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Gemeinsame Presseerklärung mit dem Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg

Donnerstag, 22. November 2007

Patienten mit schweren Krebserkrankungen können sich ab 2011 mit neuartiger Partikeltherapie bestrahlen lassen
Vertrag der Angestellten-Krankenkassen mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel

Siegburg/Kiel. Versicherte der Angestellten-Krankenkassen (DAK, TK, KKH, HEK, Hamburg Münchener, hkk) können sich künftig bei bestimmten schweren Krebser-krankungen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel mit Protonen und Schwerionen bestrahlen lassen. Bis zum Jahre 2011 soll das Partikeltherapiezent-rum errichtet werden, in dem die Patienten behandelt werden können. Dies wird in einem Vertrag zwischen dem Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK) mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein geregelt, der in Kürze unter-zeichnet wird. Dr. Werner Gerdelmann, Vorstandsvorsitzender des VdAK, betonte, mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hätten die Ersatzkassen neben dem Universitätsklinikum Essen und dem Universitätsklinikum Heidelberg einen weiteren Partner gefunden, der den hohen Qualitätsanforderungen gerecht werde, aber zugleich eine wirtschaftliche Versorgung der Versicherten garantiere.

Prof. Bernd Kremer, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, erklärte, mit der Partikeltherapie weite das Universitätsklinikum sein Spektrum in der Therapie onkologischer Patienten aus. "Die Behandlung mit Proto-nen und Schwerionen kann zielgenauer und schonender erfolgen und sie kann mit höherer Dosis als die bisherige konventionelle Bestrahlung mittels Photonen ange-wandt werden." Die Partikeltherapie stelle aus heutiger Sicht für einzelne Indikatio-nen, wie zum Beispiel bei Schädelbasistumoren, Lungenkarzinomen und bei be-stimmten kindlichen Tumoren, eine effektivere Behandlungsform dar. Bei anderen Krebsarten muss die Partikeltherapie jedoch ihre mögliche Überlegenheit gegenüber der herkömmlichen Bestrahlung noch in Studien beweisen.

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und die Ersatzkassen haben daher ge-meinsam festgelegt, welche Krankheiten sich zur Behandlung eignen. "Dabei ist die Behandlung von bestimmten Voraussetzungen abhängig, insbesondere dem Stadi-um der Krebserkrankungen sowie der Größe und Lokalisation des Tumors", so Kre-mer. Die Wirksamkeit der Versorgung werde im Rahmen begleitender wissenschaftli-cher Studien überprüft, um damit dauerhaft die hohe Qualität der Versorgung zu ge-währleisten und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen. Zudem werde ein wissenschaftlicher Beirat eingerichtet, der auf Basis der gewonnenen Er-kenntnisse über die Weiterentwicklung des Indikationsspektrums entscheidet.

"Unser Ziel ist es, die aufwändige Therapieform der Bestrahlung mit Protonen und Schwerionen den Patienten zukommen zu lassen, die davon wirklich profitieren. Da-für haben wir mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein einen Partner gefun-den, der vernünftige Medizin in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und nicht von rein kommerziellen Interessen geleitet ist", betonte Gerdelmann. Auch Günter Zwil-ling, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, begrüß-te das Verhandlungsergebnis: "Jetzt haben wir eine Grundlage für eine effiziente Pa-tientenversorgung geschaffen". Die alleinige strahlentherapeutische Behandlung von Patienten mit Partikeln wird mit 19.500 Euro je Patient bei einer durchschnittlichen Zahl von 20 Bestrahlungen vergütet. Die Behandlung eines Patienten mit Partikeln in Kombination mit konventioneller Strahlentherapie wird mit 10.000 Euro je Patient bei einer durchschnittlichen Zahl von 5 Bestrahlungen vergütet. "Damit entspricht der Preis sowohl den Wirtschaftlichkeitsanforderungen der Krankenkassen und wird auch dem sich ergebenden Kostenrahmen des Universitätsklinikums gerecht", so Zwilling.

"Damit ist aber auch klargestellt, dass die Partikeltherapie nicht geeignet ist, um übertriebene Renditeerwartungen zu erfüllen", bemerkte Gerdelmann. Der Vorstandsvorsitzende erteilte deshalb all den Investorenaktivitäten eine deutliche Absa-ge, die Deutschland mit einem dichten Netz von Protonenanlagen überziehen wollen: "In Deutschland werden maximal noch zwei Standorte einen Vertrag von den Ersatz-kassen erhalten. Mit den insgesamt 5 (ggf. aber auch 6) Einrichtungen können die für die Therapie in Frage kommenden Patienten versorgt werden."

Ansprechpartner:

  • Dr. Hans R. Hartweg, Abteilung Vertrags- und Versorgungsmanagement beim VdAK,
    Tel. 0 22 41/ 1 08-2 29 E-Mail: Hans.Hartweg@vdak-aev.de

  • Ralf Kampf, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Feldstraße 10-12, 24105 Kiel,
    Tel. 0431 / 597-4093 E-Mail: kampf@onco.uni-kiel.de

Die nachfolgend aufgeführten Kassen sind an der Partikeltherapie beteiligt:
Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK),
Techniker Krankenkasse (TK),
Kaufmännische Krankenkasse - KKH,
HEK - Hanseatische Krankenkasse,
Hamburg Münchener Krankenkasse (HMK),
Handelskrankenkasse (hkk),

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708