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Weichen für Norddeutsches Partikeltherapiezentrum gestellt

Donnerstag, 22. November 2007

Großer Schritt für Krebsbehandlung in Schleswig-Holstein:

Die Weichen für eines der größten Medizin-Projekte in der Geschichte der Landeshauptstadt Kiel sind gestellt. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H), Jost de Jager, heute (22. November) mitteilte, hat sich das Klinikum nach der Einigung mit wichtigen Krankenkassen über die Behandlungskosten nun auch im Vergabewettbewerb um das norddeutsche Partikeltherapiezentrum (PTZ) für einen bevorzugten Bieter entschieden. Dabei handelt es sich um ein Konsortium, das unter anderem aus den Firmen Siemens und Bilfinger Berger besteht. "Durch das PTZ werden künftig vielen Menschen neue Lebenschancen gegeben und dank einer neuartigen Behandlungsmethode im Kampf gegen Krebs neue Maßstäbe gesetzt", sagte de Jager.

Das Vergabeverfahren werde nun fortgesetzt und zu einem Abschluss gebracht. Der Einzugsbereich für das PTZ soll künftig neben Norddeutschland den gesamten südskandinavischen Raum umfassen.

Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Dietrich Austermann bezeichnete die Entscheidung als ersten und zugleich riesigen Schritt für den Gesundheits-Standort Schleswig-Holstein. "Sobald die noch ausstehenden Prüfungen erfolgt sind und wenn auch das Kabinett bei seiner Sitzung am 29. Januar keine Einwände hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit
erhebt, kann im Februar der Zuschlag erteilt werden", sagte Austermann. Er warnte zugleich vor der Errichtung weiterer Partikeltherapie-Zentren in Norddeutschland. Der Standort Kiel habe einen zeitlich so deutlichen Vorsprung, dass weitere Zentren chancenlos wären, zumal es mit höchster Wahrscheinlichkeit keine Zustimmung der Krankenkassen
zur Übernahme der Behandlungskosten an zwei Zentren geben würde.

Die Weichen für das PTZ waren Anfang 2006 zwischen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und seinem Hamburger Amtskollegen Ole von Beust gestellt worden. Das UKSH hatte daraufhin ein europaweites Vergabeverfahren für eine Öffentlich-Private Partnerschaft ausgelobt. Nach etwa eineinhalb Jahren intensiver Verhandlungen haben die zuständigen Gremien jetzt den so genannten "Preferred Bidder" ausgewählt.


UK S-H-Vorstandschef Prof. Bernd Kremer zeigt sich hocherfreut: "Die Partikeltherapie stellt für viele Krebspatienten einen echten Fortschritt dar. Wir haben für ein in dieser Form bislang weltweit einmaliges Projekt in einem komplexen Verhandlungsprozess ein gutes Ergebnis erzielt. Das Siemens-Konsortium hat ein effi zientes und qualitativ überzeugendes
Konzept vorgelegt. Die Partnerschaft für das PTZ wird das UK S-H nachhaltig stärken."

Bis zur Erteilung des endgültigen Zuschlags und dem Beginn der Bauarbeiten am Pastor- Husfeldt-Park nahe dem Kieler Klinik-Campus sind nach den Worten von UK S-H-Aufsichtsratschef und Wissenschafts-Staatssekretär Jost de Jager noch Hürden zu nehmen: Neben dem Kabinett müssen auch die fi nanzierenden Banken des Bieters nach der üblichen
Projektprüfung zustimmen.

Nach dem bisherigen Zeitplan soll das PTZ nach rund dreijähriger Bauzeit seinen Betrieb im Jahre 2011 aufnehmen.

UK-SH-Vorstandschef Kremer verbindet den Dank an sein Projektteam mit Optimismus: "Schon bisher haben uns bei diesem Leuchtturm-Projekt alle öffentlichen Stellen, von der Stadtverwaltung bis zu den zuständigen Ministerien, optimal unterstützt, wir werden auch die weiteren Schritte gemeinsam gehen."

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