Campus Kiel - Luftbild

Stellungnahme des Vorstands des UK S-H zum Strategieplan der Landesregierung

Mittwoch, 24. August 2005

Der Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein bestätigt heute die Darstellung der aktuellen finanziellen Situation durch Wissenschaftsminister Dietrich Austermann.
"Grundsätzlich halten wir den Ansatz der Landesregierung für richtig, auf zwei Ebenen den Abbau des Defizits in Angriff zu nehmen, nämlich der Änderungen der Rahmenbedingungen sowie einer Portfolioanalyse des Unternehmens UK S-H", so Prof. Dr. Bernd Kremer, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums.

Der Ansatz, die Rahmenbedingen zu verändern, würde eine mögliche Veränderung in den Tarifstrukturen nach Ablauf des Beschäftigungspaktes bedeuten. Dies könnte unter Umständen dazu führen, dass einige Mitarbeiter Einschränkungen ihrer Bezahlung hinnehmen müssten, allerdings für das Unternehmen auch die Möglichkeit beinhalten, eine leistungsgerechtere Vergütung einzuführen.
"Schon jetzt liegt die Bezahlung unserer Ärzte im europaweiten Vergleich im unteren Bereich. Daher haben wir aktuell bereits Probleme mit international agierenden Headhuntern, die unsere Ärzte, aber auch unser Pflegepersonal abzuwerben versuchen", so Kremer weiter. "Bei einem neuen Tarifsystem mit Gestaltungsmöglichkeiten sehen wir hier mehr Möglichkeiten, flexibel zu reagieren."

Um die Rahmenbedingungen für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein zu verbessern, kündigt die Landesregierung einen Vorstoß im Bundesrat zur einheitlichen Vergütung für die selbe medizinische Leistung im Sinne einer bundeseinheitlichen Baserate an. Dem steht der Vorstand ebenfalls positiv gegenüber. Die Tatsache, dass das Universitätsklinikum in Schleswig-Holstein im Vergleich zu einem Uniklinikum in Hamburg etwa 34 Millionen Euro weniger Einnahmen bei gleicher Leistung bekommt, sei so nicht hinnehmbar.

Zur geplanten Portfolioanalyse äußerte sich der Vorstand dahingehend, dass man die strategische Ausrichtung partnerschaftlich zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den Dekanaten diskutieren werde. Dies gelte für die Bereiche Krankenversorgung, wissenschaftliche Leistung, kurrikulare Lehre und die strategische Bedeutung der jeweiligen Einrichtung für das Gesamtunternehmen. "Eine derzeit nicht wirtschaftlich arbeitende Einrichtung im UK S-H muss z.B. nicht automatisch weniger leistungsfähig sein. Grund kann ebenso die derzeit nicht leistungsgerechte Abbildung im DRG-System sein", so Prof. Kremer.

Der Einbeziehung einer externen Beratungsfirma steht der Vorstand eher kritisch gegenüber und würde aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen eher die Zusammenarbeit mit kleineren, spezialisierteren Unternehmen bevorzugen. Gute Erfahrungen habe man bereits bei schon in Planung befindlichen Projekten mit der Investionsbank Schleswig-Holstein gemacht.

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708