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Prüfen.Rufen.Drücken. – „Schüler retten Leben“ in der Kieler Gelehrtenschule

14.01.2019

Bildungsministerin Prien und Gesundheitsminister Garg informieren sich über gemeinsame Initiative von BZgA, UKSH und Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe

In Deutschland treten jedes Jahr rund 30 bis 90 außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstände pro 100.000 Einwohner auf. Um die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsdienste zu überbrücken, ist eine Reanimation durch Ersthelfer oft überlebenswichtig. Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen und das bürgerliche Engagement im konkreten Notfall weiter zu fördern, besuchten Karin Prien, Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Heidrun M. Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), und Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, am heutigen Montag, 14. Januar 2019, die Kieler Gelehrtenschule. Hier zeigten Schülerinnen und Schüler, wie einfach es sein kann, im Notfall mit den richtigen Ersthelfer-Maßnahmen Leben zu retten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) trägt mit dem Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB) unter dem Motto „Du kannst Leben retten! – Prüfen.Rufen.Drücken.“ dazu bei, dass alle Bürgerinnen und Bürger die notwendigen Maßnahmen zur Wiederbelebung kennen und sie im Ernstfall auch anwenden. Auch das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) engagiert sich mit verschiedenen Aktivitäten, um die Quote von Ersthelfern zu erhöhen. Dazu zählt auch die Aktion „Schüler retten Leben“, ein gemeinsames Projekt von IRuN unter Beteiligung der Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in Schleswig-Holstein (LAG EH S-H) mit fünf weiteren Hilfsorganisationen (Arbeiter Samariter Bund, DLRG, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfall Hilfe, Malteser Hilfsdienst). Ziel der Initiative ist es, landesweit Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe zu befähigen, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen und einen Notruf sowie Wiederbelebungsmaßnahmen selbstständig vornehmen zu können. Seit 2016 erhielten Lehrer von 13 Schulen aus ganz Schleswig-Holstein Schulungen durch das IRuN, um ihrerseits Training in Wiederbelebung in ihrer Schule anbieten zu können. An der Kieler Gelehrtenschule wurden so bereits 120 Schülerinnen und Schüler zu Ersthelfern ausgebildet.

Bildungs- und Wissenschaftsministerin Prien lobte das Engagement der Gelehrtenschule und der Schülerinnen und Schüler für die Erst-Helfer-Ausbildung: „So lernen die Jugendlichen nicht nur, wie sie selbst im Notfall wirkungsvoll helfen können. Sie sind auch wichtige Multiplikatoren, die ihr hier erlerntes Wissen weitergeben können in der Familie und im Freundeskreis und sie sind zugleich die beste Werbung für ehrenamtliche Arbeit und Hilfe.“ Sie dankte dem UKSH für die Initiative: „Ich werbe sehr dafür, dass sich noch viele weitere Schulen des Themas annehmen“, so Prien.

Gesundheitsminister Dr. Garg sagte: „Jeder kann mit den eigenen Händen Leben retten. Denn Ersthelfer sind das erste und oft entscheidende Glied der Rettungskette. Der frühzeitige Beginn einer Herzdruckmassage erhöht im Notfall die Überlebenschance um ein Vielfaches. Schülerinnen und Schüler, die sich mit dieser sicherlich selten vorkommenden Extremsituation vertraut machen, wissen im Ernstfall besser, was zu tun ist. Herzlichen Dank für das vorbildliche Engagement!“

BZgA-Leiterin Dr. Thaiss sagte: „Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 50.000 Menschen einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand, eine erschreckend hohe Zahl! Würden Passanten oder Angehörige im Ernstfall sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen, könnten jedes Jahr in Deutschland geschätzt 10.000 Leben gerettet werden. Wir als Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben die Aufgabe, Bürgerinnen und Bürger über gesundheitsbezogene Themen zu informieren, Berührungsängste abzubauen sowie Angebote zur Hilfe zu unterbreiten. Durch die Sensibilisierung für das Thema Wiederbelebung wollen wir den Menschen die Angst davor nehmen 'etwas falsch zu machen', denn das einzige, das man falsch machen kann, ist nichts zu tun. Ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen und die praktische Durchführung zu üben, damit kann nicht früh genug begonnen werden. Deshalb sind wir heute in Kiel in der Gelehrtenschule.“

„Bei Herzkreislaufstillständen kommt es nach drei bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden der Gehirnzellen. Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste vergehen in der Regel aber mindestens acht Minuten. Dieses Zeitfenster kann nur durch Ersthelfer überbrückt werden. Studien belegen, dass bei frühzeitigem Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen die Überlebenschancen nahezu verdreifacht werden können. Es freut mich sehr, dass das UKSH in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe ein Konzept entwickelt hat und mit dem Projekt ‚Schüler retten Leben‘ eine Koordination und Führungsrolle übernommen hat“, sagte Prof. Scholz. IRuN-Direktor Prof. Dr. Gräsner ergänzte: „Leider liegt die Laienreanimationsquote in Deutschland bei nur knapp 42 Prozent. In den Niederlanden und Skandinavien werden hingegen bei rund 60 Prozent aller Herz-Kreislauf-Stillstände Herzdruckmassagen durch Ersthelfer durchgeführt. Dieses Ziel wollen wir durch Projekte wie dieses erreichen.“

„Ich freue mich sehr, dass wir uns entschieden haben, das Projekt ‚Schüler retten Leben‘ durchzuführen und als festen Bestandteil unseres Präventionskonzepts an unserer Schule zu verankern. Humanistische Bildung bedeutet für uns ein vielfältiges Bildungsangebot, durch das unsere Schülerinnen und Schüler auch und besonders für den Umgang mit ihren Mitmenschen sensibilisiert werden und alltagsrelevantes Wissen erwerben. ‚Non scholae, sed vitae discimus‘ – Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir – trifft auf dieses Projekt in hohem Maße zu“, sagte Sinje Wischtukat, Schulleiterin Kieler Gelehrtenschule.

Um die Reanimationsquote durch Ersthelfer zur erhöhen, befürwortete der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz bereits 2014 die Einführung von zwei Unterrichtstunden zu diesem Thema und empfiehlt den Ländern, die Lehrkräfte entsprechend schulen zu lassen. Die LAG EH S-H und das UKSH legten 2016 Lösungsvorschläge für eine flächendeckende Umsetzung in Schleswig-Holstein vor. Das Programm „Schüler retten Leben“ in Schleswig-Holstein wurde bisher unter anderem durch die Damp-Stiftung mit 77.192 Euro und die UKSH Förderstiftung mit 18.000 Euro unterstützt.

Das Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung bietet auf seiner Homepage www.wiederbelebung.de umfassende Informationen rund um das Thema Wiederbelebung an.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

Bild von Saskia Greiner
Saskia Greiner, B.A.
Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRUN)
Pädagogische Koordination
Telefon Kiel: 0431 500-31589

 

 
Bilder zum Thema:
Bild 1
Sie alle setzen sich für das Projekt "Prüfen.Rufen.Drücken." ein (v.l.): Karin Prien, Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Heidrun M. Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Sinje Wischtukat, Schulleiterin Kieler Gelehrtenschule, Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister des Landes Schleswig-Holstein, und Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des IRuN.
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Bild 2
Die Schülerinnen und Schüler zeigten auf der Bühne der Aula, wie die Rettungskette funktionieren kann.
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Bild 3
Wie eine Reanimation richtig geht, wissen auch Victoria Hoffmeister (l.) und Julia Maass aus der Klasse 9a.
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Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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