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Osteoporose bedingte Frakturen

Behandlungsverfahren bei osteoporosebedingten Frakturen

Prinzipiell können Frakturen ohne Operation (konservativ) oder durch ein operatives Stabilisierungsverfahren behandelt werden.
Da bis auf wenige Ausnahmen (wie wenig verschobene und stabil eingestauchte Wirbelbrüche) alle konservativen Verfahren mit einer längeren Immobilisation und ggf. Bettlägerigkeit verbunden sind, werden heutzutage nahezu ausschließlich operative Verfahren zur Frakturstabilisierung angewendet. Immer schonendere, für den Patienten sehr viel besser verträgliche Narkoseverfahren sowie chirurgische Stabilisierungsmöglichkeiten, die in den meisten Fällen "minimal-invasiv" angewendet werden können, erlauben auch im hohen Alter oder bei erheblichen Risikofaktoren eine sichere Frakturbehandlung. Die wesentlichen Vorteile dieses Verfahrens sind die baldige Schmerzreduktion, die hohe Stabilität, die eine sofortige Mobilisation bei noch gehfähigen Patienten erlaubt, und daraus folgend das Vermeiden von Sekundärerkrankungen wie Lungenentzündungen, Thrombosen, Embolien und Harnwegsinfekte.

Das Spektrum dieser Verfahren wird insbesondere für die immer häufiger werdenden osteoporosebedingten Frakturen ständig erweitert, so dass z.B. jetzt auch bei ansonsten sehr schmerzhaften Wirbelkörpereinbrüchen mit der Kyphoplastie ein minimal-invasives sehr gut verträgliches und effektives Operationsverfahren zur Verfügung steht.

Welches Behandlungsverfahren für Ihre spezielle Verletzung geeignet ist, wird Ihnen der behandelnde Unfallchirurg erläutern und das weitere Vorgehen mit Ihnen absprechen. Diese Verfahren sind immer mit einem klaren Nachbehandlungskonzept verbunden, das Ihnen ermöglichen soll, möglichst bald Ihren vor der Verletzung vorhandenen Aktivitätsgrad wieder zu erlangen.

Postoperative Behandlung und Rehabilitation

In vielen Fällen führt eine osteoporosebedingte Fraktur zum ersten Klinikaufenthalt im Leben und sie sollte auf alle Fälle Anlass sein, die eigene Lebenssituation genau zu überdenken. Für die erste Zeit nach der Operation wird von Seiten der unfallchirurgischen Klinik alles unternommen, um den Heilungsverlauf zu beschleunigen und Ihnen soweit als möglich die Mobilität wiederzugeben. Gemeinsam mit Ihren Angehörigen sollte aber schon unmittelbar nach dem Unfallereignis geklärt werden, in wie weit eine Rückkehr in die gewohnte häusliche Umgebung uneingeschränkt möglich ist, ggf. in Zukunft Hilfen in der häuslichen Umgebung notwendig sind bzw. die gesamte Lebenssituation geändert werden muss.

Ideal wäre es natürlich, wenn mit zunehmendem Alter schon frühzeitig innerhalb der Familie Pläne entwickelt wurden, wie im Falle von Gebrechlichkeit bzw. nach Verletzungen, eine Unterstützung erfolgen kann, bzw. sogar die häusliche oder Heimpflege organisiert wurde.
Da Sie direkt nach der Verletzung und der folgenden Operation mit diesen schwierigen Entscheidungen und insbesondere mit der Organisation überfordert wären, können wir Ihnen gezielte Hilfen anbieten. Eine zentrale Rolle nehmen hierbei die Mitarbeiter des Sozialdienstes des Klinikums ein, die Ihre Lebenssituation gemeinsam mit Ihnen analysieren und das für Sie am besten geeignete Rehabilitationskonzept erarbeiten.

Rehabilitationsmaßnahmen während des stationären Aufenthaltes

In enger Absprache mit Ihrem behandelnden Unfallchirurgen wird schon unmittelbar postoperativ durch die Mitarbeiter der Abteilung für Physikalische Therapie und Krankengymnastik die Nachbehandlung eingeleitet.

Ziel ist es, Sie einerseits durch gezielte Bewegungs- und Atemübungen vor Folgeerkrankungen wie Lungenentzündungen und Thrombosen zu schützen, und andererseits durch eine frühzeitige Mobilisationsbehandlung den gewohnten Aktivitätsgrad wieder zu erreichen. Während des stationären Aufenthaltes sind dazu Hilfsmittel wie Liegsessel und Gehwagen nötig. Ggf. dauerhaft benötigte Gehhilfen (z.B. Rollator) werden verordnet. Da die akut unfallchirurgische Therapie etwa 8-14 Tage umfasst, wird schon frühzeitig die für Sie geeignetste Weiterbehandlung organisiert.

A) Rückkehr in die eigene häusliche Umgebung möglich:

Ist zu erwarten, dass Sie auch in Zukunft in der gewohnten häuslichen Umgebung ohne erhöhtes Risiko für Sie zurechtkommen, wird eine Anschlussheilbehandlung (AHB) beantragt. Sie soll dazu dienen, Sie durch einen ca. 3 Wochen betragenden Aufenthalt in einer spezialisierten geriatrischen oder anderen Rehabilitationsklinik so zu behandeln, dass Sie auch zukünftig in der eigenen häuslichen Umgebung ggf. unter Hilfe Ihrer Angehörigen oder Inanspruchnahme zusätzlicher Pflegeangebote zurechtkommen. Typische häusliche Pflegeangebote sind z.B. das "Essen auf Rädern" oder die häusliche Pflege durch die Sozialstation.

Die Verlegung in die AHB-Klinik sollte sich möglichst unmittelbar an den stationären Aufenthalt in der Akutklinik anschließen, um durch die lückenlose Betreuung eine optimale Rehabilitation zu gewährleisten. Da Ihre Krankenkasse zu einer derartigen Behandlung die Zustimmung zur Kostenübernahme geben muss und damit ggf. den Umfang der Behandlung bestimmt, sind einige Tage Bearbeitungszeit notwendig und die Einleitung einer AHB-Maßnahme daher schon unmittelbar nach der Operation sinnvoll.

B) bestehende Pflegestufe III

Waren Sie schon vor dem Krankenhausaufenthalt in einer Pflegeeinrichtung untergebracht bzw. besteht eine häusliche Pflegesituation der Stufe III, so wird von der Krankenkasse i.d.R. keine AHB-Maßnahme genehmigt. In diesen Fällen erfolgt nach Abschluss der Akutbehandlung die Entlassung in die gewohnte Umgebung, wobei in Ansprache mit Ihrem behandelnden Arzt und dem Sozialdienst eventuelle

Zusatztherapien wie häusliche Krankengymnastik arrangiert werden. In diesen Fällen erfolgt eine enge Absprache zwischen Klinik, Sozialdienst, Ihrem Hausarzt und ggf. der Pflegeeinrichtung.

C) Eine Rückkehr in die häusliche Umgebung ist aufgrund Ihres Allgemeinzustandes nicht mehr möglich

Dieser Fall ist für Ihre Lebenssituation sicherlich am schwierigsten zu bewältigen. Hier kommt insbesondere Ihren Angehörigen eine hohe Verantwortung zu, da in enger Absprache mit den behandelnden Ärzten, dem Sozialdienst und ggf. Ihrem Hausarzt und Ihrer Krankenkasse die geeignete Weiterbehandlung und Unterbringung geregelt werden muss.

Seien Sie aber unbesorgt, da erst bei gesicherter Nachbetreuung eine Entlassung aus der Klinik in Frage kommt.
Da diese Broschüre Ihnen naturgemäß Anhaltspunkte über diese teilweise schwierigen Entscheidungen geben kann, besprechen Sie diese Dinge am besten frühzeitig, idealer Weise gemeinsam mit Ihren Angehörigen, mit Ihrem behandelnden Stationsarzt. Auch er ist auf diese Rückkopplung, insbesondere der Familie angewiesen, um für Sie das best geeignetste Nachbehandlungskonzept aussuchen und organisieren zu können.

D) Habe ich behandlungsbedürftige Osteoporose?

Eine Fraktur nach Sturz in häuslicher Umgebung ist oftmals das erste Anzeichen, dass die Knochenqualität stark eingeschränkt ist. Von Seiten der Klinik werden dazu einige Untersuchungen vorgenommen, um Sie über das Ausmaß einer eventuell vorhandenen Osteoporose zu informieren und ggf. schon allgemeine Behandlungs-maßnahmen einleiten zu können, die das Risiko für das Auftreten einer erneuten Fraktur reduzieren. Dazu werden Sie ggf. von weiteren Spezialisten der Abteilungen für Innere Medizin beraten und behandelt.
Unabhängig davon sollten Sie auf alle Fälle einige Ratschläge beherzigen bzw. Vorkehrungsmaßnahmen treffen, die in Ihrer eigenen Umgebung das Risiko von Stürzen bzw. Unfällen minimieren.

Knochenbrüche vermeiden: Was sie selbst tun können

Ca. 4/5 aller Knochenbrüche im Alter ereignen sich durch häusliche Stürze, somit ist Vorbeugung vor Knochenbrüchen in erster Linie auch Vorbeugung vor Stürzen.

  • Beseitigen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung (Schwellen, rutschende Teppiche).
  • Tragen Sie rutschfestes, flaches Schuhwert. 
  • Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung im Bereich von Fluren und Treppen. 
  • Lassen Sie Ihre Sehkraft überprüfen und sorgen Sie für eine optimale Anpassung Ihrer Brille. 
  • Überprüfen Sie mit Ihrem Arzt Ihre Medikamente, ob diese Ihre Aufmerksamkeit beeinträchtigen (z.B. Schlafmittel) oder zu Schwindel und Kreislaufstörungen führen können. 
  • Lassen Sie sich regelmäßig von Ihrem Hausarzt untersuchen, damit Herz-Kreislauf-Störungen oder Stoffwechselentgleisungen (z.B. Diabetes) als Sturzursache ausscheiden. 
  • Bei Balanceproblemen und erhöhter Sturzgefahr können Gehhilfen (z.B. Rollator) oder geeignete technische Veränderungen (z.B. Haltegriffe in Fluren oder Bad) Ihre Sicherheit erhöhen. 
  • Bei gesicherter Osteoporose kann ein gepolsterter Hüftschutz das Risiko eines Schenkelhalsbruches vermindern. Informieren Sie sich bei Ihrem Stationsarzt.

Osteoporose

Die Osteoporose, der "Knochenschwund" kann als Volkskrankheit betrachtet werden. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf mehr als 5 Millionen geschätzt. Durch Stürze kommt es häufig zu Brüchen (Frakturen) der Wirbelsäule und des Oberschenkelhalsknochens. Letztere werden in Deutschland auf 130000 x pro Jahr beobachtet.

Ca. 20% der Betroffenen werden dadurch langfristig pflegebedürftig.

Die Osteoporose tritt bevorzugt bei älteren Frauen auf durch den Wegfall der schützenden weiblichen Geschlechtshormone. Unbehandelt erleiden ca. 50% der Patienten innerhalb der nächsten drei Jahre erneuten einen Osteoporose-bedingten Knochenbruch.Die Osteoporose muss aber nicht schicksalhaft verlaufen und hingenommen werden.

Durch "knochenfreundliche" Ernährung, körperliche Aktivität und entsprechende Medikamente lässt sich der Verlauf aufhalten und das Knochenbruchrisiko deutlich senken.

Bei dem Verdacht auf einen Osteoporose-bedingten Knochenbruch können wir bei Ihnen durch eine spezielle Röntgen-Untersuchung den Knochengehalt messen und somit den Schweregrad der Osteoporose bestimmen.
Neben kalziumreicher Ernährung werden wir Ihnen zusätzlich bestimmte Medikamente empfehlen, die entweder den Knochenabbau hemmen oder den Knochenaufbau beschleunigen helfen.

Das wichtigste aber bleibt die möglichst rasche Wiederherstellung Ihrer gewohnten Mobilität, um dadurch den Knochenstoffwechsel anzuregen.

Falls Sie weitere Fragen zur Osteoporose haben, informiert Sie gerne der Stationsarzt, oder wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe (BSV für Osteoporose, Kirchfeldstr. 149, 40215 Düsseldorf, Tel. 0211-319165, Fax 0211-332202, Internet: www.bfo-aktuell.de).

Osteoporose vorbeugen: Was Sie selbst tun können

  • Bewegen Sie sich regelmäßig, körperliche Aktivität und die damit verbundene Belastung führen zu einem verstärkten Knochenaufbau.
  • Ernähren Sie sich kalziumhaltig. Trinken Sie viel frische Milch oder essen Sie viel Milchprodukte und frisches Gemüse. Für Menschen über 65 Jahre wird eine tägliche Zufuhr von 1,5 g Kalzium empfohlen. 
  • Bemühen Sie sich um eine ausreichende Versorgung Ihres Körpers mit Vitamin D. Eier, Milch, Butter und Seefisch enthalten viel Vitamin D. Da Vitamin D im Körper durch UV-Bestrahlung selbst gebildet werden kann, sollten ältere Menschen täglich mind. 1/2 Stunde im Freien verbringen. 
  • Vermeiden Sie übermäßigen Genuss von Lebensmitteln mit hohen Phosphatgehalt (Fleisch, Wurst, Schmelzkäse, Cola-Getränke), da Phosphat im Übermaß ein sog. "Kalziumräuber" ist und die Aufnahme des Kalziums im Darm verhindert. Den Phosphatgehalt in Lebensmitteln erkennen Sie an den Stoffkennzeichnungen E338-E341 und E450. 
  • Trinken Sie Alkohol nur in Maßen. 
  • Verzichten Sie auf das Rauchen. Bei Frauen ist Rauchen ein Osteoporose-Risiko.

Wichtige Kontaktadressen und Telefonnummern

Bild von Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Arnold-Heller-Straße 3  |  24105 Kiel
Direktion: Prof. Dr. Andreas Seekamp

 

Bild von Klinik für Radiologie und Neuroradiologie
Klinik für Radiologie und Neuroradiologie
Arnold-Heller-Straße 3  |  24105 Kiel
Direktion: Prof. Dr. Olav Jansen

 

Bild von Klinik für Innere Medizin I mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Pneumologie, internistische Intensivmedizin, Endokrinologie, Infektiologie, Rheumatologie, Ernährungs- und Altersmedizin
Klinik für Innere Medizin I mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Pneumologie, internistische Intensivmedizin, Endokrinologie, Infektiologie, Rheumatologie, Ernährungs- und Altersmedizin
Arnold-Heller-Straße 3  |  24105 Kiel
Direktion: Prof. Dr. Stefan Schreiber

 

Bundesselbsthilfeverband (BSV) für Osteoporose

Kirchfeldstr. 149
40215 Düsseldorf
Tel: +49 21131964
Fax: +49 21133202
www.dfo-aktuell.de