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Station 3

Haus 3Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Angst- und Zwangserkrankungen und depressiven Störungen

Oberarzt:
Dr. med. Bartosz Zurowski
bartosz.zurowski@psychiatrie.uk-sh.de

Anmeldung zur stationären Behandung:
Telefon: 0451 / 500-2910   neu ab 01.10.2016: 0451/500-98710

Stationsflyer [pdf]

Behandlungsangebote

Das spezialisierte Behandlungsangebot richtet sich an Frauen und Männer, die an sich aufdrängenden Zwangsgedanken und Zwangsritualen, an Ängsten und depressiven Verstimmungen leiden.

Die Zwangsstörung zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die bei 1-2 % der Allgemeinbevölkerung vorkommt. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen, der Erkrankungsbeginn liegt in der Regel entweder in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter. Die Patienten erleben quälende aufdringliche Gedanken und fühlen sich zu unsinnigen Verhaltensweisen wie exzessivem Waschen, Putzen, Zählen, Wiederholen und Kontrollieren gedrängt. Da die Zwangsstörung meist von den Betroffenen lange Zeit verheimlicht und gesellschaftlich tabuisiert wird, erfolgt eine Behandlung oft erst nach vielen Jahren der Chronifizierung.

Zusätzlich leiden die Patientinnen und Patienten häufig an Depressionen, Angststörungen, Sucht-Erkrankungen und suizidalen Krisen. Die Zwangserkrankung führt meist zu einer enormen Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen und gehört nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu den zehn häufigsten Ursachen für eine Frühberentung. Dabei haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren erheblich verbessert. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben die Wirksamkeit pharmakologischer und kognitiv-verhaltenstherapeutischer Behandlungsmethoden gezeigt.

Die Angststörungen wie Panikstörung, Agoraphobie, Generalisierte Angststörung oder Soziale Phobie sind neben den Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Ängste zeigen sehr unterschiedliche Ausprägungen und können den Lebensvollzug erheblich beeinträchtigen. Auch hier haben sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden als sehr wirksam erwiesen. Ein weiterer Schwerpunkt der Psychotherapiestation im Haus 3 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie stellt die Behandlung depressiver Erkrankungen dar. Für diese drei Störungsbilder bieten wir spezifische Behandlungsangebote an, die sich an multimodalen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Konzepten orientieren. Sie entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand der wissenschaftlichen Forschung.

Ziele der Behandlung

In der ersten Therapiephase geht es neben der Diagnostik um eine Stimmungsstabilisierung sowie eine individuelle Problem- und Zielanalyse.

In der zweiten Phase steht das Expositionstraining mit Reaktionsmanagement als Kernelement der Verhaltenstherapie ganz im Mittelpunkt. Dabei werden anfangs in Begleitung des Therapeuten Zwang oder Angst auslösende Situationen gezielt aufgesucht und neue Bewältigungsstrategien eingeübt.

Die dritte Behandlungsphase ist durch zunehmendes Selbstmanagement des Patienten geprägt, der nun zum Experten seiner eigenen Erkrankung wird. Die erreichten Therapieziele werden auf die häusliche Situation übertragen und in Belastungstrainings erprobt. Wiedererlangte Freiräume werden gezielt genutzt und neue Lebensperspektiven erarbeitet.

Therapieangebote

  • Individueller Therapiezuschnitt - Einzeltherapie
    In unserem Haus wird jede Patientin und jeder Patient von einem Bezugstherapeuten betreut. In der Einzeltherapie wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein Therapieplan erstellt, der auf die individuelle Problematik zugeschnitten ist. Ziel ist es, die Patienten bei der Bewältigung Ihrer Zwangs- und Angstsymptomatik zu unterstützen und gemeinsam mit Ihnen neue Perspektiven zu erarbeiten. Die Einzelgespräche finden ein- bis zweimal wöchentlich (je 50 Minuten) statt. In schwierigen Therapiephasen kann die Anzahl der Einzeltherapien erhöht werden.
    Patientinnen, die von weiblichen Therapeutinnen behandelt werden möchten, sollten ihren Wunsch vor der Aufnahme mitteilen. Ein Therapeutenwechsel während der Behanddlung sollte vermieden werden.
    Falls es erforderlich ist, wird in Absprache mit der Patientin und dem Patienten zusätzlich eine medikamentöse Therapie durchgeführt.
  • Störungsspezifische Gruppentherapie
    Sowohl für Angststörungen als auch für Zwangserkrankungen und Depressionen bieten wir störungsspezifische Gruppentherapie an, die zusätzlich zur Einzeltherapie ein- bis zweimal pro Woche für je 100 Minuten stattfindet. Neben der Vermittlung von Wissen über das jeweilige Störungsbild wird hier gemeinsam ein Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung der individuellen Problematik erarbeitet.
    Ein wichtiger Bestandteil dieses Therapieangebots ist die Vorbereitung und Durchführung der Reizkonfronta-tionsbehandlung in der Gruppe. Die Patienten haben so die Gelegenheit, im Austausch mit anderen Betroffenen neue Erfahrungen zu sammeln und alte Verhaltensmuster zu überwinden.
    Wissenschaftliche Forschung und klinische Erfahrung zeigen, dass die Therapie in störungsspezifischen Gruppen wesentlich zum Erfolg der Behandlung beitragen kann.
  • Gruppentherapie Soziales Kompetenztraining
    Ziel ist der Aufbau sozialer Fertigkeiten und Verbesserung der Kommunikation (2 x pro Woche 100 Minuten).
  • Bezugspflege
    Die Station ist nach Bezugspflege organisiert.
  • Medizinische Versorgung
    Bei der Aufnahme erfolgt eine ausführliche medizinische Untersuchung. Eine kontinuierliche medizinische Betreuung ist sichergestellt.
  • Visiten
    Wöchentlich findet im Beisein des therapeutischen Teams eine Oberarzt-Visite statt.
  • Paartherapie und Familiengespräch
    Auf Wunsch der Patientin oder des Patienten können Familienangehörige und Partner in den Therapieprozess einbezogen werden.
  • Realitätserprobung (auch in Begleitung)
    Wiederherstellung von notwendigen Kompetenzen zur Bewältigung alltäglicher Lebenssituationen, angenehmer Freizeitaktivitäten sowie individueller Ressourcen außerhalb der stationären Einrichtung werden gefördert.
  • Weitere Therapieangebote
    Wir bieten eine Reihe weiterer Therapien an, die die störungsspezifische Einzel- und Gruppentherapie sinnvoll ergänzen. Darüber hinaus haben Sie die Gelegenheit, an Progressiver Muskelentspannung, Therapie mit kreativen Medien und Bewegungstherapie teilzunehmen.

Evaluation und Qualitätssicherung

Durch Einsatz klinisch bewährter Messinstrumente erfolgt eine kontinuierliche Überprüfung der Therapieergebnisse. Unser Therapieangebot passen wir laufend dem aktuellen Stand der Therapieforschung an. Alle Mitarbeiter des therapeutischen Teams befinden sich in fortlaufender Weiterbildung und Supervision.

Ausstattung der Station

Das Behandlungsteam setzt sich zusammen aus einem Oberarzt, einer Stationspsychologin, einem Stationsarzt, weiteren Ärzten, Psychologen, Mitarbeitern aus dem Pflegepersonal als Cotherapeuten, Mitarbeitern aus der Sozialarbeit, Ergotherapie und Physiotherapie.

Unsere Station umfasst 25 Behandlungsplätze für Männer und Frauen (1- bis 2-Bett-Zimmer). Zur gemeinsamen Aufnahme einer Patientin mit Kind gibt es einen Behandlungsplatz. Es stehen zwei Aufenthaltsräume zur Verfügung.

Aufnahmemodus

Die Aufnahme der Patientinnen und Patienten erfolgt durch die Vermittlung und Überweisung von niedergelassenen Allgemeinärzten, Psychiatern, Psychotherapeuten, Nervenärzten, psychiatrischen Kliniken und Kliniken anderer Fachgebiete.

Vor Behandlungsbeginn führen wir ein ambulantes Vorgespräch, in dem wir Ihnen gerne unser Behandlungsangebot ausführlich erläutern.