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Benigne Prostatahyperplasie

Die gutartige Prostatavergrößerung

Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Prostata - hauptsächlich unter hormonellen Einflüssen – zu wachsen. Es handelt sich hierbei um eine gutartige Wucherung des Binde- und Stützgewebes der inneren Zone der Prostata. Dies führt dazu, dass die Prostata mit der Zeit zunehmend auf die Harnröhre drückt und so Beschwerden beim Wasserlassen verursacht, was im weiteren Verlauf neben einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität auch zu schwerwiegendsten Beeinträchtigung der Gesundheit führen kann.

Symptome

Die ersten Anzeichen für eine Prostatavergrößerung sind Probleme beim Wasserlassen.

Typische Symptome sind

  • Verzögerte und verlängerte Blasenentleerung
  • Schwacher Harnstrahl
  • Störendes Nachträufeln
  • Gefühl der unvollständigen Harnblasenentleerung
  • Häufiges Wasserlassen kleiner Mengen
  • Plötzlicher Harndrang bis zur Inkontinenz
  • Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)

Wird die Vergrößerung nicht adäquat behandelt, können Folgen wie Rückstau von Urin in die Nieren, Harnverhaltung, Entzündungen, Blasensteine und die Entstehung einer Niereninsuffizienz entstehen.

Diagnose

Eine Prostatavergrößerung wird in der Regel folgendermaßen diagnostiziert:

  1. Erfassung der Symptome
  2. Klinische Untersuchung mit Abtasten der Prostata (Rektaluntersuchung)
  3. Ultraschall-Untersuchung zur Beurteilung der Nieren, des Restharnes und der Prostatagröße
  4. Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie)
  5. Urin-Untersuchung
  6. PSA-Bestimmung
  7. (Gelegentlich) Blasenspiegelung

Auf diese Weise kann einem Großteil der Männer eine exakte Diagnose gestellt werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine etwas invasivere urodynamische Untersuchung (Harnblasendruckmessung über Katheter) angezeigt.

Therapie

Medikamente

Im Frühstadium lassen sich die Symptome der benignen Prostatahyperplasie meist mit Medikamenten verschiedener Klassen lindern.

Die transurethrale Resektion (TURP)

Falls Medikamente nicht genügend wirken, kann mit einer sogenannten transurethralen Prostataresektion (TURP) störendes Prostatagewebe entfernt bzw. abgeschabt werden. Die Operation erfolgt durch die Harnröhre mit Hilfe eines Endoskops durch welches eine feine Drahtschlinge eingeführt wird über die elektrischer Strom fließt. Damit wird das Gewebe schichtweise abgetragen und gleichzeitig eine Blutstillung vorgenommen.

Die Laser-Enukleation der Prostata

Eine moderne Methode, die wir anbieten, ist die Entfernung des vergrößerten Prostatagewebes mittels Laser. Der Eingriff erfolgt ebenfalls minimal-invasiv, endoskopisch durch die Harnröhre. Das Verfahren ist sehr blutungsarm und schonend, kann auch bei großen Prostatadrüsen zum Einsatz kommen und hat in vielen Fällen zumindest die offene Operation praktisch abgelöst.

Offene Adenomenukleation

Bei besonders starker Prostatavergrößerung oder bei gleichzeitig vorliegender Blasenerkrankung (Divertikelbildung, große Blasensteine) wird durch einen kleinen Unterbauchschnitt eine offene Operation (transvesikale Adenomenukleation) durchgeführt.

Prostata-Arterien-Embolisation

Als neue Methode bieten wir eine weitere, minimal-invasive Technik in Zusammenarbeit mit den interventionellen Radiologen an. Über die Leistenarterie wird die arterielle Blutversorgung der Prostata mittels kleinster Partikel verschlossen. Dadurch hungert die Prostata sozusagen aus und es kommt zu einer Verkleinerung der Prostata im weiteren Verlauf.

Urolift

Als eine der wenigen Kliniken in Norddeutschland bieten wir diese alternative Behandlung der Prostata an. Auf dem Weg durch die Harnröhre werden kleine Clips in der Prostata verankert. Dadurch werden die Prostataseitenlappen wie ein Vorhang zur Seite gerafft und der Urin kann ungehindert vorbei fließen.

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Nicht alle der oben genannten Verfahren sind für jeden Patienten geeignet. Um das optimale Verfahren für jeden Patienten zu finden, können Sie sich gerne in unserer Spezialsprechstunde vorstellen. Im gemeinsamen Gespräch wird dann das optimale Verfahren zur Behandlung Ihrer Beschwerden festgelegt.

Soweit möglich, bitten wir Sie den aufgeführten Bögen ausgefüllt zu Ihrem Termin mitzubringen.

IPSS-Fragebogen

Terminvereinbarung

Einzelheiten zu Sprechzeiten und Terminvereinbarung erfahren Sie auf der Seite unserer Sprechstunde.

Ihre Ansprechpartner

Bild von Nils Gilbert
Dr. med. Nils Gilbert
Klinik für Urologie
Oberarzt
Telefon Lübeck: 0451 500-43630 | Fax: -43614