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Mit Spenderzellen gegen fehlgeleitetes Immunsystem

Freitag, 22. Mai 2026

Erste Anwendung gespendeter CAR-T-Zellen bei Autoimmunerkrankung in Deutschland

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, wurde erstmals in Deutschland eine Autoimmunerkrankung mit Körper-Abwehrzellen eines gesunden Spenders behandelt. Bislang üblich ist, dass den Erkrankten selbst die Abwehrzellen entnommen und diese anschließend im Labor modifiziert werden (CAR-T-Zelltherapie). Die 55-jährige UKSH-Patientin leidet an Myositis, einer Krankheit, bei der das Immunsystem Muskel- und Lungenstrukturen bekämpft und chronische Entzündungen auslöst. Fachleute der Rheumatologie und Onkologie arbeiten bei der Behandlung eng zusammen.

„Der Transfer der Spenderzellen war erfolgreich. Die Patientin erhält derzeit keine weiteren Behandlungen, ihr Zustand ist stabil“, sagt Dr. Dr. Sorwe Mojtahed Poor, stellvertretende Leiterin der Sektion Rheumatologie der Klinik für Innere Medizin I. Zuvor hatte die Erkrankung der Patientin auf keine Therapie ausreichend angesprochen.

CAR-T-Zellen werden bisher vor allem bei Blut- und Lymphkrebserkrankungen angewandt. Dabei handelt es sich in der Regel um patienteneigene Abwehrzellen, die im Labor so verändert werden, dass sie gezielt Krebszellen angehen. Seit Kurzem wird der Einsatz von CAR-T-Zellen auch bei schweren Autoimmunerkrankungen erforscht. Ziel ist es, das fehlgeleitete Immunsystem, das fälschlicherweise Körpergewebe angreift, zu beeinflussen und neu zu organisieren.

Vielversprechender Ansatz

Weltweit wurden bislang nur sehr wenige Menschen mit schweren Autoimmunerkrankungen mit allogenen – also gespendeten - CAR-T-Zellen behandelt. Der neue Ansatz wird als vielversprechend bewertet. Die Zellen können standarisiert hergestellt, gelagert und bei Bedarf schneller eingesetzt werden. Dadurch könnte die Therapie künftig breiter verfügbar werden.

Dabei werden körpereigene Abwehrzellen (T-Zellen) eines gesunden Spenders im Labor verändert. Sie erhalten künstlich erstellte Rezeptoren (Chimeric Antigen Receptor, CAR), die wie Suchsensoren funktionieren. So sollen sie krankheitsrelevante Zellen im Körper der Patientin gezielt erkennen und zerstören. Die Spenderzellen werden außerdem so angepasst, dass sie vom Immunsystem der Patientin möglichst nicht als fremd erkannt und abgestoßen werden.

„Die Therapie mit patienteneigenen Zellen ist aufwendig und zeitintensiv. Zudem sind die T-Zellen durch die Erkrankung und vorherige Behandlungen möglicherweise beeinträchtigt. Durch den Einsatz gesunder Spenderzellen lassen sich diese Probleme potentiell umgehen“, sagt Dr. Catrin Meyer, Oberärztin der Sektion für Stammzelltransplantation und zelluläre Immuntherapie der Klinik für Innere Medizin II mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie.

Die Behandlung am Campus Kiel ist Teil einer internationalen Phase-I-Studie. In dieser frühen klinischen Prüfung stehen Sicherheit, Verträglichkeit, optimale Dosierung und erste Hinweise auf eine Wirkung des neuen Therapieansatzes im Fokus.

Pressefoto

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Dr. Catrin Meyer, Oberärztin der Sektion für Stammzelltransplantation und zelluläre Immuntherapie der Klinik für Innere Medizin II mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie; Dr. Dr. Sorwe Mojtahed Poor, stellvertretende Leiterin der Sektion Rheumatologie der Klinik für Innere Medizin I, und Prof. Dr. Jan Leipe, Leiter der Sektion Rheumatologie

Foto: UKSH

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Pressekontakt

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Klinik für Innere Medizin I, Sektion Rheumatologie
Dr. Dr. Sorwe Mojtahed Poor, Tel.: 0431 500-22203, sorwe.mojtahedpoor@uksh.de


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