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Polytrauma / Entzündung

Als Polytrauma bezeichnet man die Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organsysteme, wobei wenigstens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen vital bedrohlich ist. Das Polytrauma ist die führende Todesursache der unter 40-jährigen und weist eine Gesamtletalität von 20% auf. Allerdings konnte die Sterblichkeit von Polytrauma Patienten in den letzten 10 Jahren dank einer Verbesserung präklinischer Versorgungsstrukturen und der intensiv-medizinischen Behandlung signifikant gesenkt werden. Das fundierte Verständnis der durch das Trauma hervorgerufenen pathophysiologischen Reaktionen hat zu einer Anpassung des Behandlungskonzeptes geführt und das Polytrauma Management nachhaltig verbessert.
Akut- und Primärphase sind die entscheidenden Zeiträume für die Durchführung einer Prioritäten orientierten Behandlungsstrategie unter Berücksichtigung des entstandenen Verletzungsmusters sowie des Zustandes des Patienten. Höchste Priorität in der Akutphase hat die Stabilisierung des Patienten durch die Entlastung von Körperhöhlen (z.B. Pneumothorax) und die Behandlung von Massenblutungen, beispielsweise bedingt durch eine Beckenfraktur.

Neben dem Verletzungsmuster sind polytraumatisierte Patienten gefährdet durch Blutverlust, Hypoxämie und Gewebetraumatisierung. Es kommt zum traumatisch-hämorrhagischen Schock und zur Aktivierung humoraler und zellulärer Mediatorsysteme. Im Rahmen der posttraumatischen Immunmodulation erfolgt die Aktivierung von Monozyten, T-Lymphozyten, B-Lymphozyten und natürlichen Killerzellen. Posttraumatisch und postoperativ tritt eine Änderung der Immunfunktion ein, die eine Freisetzung verschiedener Zytokine bewirkt. Das Ausmaß dieser immunologischen Reaktionen korreliert dabei mit der Schwere des Gewebeschadens sowie dem Ausmaß der Hämorrhagie und Ischämie. Die Freisetzung von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen nach Polytrauma kann über die Induktion einer Vielzahl von Mediatoren die systemische Organreaktionen beeinflussen und damit den klinischen Verlauf maßgeblich beeinflussen.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit diesen im Rahmen der posttraumatischen Entzündungsreaktion freigesetzten Zytokinen, Wachstumsfaktoren und antimikrobiellen Peptiden (AMPs). Um ein verbessertes Verständnis der Pathophysiologie des Polytraumas zu erlangen, werden durch zellbiologische, immun-histochemische und tierexperimentelle Versuche unterschiedliche Abläufe der posttraumatischen Immunreaktion untersucht. 

  • Förderung durch die CAU Kiel

Ansprechpartnerin

Dr. Stefanie Fitschen-Oestern
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Oberärztin