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Identifizierung funktionaler und dysfunktionaler Copingstrategien und ihr Zusammenhang mit Lebensqualität und psychischer Verfassung bei Patienten mit einem Tumor der Mundhöhle

(Gefördert durch die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Arbeitsgruppe:

Prof. Dr. Katrin Hertrampf MPH, Dr. Anna Zaunbauer, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Michael Siniatchkin, Dr. Uwe Niederberger, Dr. Stephanie Darabaneau

Institut für Medizinische Psychologie und Soziologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Rainer Siebert, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Die Diagnose Tumor der Mundhöhle sowie die sich daran anschließende Behandlung stellt für die Betroffenen ein stressiges, kritisches Lebensereignis dar, welches belastend ist und das es zu bewältigen gilt. Diese Tumorerkrankung beeinflusst die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die psychische Verfassung und kann zu vielfältigen krankheits­spezifischen Einschränkungen, z.B. beim Sprechen, Kauen und Schlucken führen und psychische Beeinträchtigungen wie Angst und Depressivität hervorrufen.

Die Form der Einschränkungen, Beeinträchtigungen und Effekte hängt u.a. vom Krankheits­stadium, der daraus resultierenden Therapie, von genetischen psychischen Dispositionen, von Personenvariablen und insbesondere auch von der Art der eingesetzten Be­wältigungsstrategien (Coping) ab. Coping beschreibt die Anstrengung/Bemühungen eines Menschen (Tumorpatienten), mit den Anforderungen einer kritischen Lebenssituation (lebens-bedrohliche Diagnose), die persönliche Kompetenz erfordert, durch den Einsatz entsprechender Strategien zurecht zu kommen.

Die Art und auch Anzahl der eingesetzten Copingstrategien ist vor, während und nach einer Behandlung unterschiedlich. Die Wahl (funktional vs. dysfunktional) der eingesetzten Copingstrategien beeinflusst das erlebte Stressniveau und die Höhe der gesundheits­bezogenen Lebensqualität und kann abhängig vom Alter, Bildungshintergrund, Geschlecht und von der psychischen Konstitution des Patienten variieren

Inwieweit das Risiko für die Entwicklung schwerwiegender psychischer Störungen bei dieser Tumorerkrankung durch frühzeitige Identifikation der Risikofaktoren und die Bereitstellung gezielter Unterstützungsangebote reduziert werden kann, ist nicht geklärt

Ziel dieser prospektiven Studie ist es, über den Zeitraum vom Staging, der OP bis zur stationären Entlassung und in der Nachsorge bei Patienten mit einem Tumor der Mundhöhle mögliche funktionale und dysfunktionale Copingstrategien zu identifizieren. Weiterhin wird für diese Tumorerkrankung die genetische Disposition der Patienten als Einflussvariable im Zusammenhang mit Coping und Lebensqualität berücksichtigt. Weitere Ziele bestehen darin zu analysieren, ob Copingstrategien über einen gewissen Zeitraum stabil bleiben, inwieweit sie mit der Lebensqualität und der psychischen Verfassung betroffener Patienten zu­sammenhängen und wodurch sich ihre Verwendung vorhersagen lässt.

 

Evaluation des Präventionsverhaltens verschiedener Berufsgruppen im Rahmen der Präventionskampagne zur Verbesserung der Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle in Schleswig-Holstein

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf, MPH, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz, MME, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Frau Dr. Corinna Wirtz, Arbeitsmedizin Amt für Gesundheit

Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit dem Jahr 2000 wieder eine steigende Tendenz von ca. 10.000 Inzidenzen auf ca. 13.000 in der Bundesrepublik Deutschland. Gemessen an der Zahl aller Krebserkrankungen stand sie damit im Jahr 2010 bei den Männern an sechster Stelle  mit einer relativen 5-Jahres-Überlebensrate bei Männern mit 46% und bei Frauen mit 61%.

Im Rahmen der im April 2012 gestarteten Präventionskampagne in Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Bereich die Kontaktaufnahme zu möglichen Risikogruppen, unter Einbindung einer sich im Hintergrund engagierenden Institution. So konnten erfolgreich Kooperationen mit den Wohlfahrtsverbänden des Landes geschlossen werden, die z.B. sich auf den Gebieten der Suchtberatung, Schuldnerberatung, Bahnhofsmissionen, Mittagstische, Sozialkirche, Servicehäuser, Bürgertreffs und ambulante Pflege geschlossen werden. Darüber hinaus konnte das regionale Netzwerk durch die Stadtmission, Verbraucherzentralen und Gesundheitsämter erweitert werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um die Erreichbarkeit zu steigern, ist die Sensibilisierung Angehöriger bestimmter Berufsgruppen. Dies soll in einem ersten Schritt in Kooperation mit der Arbeitsmedizin des Amtes für Gesundheit der Stadt Kiel erfolgen.

Inwieweit sich die Wahrnehmung gegenüber Präventionsmöglichkeiten bei Angehörigen bestimmter Berufsgruppen, die ähnliche sozioökonomische Faktoren zum Hintergrund haben oder ein ähnliches Verhalten gegenüber Risikofaktoren aufweisen, unterscheidet oder Gemeinsamkeiten aufweist ist bis dato nicht bekannt.

Ziel ist es, in Kooperation mit der Arbeitsmedizin, Amt für Gesundheit der Stadt Kiel Berufsgruppen, die routinemäßig sich zu Untersuchungen vorstellen müssen, zu ihrem Risikoverhalten gegenüber Tabak- und Alkoholkonsum und der Wahrnehmung von Präventionsmöglichkeiten, spezifisch zur Krebsvorsorge, zu befragen.


 

Evaluation der Patientenzufriedenheit während des stationären Aufenthaltes an vier verschiedenen Index-Patientengruppen

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf MPH, Dr. Nicolai Purcz, Dr. Christian Flörke, Dr. Anna Zaunbauer, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Kliniken als Versorgungseinrichtungen in unserem Gesundheitswesen werden immer mehr in den Fokus gerückt, wenn es um die Verbesserung bzw. die Weiterentwicklung in Bezug auf die medizinische und pflegerische Versorgung und auch um die allgemeine Versorgung der Patienten geht. Zusätzlich zum eingeführten Qualitätsmanagement gewinnt immer mehr die subjektive Wahrnehmung des Patienten zu seiner Zufriedenheit über den stationären Aufenthalt an Bedeutung. Sie wird mittlerweile als Teil der Ergebnisqualität medizinischer Dienstleistungen behandelt. Eine wichtige Einflussgröße zur Zufriedenheit ist die Erwartungshaltung des Patienten zu seinem anstehenden stationären Aufenthalt. Sie nimmt Einfluss auf die spätere Bewertung zur Zufriedenheit und zur Wahrnehmung dieses Aufenthaltes. Diese Einflussgröße kann durch Faktoren wie Immigrantenstatus, Bildungsstand und Einkommen durchaus beeinflusst werden. Neben diesen Faktoren spielt ebenfalls der Krankheitsgrad und die medizinische Indikation für den stationären Aufenthalt eine Rolle. Diese subjektive Messung der Patientenzufriedenheit kann als wichtiger Aspekt zur Aufdeckung von internen Schwachstellen gesehen werden. Es sollten aber in der Bewertung bzw. Interpretation dieser Ergebnisse mögliche nicht beeinflussbare externe Faktoren, wie das soziale Umfeld, berücksichtigt werden.

Ziel ist es die Patientenzufriedenheit während des stationären Aufenthaltes in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bei Patienten mit vier verschiedenen Krankheitsbildern (Wahleingriff, Notfall, onkologische Diagnose, Patienten mit einer Osteochemonekrose basierend auf einer onkologischen Therapie) zu erheben, um mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Hinsicht auf die Patientenzufriedenheit zu identifizieren und in zu evaluieren wie weit die Diagnose diese Patientenzufriedenheit beeinflusst.

 

Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch niedergelassene Zahnärzte in Schleswig-Holstein – Überprüfung der Untersuchungsmethodik auf ihre Wirksamkeit

(Gefördert durch die Damp Stiftung)

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf, MPH, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz, MME, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

PD Dr. Annika Waldmann, Prof. Dr. Alexander Katalinic, Frau Martina Jürgensen

Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und Registerstelle des epidemiologischen Krebsregisters Schleswig-Holstein

Prof. Dr. Eva Baumann, Frau Stefanie Wahl, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit 2000 einen ansteigenden Trend von vorher jährlich 10.000 auf 13.000 inzidente Fälle in Deutschland. Gemessen an der Zahl aller Krebserkrankungen liegen diese Tumoren bei Männern jetzt an der sechsthäufigsten Stelle. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen wenden sich erst im fortgeschrittenen Stadium an einen Zahnarzt, Arzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Die Diagnose in einem früheren Tumorstadium könnte die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 5 Jahren von bis dato 48% bei Männer und 61% bei Frauen verbessern und könnte therapiebedingte Einschränkungen verringern.

Betroffene mit einem Verdacht spezifisch auf einen Tumor der Mundhöhle wenden sich in Deutschland häufig als erstes an ihre niedergelassenen Zahnärzte. Die visuelle klinische Untersuchung der Mund­schleimhäute bietet hier eine Form der Prävention, die für den Patienten schmerzlos und nicht zeitintensiv ist sowie keine Nebenwirkungen aufweist. Sie ist in die vom Gesundheitssystem geforderte halbjährliche oder jährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchung integriert. Bis dato gibt es keine publizierte Studie, die die Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung durch die visuelle Inspektion der Mundschleimhaut im Rahmen der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung durch niedergelassene Zahnärzte untersucht hat.

Ziel dieses Projektes ist es, erstmalig ein Konzept zur Überprüfung einer Untersuchungsmethodik (Inspektion der Mundschleimhäute) und die damit verbundenen Dokumentationsunterlagen beginnend innerhalb und in Zusammenarbeit der niedergelassenen zahnärztlichen Kollegenschaft bis zu den beteiligten Kliniken auf ihre Umsetzbarkeit und damit Machbarkeit zu überprüfen. Zeitgleich wird eine umfassende Interventionsstrategie, folgend den Anforderungen der Phase I zur Konzeptionierung komplexer Interventionen in der Versorgungsforschung für Interventionsstudien, in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen in Form von Interviews und Fragebögen entwickelt und überprüft. Diese Kombination aus Machbarkeitsprüfung und Phase I ist die Grundlage für eine darauf aufbauende cluster-randomisierte kontrollierte mehrjährige Feldstudie (CRCT). Dieser CRCT wird damit erstmalig eine Aussage mit höchster Evidenz zur Wirksamkeit einer systematischen, standardisierten Mundschleim­hautuntersuchung im Kontext eines Früherkennungs­programms treffen können.

 

Präventionskampagne zur Verbesserung der Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle in Schleswig-Holstein

(Gefördert durch die Friede-Springer-Stiftung, die Wissenschaftsförderung der DGZMK, Schleswig-Holsteinische Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals, Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Apothekerkammer Schleswig-Holstein, KZV Schleswig-Holstein, Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein, Firmenspenden)

Zeitraum: 2012 bis 2014

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf, MPH, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz, MME, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Eva Baumann, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Prof. Dr. Michael Koller, Zentrum für klinische Studien, Universitätsklinikum Regensburg

Die Zahl der Inzidenzen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit 2000 wieder einen ansteigenden Trend von vorher 10.000 auf 13.000 Fälle pro Jahr. Es ist mittlerweile die 6- häufigste Krebserkrankung beim Mann. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern bei 46% und bei Frauen bei 61%. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen wenden sich erst im fortgeschrittenen Stadium an einen Zahnarzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Die späte Diagnosestellung führt zu einer aufwendigen und belastenden Therapie durch verschiedene Fachdisziplinen und resultiert meist sowohl in einer funktionellen Einschränkung als auch in einem sichtbaren Defekt.

Die Ergebnisse unserer repräsentativen Bevölkerungsumfrage in Schleswig-Holstein und internationale Studien zeigten ein erhebliches Informationsdefizit hinsichtlich der Existenz, der Symptome, der Risikofaktoren und der Präventionsmöglichkeiten bei diesem Tumor. Unsere Ergebnisse wurden zusätzlich in Bezug auf die Identifizierung möglicher sozio­ökonomischer Faktoren analysiert. Zusätzlich ergab die weiterführende Auswertung der Daten des Krebsregisters wichtige Ergänzungen hinsichtlich der Trendverläufe dieses Tumors innerhalb der Bevölkerung Schleswig-Holsteins. Diese Zielgruppenanalyse identifizierte als Risikogruppe Männer über 60 Jahre, ein bildungsferner Hintergrund und den städtischen Bereich.

Basierend auf diesen Ergebnissen wurde eine zeitlich und inhaltlich aufeinander aufbauende Bevölkerungskampagne mit wissenschaftlicher Begleitevaluation in Schleswig-Holstein als Modellprojekt für Deutschland konzipiert. Die Kampagne wurde im April 2012 in Schleswig-Holstein gestartet und endete im Dezember 2014. In der Schleswig-Holsteinischen Kampagne werden in der Kampagne settingbezogene und interpersonale Kommunikation eng mit (massen-) medialen Kommunikationswegen verzahnt. Die Medienwahl und der zeitliche Ablauf erfolgten nach einer qualitativen Exploration (Fokusgruppenanalyse) zur Spezifizierung der Medienkanäle.