungsdraht wird dann mit einer Fangschlinge gefangen und aus dem Patienten ausgeleitet. Es erfolgt nun das Einbringen der Schleuse über das paravalvuläre Leck. Hierüber kann dann ein Verschluss-Device direkt im paravalvulären Leck platziert werden. Hierfür stehen verschiedene Devices je nach Größe und Lage des paravalvulären Lecks zur Verfügung. Nach Freisetzen des Devices wird der Zugang mittels Verschlusssystem verschlossen und der Patient wird am Monitor auf Station weiter überwacht. Am Folgetag kann der Patient nach echokardiographischer Kontrolle entlassen werden.

Ergebnisse

Große internationale Studien zum Verschluss paravalvulärer Lecks sind derzeit in der Literatur nicht verfügbar. Eine der größten Serien, die publiziert worden ist, umfasst 30 Patienten. Weltweit werden verschiedenste Devices zum Verschluss benutzt, sodass auch hier eine Vergleichbarkeit nicht möglich ist. Der interventionelle Verschluss von paravalvulären Lecks ist mit geringem Risiko in vielen Fällen machbar und erspart dem Patienten eine mögliche Reoperation.

Patientenauswahl

Patienten mit paravalvulären Lecks und Herzinsuffizienzsymptomatik bzw. Verschlechterung der linksventrikulären Funktion sowie Patienten mit paravalvulären Lecks und relevanter Hämolyse sind Kandidaten für einen interventionellen Verschluss der Lecks. Eine sorgfältige Vorauswahl unter Beachtung der Anatomie ist notwendig. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit von Kar diologen, Herzchirurgen im „Heart Team“ bei der Indikationsstellung und der Durchfüh rung dieser „Spezialintervention“ stellt dabei einen wesentlichen Faktor für den Erfolg dar.

Referenzen

  • Ruiz CE, Jelnin V, Kronzon I, et al. Clinical outcomes in patients undergoing percutaneous closure of periprosthetic paravalvular leaks. J Am Coll Cardiol. 2011;58(21):2210-7.
  • Kursaklioglu H, Barcin C, Iyisoy A et al. Percutaneous closure of mitral paravalvular leak via retrograde approach: with use of the Amplatzer duct occluder II and without a wire loop. Tex Heart Inst J. 2010;37(4):461-4.

 

paravalv_Leck_2D_TEEAbbildung 1: paravalvuläres Leck im 2-D TEE

 

paravalv_Leck_3D_TEEAbbildung 2: paravalvuläres Leck präprozedural im 3-D TEE

 

Ansprechpartner

Eitel_Ingo

  

Prof. Dr. med. Ingo Eitel

Medizinische Klinik II
Kommissarischer Direktor