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Station 4

Haus 4Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Borderline-Störungen

Prof. Dr. med. Ulrich Schweiger,
Stellv. Klinikdirektor

Dr. phil. Valerija Sipos,
Ltd. Psychologin der Klinik

Sekretariat:
Frau Benkwitz Tel.: 0451 500-2450     neu ab 01.10.2016: 0451 500-98811

Anmeldung zur stationären Behandung:
Telefon: 0451 / 500-2910      neu ab 01.10.2016: 0451/500-98710

Stationsflyer [pdf]

Flyer Essstörungen [pdf]

Behandlungsangebote

Das Behandlungsangebot richtet sich an Frauen und Männer, die an wiederkehrenden emotionalen Krisen und emotionaler Instabilität leiden. Dabei treten ausgeprägte Stimmungsschwankungen auf, Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Spannungszuständen, Gefühle der inneren Leere, Neigung zu selbstschädigendem und selbstverletzendem Verhalten, Suizidversuche, Beziehungschaos sowie ausgeprägte Angst. Die Betroffenen und deren Umwelt erleben die Störung insgesamt als außerordentlich belastend. Psychiater und Psychotherapeuten sprechen von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Sie ist eine Erkrankung, die häufig von weiteren schwerwiegenden psychischen Störungen begleitet ist. Auf der Station bieten wir auch bei besonders stark ausgeprägter Symptomatik eine Behandlungschance an. So haben viele Patientinnen und Patienten zusätzlich Essstörungen, Substanzmissbrauch, Depressionen, Angststörungen, Zwänge oder Posttraumatischen Belastungsstörungen und leben in schwierigen sozialen Situationen.

Stationskonzept

Die Behandlung erfolgt nach dem Konzept der Dialektisch-Behavioralen Therapie von Marsha Linehan. Zusätzliche verhaltenstherapeutische Angebote für die Behandlung der begleitenden psychischen Störungen, insbesondere der Essstörungen und Angststörungen.

Ziele der Behandlung

Entsprechend dem Konzept der Dialektisch-Behavioralen Therapie liegt die höchste Priorität in der Reduktion selbstschädigender Verhaltensweisen und der emotionalen Stabilisierung. Patientinnen und Patienten haben dabei die Aufgabe, bisherige schädigende Gedanken, Gefühle und Handlungen (Selbstverletzungen, Erbrechen, Hungern, Untergewicht, Substanzmissbrauch, Fortführung schädigender Kontakte und Lebensverhältnisse) zu reduzieren und aufzugeben. Ihr Entschluss dazu wird in individuellen Therapieverträgen festgehalten.

Gleichzeitig werden die Patientinnen und Patienten dabei unterstützt, neue erwünschte Verhaltensweisen aufzubauen.

Die neuen Fertigkeiten ermöglichen die Bearbeitung von weiteren Therapiezielen. Zur Unterstützung erfolgen Expositionsübungen, Realitätserprobungen, Familien- oder Paargespräche, Kontaktaufnahme mit Wohngruppen.

Therapieangebote

  • Behandlungsdauer
    Zu Behandlungsbeginn werden Therapiedauer und per-sönliche Therapieziele festgelegt. Bei komplexen Krankheitsbildern kann eine Intervallbehandlung erforderlich sein.
  • Gruppentherapie
    Die Gruppentherapie findet dreimal in der Woche 100 Minuten statt. Sie beinhaltet die Basisgruppe, das Fertigkeitentraining (Skills) und Achtsamkeitstraining. Gruppengröße acht bis zehn Patientinnen und Patien-ten, es handelt sich um offene, gemischte Gruppen (Patientinnen und Patienten können jederzeit neu in die Gruppe aufgenommen werden). Es bestehen festgeschriebene Gruppenregeln. Die Teilnahme an der Gruppe ist Pflicht.
  • Einzeltherapie
    Der Einzeltherapeut plant mit Ihnen den Therapieablauf entsprechend Ihrer individuellen Problemstellung. Die Einzeltherapie findet wöchentlich einmal 50 Minuten statt. In schwierigen Therapiephasen kann die Anzahl der Einzeltherapien erhöht werden. Patientinnen, die von Therapeutinnen behandelt werden möchten, können ihren Wunsch vor der Aufnahme mitteilen. Ein Therapeutenwechsel während der Behandlung sollte vermieden werden.
  • Bezugspflege
    Die Station ist nach einem Bezugspflegesystem organisiert. Mit Ihrer Bezugspflege werden Sie im Einzelkontakt individuell für Sie wirkungsvolle Skills einüben.
  • Medizinische Versorgung
    Bei der Aufnahme erfolgt eine ausführliche medizinische Untersuchung. Eine kontinuierliche medizinische Betreuung ist sichergestellt.
  • Visiten
    Wöchentlich findet eine Oberarzt-Visite statt.
  • Selbstverteidigung
    Die Selbstverteidigung (wöchentlich je 100 Minuten) ist ein Angebot, das ausschließlich für die Frauen der Station zugänglich ist.
  • Behandlung von Essstörungen
    Patientinnen und Patienten, die an einer Essstörung (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder Binge-Eating-Störung) leiden, nehmen wöchentlich an einer störungsspezifischen Gruppe teil (je 100 Minuten). Selbstbeobachtungstechniken (Essprotokolle) und Selbstmanagement-Techniken dienen dem Wieder-aufbau eines angemessenen Essverhaltens. Weitere therapeutische Elemente sind gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten, Mittagessen in Begleitung durch das therapeutische Team sowie eine Kochgruppe und Einkaufstraining zur Vorbereitung und Einnahme einer gemeinsamen Mahlzeit.
  • Progressive Muskelentspannung (PME)
    Schwerpunkt ist das systematische Erlernen eines Entspannungsverfahrens unter besonderer Berücksichtigung der damit für Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung verbundenen Schwierigkeiten.
  • Paartherapie und Familiengespräch
    Auf Wunsch der Patientin, des Patienten können Familienangehörige und Partner in den Therapieprozess einbezogen werden.
  • Expositionstraining
    Aufbau individueller Bewegungsfreiheit durch einen verbesserten Umgang mit vorher vermiedenen, angstbesetzten Situationen (z.B. Einkaufen, Bahnfahren, öf-fentliche Beachtung).
  • Realitätserprobung (auch in Begleitung)
    Wiederherstellung von notwendigen Kompetenzen zur Bewältigung alltäglicher Lebenssituationen, Freizeitaktivitäten sowie individueller Ressourcen außerhalb der stationären Einrichtung.
  • Sozialpädagogische Betreuung
    Information, Beratung und Unterstützung in sozialen und beruflichen Angelegenheiten.
  • Ergotherapie
    Aufbau von praktischen, handwerklichen und kreativen Fertigkeiten
  • Sporttherapie
    Frühgymnastik, Nordic Walking und Tanzen werden mit dem Ziel einer angemessenen körperlichen Leistungsfähigkeit und der Vermittlung eines angenehmen Körpergefühls angeboten.

Behandlung weiterer komorbider Erkrankungen

(z.B. Posttraumatische Belastungsstörungen, Angststörungen, Depressionen)

Erfolgt im Rahmen der Einzeltherapie und/oder in der Gruppe. Die Behandlung von posttraumatischen Störungen kann nur unter der Bedingung begonnen werden, dass bereits notwendige Ressourcen in der Emotionskontrolle, Stresstoleranz und ausreichende interpersonelle Kompetenzen aufgebaut wurden.

Evaluation und Qualitätssicherung

Durch den Einsatz klinisch bewährter Messinstrumente erfolgt eine kontinuierliche Überprüfung der Therapieergebnisse.

Ausstattung der Station

Die Station umfasst 19 Betten (1- bis 2-Bett-Zimmer). Den Patientinnen und Patienten stehen Aufenthaltsräume, ein Gruppenraum und eine Gartenanlage zur Nutzung in der therapiefreien Zeit zur Verfügung. Das Behandlungsteam der Station setzt sich zusammen aus anerkannten DBT-Supervisoren, DBT-Therapeuten und DBT-Pflegekräften.

Aufnahmemodus

Die Aufnahme der Patientinnen und Patienten erfolgt durch die Vermittlung und Überweisung von niedergelassenen Allgemeinärzten, Psychiatern, Psychothera-peuten, Nervenärzten, psychiatrischen Kliniken und Kliniken anderer Fachgebiete.

Betroffene können auch den direkten Kontakt zu uns suchen.