Muthesius Kunsthochschule und Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des UKSH nehmen Ersthelfer-Kurse zum Anlass, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen
Das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH und die Muthesius Kunsthochschule, Kiel, haben mit dem Projekt „Die Kunst, Leben zu retten“ eine neue Kooperation gestartet. In drei Schulungskursen hatten die Studierenden und Mitarbeiter der Hochschule die Gelegenheit, kostenlose Ersthelfer-Kurse zu besuchen und zu lernen, wie im Notfall Sofortmaßnahmen eingeleitet werden können. Die Schulungen wollen beide Seiten zum Anlass nehmen, die Kooperation zwischen Medizin und Kunst zu verstärken und künftig in weiteren Bereichen voneinander zu profitieren.
„Wir freuen uns sehr über diese ungewöhnliche Partnerschaft, die durch Prof. Dieter Siebrecht zustande gekommen ist“, sagt Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des IRuN. „Als Rettungsmediziner sind wir Praktiker, die in Notfall schnell handeln müssen. Wenn wir nun mit Kunstschaffenden zusammenkommen, ermöglicht uns dies, einmal einen völlig neuen Blick auf unsere Tätigkeit zu werfen – was vor allem für die Kommunikation unserer Anliegen ein spannender Impuls sein kann.“
Prof.in Dr. Bettina Möllring, Vizepräsidentin der Kunsthochschule, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass das UKSH uns die Möglichkeit gibt, das richtige Verhalten im Notfall zu erlernen. Wir sind ein offenes Haus, in dem täglich mehrere Hundert Menschen ein- und ausgehen. Wenn wir durch die Schulungen auch nur ein Leben retten können, ist dies schon ein großartiger Erfolg.“
Initiator der Zusammenarbeit ist Prof. Dr. Dieter Siebrecht, Oberarzt und Leiter der Schmerz- und Palliativstation der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des UKSH, der zugleich Honorarprofessor für Medical Design an der Muthesius Kunsthochschule ist. Seine Idee: „Wir wollen die Ersthelfer-Kurse möglichst in jedem Jahr anbieten, um neuen Studierenden regelmäßig die Gelegenheit zur Teilnahme zu bieten. Gleichzeitig streben wir gemeinsame Projekte mit dem IRuN an, beispielsweise im Bereich Medical Design oder Kommunikationsdesign, um die wichtigen Botschaften der Rettungsmediziner zu unterstützen.“ So entstand das visuelle Konzept „Die Kunst, Leben zu retten“ im Projektbüro der Muthesius Kunsthochschule, realisiert von Prof. Wolfgang Sasse und Uwe Steffen.
In Deutschland sind der plötzliche Herztod und der Kreislaufstillstand Ursache für mehr als 100.000 unerwartete Todesfälle pro Jahr. Bei Herzkreislaufstillständen kommt es nach vier bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden der Gehirnzellen. Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste vergehen in der Regel aber mindestens acht Minuten, die gesetzliche Hilfsfrist liegt in Schleswig-Holstein sogar bei zwölf Minuten. Dieses Zeitfenster kann nur durch Ersthelfer überbrückt werden. Studien belegen, dass bei frühzeitigem Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen die Überlebenschancen nahezu verdreifacht werden können. „In Deutschland werden nur in ca. 35 Prozent aller Herz-Kreislauf-Stillstände Herzdruckmassagen durch Ersthelfer durchgeführt“, erläutert Prof. Gräsner, „in den Niederlanden und Skandinavien liegt die Laienreanimationsquote hingegen bei rund 60 bis 70 Prozent.“
Für Rückfragen steht zur Verfügung:

Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Prof.in Dr. Bettina Möllring und Prof. Dr. Dieter Siebrecht (mit Plakat, v.l.) wollen die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und IRuN vertiefen. Das Plakat zur Aktion wurde von Uwe Steffen (2.v.l.) entworfen.
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Mitarbeiter und Studierende sollen zukünftig jeden Jahr die Gelegenheit erhalten, Ersthelfer-Kurse zu absolvieren.
Bild in Originalgröße Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
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