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Klinik für Augenheilkunde am Campus Kiel eröffnet Hornhautbank

Montag, 20. Oktober 2025

Schnellere Hilfe für Menschen mit schweren Hornhautschädigungen – Unterstützung durch Lions Clubs

Die Augenhornhauttransplantation ist seit vielen Jahren ein Schwerpunkt der Klinik für Ophthalmologie (Augenheilkunde) am UKSH, Campus Kiel. Nun wurde dort eine eigene Hornhautbank (Cornea-Bank) eröffnet, die die Versorgung weiter verbessert – insbesondere durch eine schnellere Behandlung von Notfällen.

„Wir können das Spendergewebe direkt vor Ort gewinnen, prüfen und lagern – dies verkürzt Abläufe, und unsere Patientinnen und Patienten können rascher behandelt werden“, sagt Prof. Dr. Johann Baptist Roider, Direktor der Augenklinik. „Mit der Hornhautbank können wir den steigenden Bedarf an Hornhauttransplantationen noch besser abdecken und zugleich höchste Qualitätsstandards einhalten.“

Unterstützt wurde der Aufbau der Cornea-Bank durch eine Spende in Höhe von 15.500 Euro der Lions Clubs aus dem Distrikt 111-Nord. Mit dieser Hilfe fördern die Lions – im Rahmen ihrer Projekte für Lions-Augenhornhautbanken – auch die Einrichtung am UKSH. Darüber hinaus haben sie eine langfristige Unterstützung zugesagt, unter anderem durch Öffentlichkeitsarbeit zur Hornhautspende. „Wir sind sehr dankbar für das Engagement, das direkt dem Wohl unserer Patientinnen und Patienten zugutekommt“, so Prof. Dr. Roider. „Wir freuen uns sehr über die Kooperation zwischen Lions und der Augenhornhautbank des UKSH.“

„Die Lions setzen sich seit vielen Jahren für Menschen mit Hornhautverletzungen und -erkrankungen ein. Sie unterstützen die Arbeit von Hornhautbanken und helfen mit ihrem Netzwerk, Spenderinnen und Spender zu finden. Gemeinsam wollen wir antreten, um Augenlicht zu retten“, sagt Yvonne van de Straat-Werner, Sight first/Saving Vision Beauftragte Lions Augenhornhautbank Norddeutschland.

„Fenster zur Welt“ – Bedeutung der Hornhaut

Die Hornhaut ist die äußere Begrenzung des Auges nach vorne und das „Fenster zur Welt“. Wird sie durch Verletzungen oder Infektionen geschädigt, ist das Sehvermögen häufig irreversibel reduziert, in schweren Fällen droht sogar der Verlust des Auges. Mit der Transplantation einer Spenderhornhaut kann eine erhebliche Verbesserung der Sehfähigkeit erreicht werden.

Die weltweit erste erfolgreiche Hornhauttransplantation fand im Jahr 1905 statt. In Deutschland werden jährlich rund 9.000 dieser Eingriffe vorgenommen – am UKSH, Campus Kiel, sind es bis zu 150 Transplantationen pro Jahr – Tendenz steigend. „Wir haben in Schleswig-Holstein eine lange Warteliste mit Patientinnen und Patienten, die eine Hornhauttransplantation benötigen – zurzeit sind es 200“, sagt Prof. Dr. Roider. „Bisher war die Spendenbereitschaft in Schleswig-Holstein eher zurückhaltend. Mit der nun eröffneten Hornhautbank hoffen wir, die Zahl der Spenderinnen und Spender zu steigern.“

Dr. Bernhard Nölle, Leiter der Hornhautbank, ergänzt: „Bisher mussten wir Spenderhornhäute bei anderen Institutionen anfordern, das hat ein bis drei Tage in Anspruch genommen. Jetzt können wir deutlich schneller agieren. Die Hornhautbank stärkt unsere Position als Transplantationszentrum in Schleswig-Holstein.“

In Deutschland gibt es aktuell mehr als 20 Hornhautbanken. Sie sind dafür verantwortlich, Spendergewebe zu verarbeiten, zu prüfen, zu lagern und zur Transplantation freizugeben. Dabei gelten strenge arzneimittelrechtliche Vorgaben – überwacht durch das Paul-Ehrlich-Institut und die zuständigen Landesbehörden.

Hornhautspende

Eine Gewebespende, zu der auch die Hornhautspende gehört, kann nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand bis zu 72 Stunden erfolgen. Anders als bei der Organspende erlaubt die Konservierung eine längere Aufbewahrung. Entnommenes Gewebe kann zudem in Hornhautbanken gespeichert und so für Transplantationen verfügbar gemacht werden.

Wenig bekannt: Für die Hornhautspende gibt es keine Altersgrenze. Auch viele Erkrankungen, darunter Krebs, schließen eine Spende nicht aus. Damit bietet die Hornhautspende eine wertvolle Möglichkeit, das Sehvermögen anderer Menschen nachhaltig zu erhalten oder wiederherzustellen.

Weitere Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten zu der Hornhautbank gibt es unter Hornhautbank.

Pressefotos

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Übergabe der Spendenschecks an das UKSH: (v.l.) Stefan Mathias (Lions Kiel), Olaf Kahlke (Past Distrikt-Governor, 111 Nord), Dierk Engel (Sekretär, Lions Kiel), Prof. Dr. Johann Baptist Roider (Direktor der Klinik für Ophthalmologie, UKSH), Volker Köhne (Lions Dithmarschen), Daniel S. Runge (Distrikt-Governor, 111 Nord) und Yvonne van de Straat-Werner (Kabinettsbeauftragte Gesundheit, Prävention, Sight First). Ministerpräsident Daniel Günther sandte eine Videobotschaft.

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Eine Mitarbeiterin der Cornea-Bank Kiel bearbeitet die Hornhautspende. In einer Hornhautbank wird das zur Transplantation vorgesehene Gewebe verarbeitet, gelagert, geprüft und freigegeben. 

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Mit der Hornhautbank (Cornea-Bank) wird die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schwerwiegender Hornhautschädigung gestärkt. Die Cornea-Bank an der Klinik für Opthalmologie ermöglicht eine schnellere Versorgung der Patientinnen und Patienten und Abläufe werden verkürzt.

Fotos: UKSH

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Pressekontakt

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Ophthalmologie, Prof. Dr. Johann Baptist Roider
Tel.: 0431 500-24201, office.auge@uksh.de


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Komm. Pressesprecher
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