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Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) bei benigner Prostatahyperplasie (BPH)

Was ist eine benigne Prostatahyperplasie (BPH)?

Die benigne Prostatahyperplasie ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die mit zunehmendem Alter bei einer Vielzahl von Männern diagnostiziert wird. Die BPH kann zu einer Verengung der Harnröhre führen und folgende Symptome hervorrufen: häufiger Harndrang, unvollständige Blasenentleerung und Nachtröpfeln beim urinieren, Unfähigkeit zu urinieren, Inkontinenz und Schwierigkeiten bei der Harnblasenentleerung. Eine hiermit verbundene Störung der nächtlichen Ruhephasen kann die Lebensqualität ebenso vermindern, wie die Notwendigkeit, einen Blasenkatether zu tragen.

Was ist die Prostata-Arterien-Embolisation (PAE)?

Versagt die zunächst immer durchzuführende medikamentöse Therapie oder wird diese nicht vertragen, kann den Patienten am Campus Lübeck in enger Kooperation mit der Klinik für Urologie unter anderem die minimal-invasive Embolisation (Verschluss) der die Prostata versorgenden Arterien durch interventionelle Radiologen (IR) angeboten  werden. Dabei werden in örtlicher Betäubung und nach Punktion der Leistenschlagader über einen sehr dünnen Katheter winzige Polyvinylalkoholpartikel (PVA-) Partikel in die Prostataarterie injiziert. Hierdurch wird die Blutzufuhr unterbrochen (Embolisation) und die Prostata schrumpft. Symptome, die durch die Kompression der Harnröhre hervorgerufen wurden, können somit reduziert werden oder verschwinden gänzlich.

Welche Vorbereitungen sind vor einer PAE notwendig?

Grundvoraussetzung ist eine urologische Untersuchung, inklusive urodynamischer Messungen und der Bestimmung des Restharnvolumens. Anschließend wird in einem persönlichen Gespräch abgestimmt , ob die PAE ein geeignetes Verfahren für den Patienten darstellt,  und die Patienten werden über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Darüber hinaus werden in Fragebögen die aktuellen Beschwerden erfasst (IPSS, IIEF, QoL).

Anschließend wird eine Computertomografie (CTA) durchgeführt, um die Gefäßanatomie der Beckenschlagadern (und der Prostata) darzustellen. Eine Kernspintomografie (MRT) wird u.a. angefertigt, um einen Tumor auszuschließen und das exakte Volumen der Prostata zu ermitteln. Vor dem eigentlichen Eingriff wird ein Harnblasenkatheter gelegt, damit der Harnabfluss während und nach der PAE gewährleistet ist. Überdies erleichtert der Katheter die Positionsbestimmung der Prostata während des Eingriffs. 

Vorteile der Prostata-Arterien-Embolisation

Der Krankenhausaufenthalt (i.d.R. zwei Übernachtungen) und die Erholungsphase nach dem Eingriff sind kürzer als beispielsweise nach einer Operation, die Komplikationen weniger schwer und insgesamt selten. Insbesondere sind bisher weder retrograde Ejakulation, Impotenz oder Inkontinenz nach einer Prostataarterien-Embolisation beschrieben worden. Sollte die PAE nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist eine Operation immer noch möglich. 

Gibt es Komplikationen bei der PAE?

Komplikationen sind selten. Hierzu zählen solche, die durch den Zugangsweg in der Leistenschlagader auftreten können (Blutung, Bluterguss, Gefäßverletzungen), solche die der Kontrastmittelapplikation zuzuordnen sind (Nierenfunktionseinschränkung, allergische Reaktionen)  und die Komplikationen, die mit der eigentlichen Embolisation zusammen hängen: hierunter fallen das „Postembolisationssyndrom“ (Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit) und die sogenannte Fehlembolisation mit unerwünschtem Gewebsuntergang von Organen im Becken. Um die unerwünschte Embolisation von anderen Organen als der Prostata zu umgehen, sollte der Eingriff nur von erfahrenen Interventionsradiologen, nach sehr guter Vorbereitung und unter Verwendung modernster apparativer Ausstattung erfolgen. Darüber hinaus sollte die Behandlung interdisziplinär erfolgen, weshalb wir eine enge Kooperation mit der Klinik für Urologie pflegen.

All diese Voraussetzungen sind am UKSH, Campus Lübeck, gegeben. Gerne beantworten wir offene Fragen in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.

Behandlungsalternativen

Es gibt in Abhängigkeit des Befundes unterschiedliche operative Verfahren zur Behandlung der BPH, über welche Sie sich in einem ausführlichen Gespräch mit einem Urologen (z.B. in der Prostata-Sprechstunde in unserer Universitätsklinik) informieren können.

Krankenkassen

Die Behandlungskosten des Verfahrens werden durch gesetzliche und private Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen

Patientenleitfaden [pdf]  
BPH-Sprechstunde (Urologie): 0451 500-43650
Radiologie (Sekretariat):  0451 500-17001

 PAE Figure2

Abbildung: (A) Kernspintomografie der Prostata. B) Angiografie der Prostata vor Embolisation. C) Computertomografie während der Embolisation. D) Angiografie der Prostata nach der Embolisation.