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Erste minimal-invasive Kunstherzimplantation am Campus Lübeck

Dienstag, 22. Juli 2014

An der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie wurde erstmalig am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) die Implantation eines Kunstherzsystems in minimal-invasiver Technik durchgeführt. Durch diese modere Technik mit nur zwei ca. acht Zentimeter langen Schnitten kann auf eine komplette Eröffnung des Brustkorbes verzichtet werden. Dadurch sind die Patienten nach der Operation deutlich mobiler und können die Intensivstation früher verlassen.

Bislang wurde für den Einsatz derartiger Versorgungssysteme die komplette Eröffnung des Brustkorbes vorgenommen. Mit der neuen Technik kann nun über einen seitlichen Zugang das Kunstherz in die Herzspitze implantiert und über einen weiteren Zugang mit der Hauptschlagader verbunden werden. Dabei wird das Brustbein nur zu ca. einem Drittel eröffnet.

Durchgeführt wurde die Operation am 9. Juli 2014 von Prof. Stefan Klotz, leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik. Prof. Klotz ist Spezialist für Kunstherzsysteme und hat bereits über 30 Patienten mit der speziellen Herzpumpe versorgt. „Da das innovative System nur 220 Gramm wiegt und direkt in der Herzspitze eingesetzt wird, ist die neuartige minimal-invasive Implantationstechnik erst möglich geworden“, so der Mediziner.

Eingesetzt wurde das Kunstherzsystem dem Patienten Jürgen Thiele. Der 66-Jährige leidet an einer schweren Herzerkrankung: Sein Herzmuskel verfügte vor dem Eingriff nur noch über 20 Prozent der normalen Pumpleistung, so dass er große Einschränkungen im täglichen Leben hinnehmen musste. „Treppensteigen war nur sehr langsam möglich, so dass ich in eine ebenerdige Wohnung umziehen musste. Auch Fahrradfahren konnte ich wegen meiner Erkrankung nicht mehr“, sagt Jürgen Thiele nach der OP. „Jetzt fühle ich mich aber hervorragend.“

Bei der weiteren Betretung von Herrn Thiele und anderen Kunstherzpatienten der Klinik wird Prof. Klotz seit Januar dieses Jahres von Sarah Eggers in der Funktion als Kunstherz-Koordinatorin unterstützt. Sie organsiert regelmäßige Ambulanzbesuche, schult Patienten und Angehörige an den Kunstherzsystemen und begleitet die Patienten nach Hause und bei der Vorstellung beim Hausarzt.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie, Kunstherzambulanz
Prof. Dr. Stefan Klotz, Tel.: 0451 500-6371, E-Mail: kunstherz@uksh.de

Jürgen Thiele (Mitte) wurde von Prof. Klotz ein Kunsstherz eingesetzt. Kunstherz-Koordinatorin Sarah Eggers (rechts) betreut die Patienten nach dem Eingriff.

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