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Abschlusskonferenz des BMBF-Netzwerkes Intersexualität am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Freitag, 05. September 2008

Weiterführendes Forschungsgroßprojekt der Kinderkliniken in Kiel und Lübeck über Störungen der Geschlechtsentwicklung bereits durch EU bewilligt

Wissenschaftler und betroffene Menschen mit Störungen der Geschlechtsentwicklung treffen sich am 6. September in Kiel zur Abschlusskonferenz des deutschlandweiten Forschungsnetzwerkes Intersexualität, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Vorgestellt werden die wissenschaftlichen Ergebnisse des Netzwerkes. Aus diesen Aktivitäten ist aktuell das Forschungsgroßprojekt Euro DSD hervorgegangen.

Mädchen, Junge oder irgendwie dazwischen - bei etwa zwei von 10.000 Neugeborenen lässt sich das Geschlecht nicht eindeutig bestimmen. Das äußere Genitale des Kindes weist Merkmale beider Geschlechter auf. Diese angeborenen Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung werden als "Disorders of sex development" (DSD) oder Intersexualität bezeichnet. Für die auf Kinderhormonstörungen spezialisierten Wissenschaftler und Ärzte der Kinderkliniken des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) ist DSD seit Jahren ein gemeinsamer Schwerpunkt in der Forschung und Patientenversorgung. An den Standorten Kiel und Lübeck leiten sie ein überregionales Zentrum für die Diagnostik, Beratung und Behandlung von DSD-Patienten, das den gesamten norddeutschen Raum versorgt.

Das BMBF-Netzwerk Intersexualität ist ein Beispiel für erfolgreiche standortübergreifende Zusammenarbeit am UK S-H. Über fünf Jahre hinweg wurden dem Netzwerk insgesamt drei Mio. Euro an Forschungsmitteln zur Verfügung gestellt. Der Bereich für Kinderhormonstörungen in Kiel, der von Prof. Paul-Martin Holterhus an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie geleitet wird, erhielt allein in den letzten zwei Jahren knapp 500.000 Euro für entsprechende Forschungsprojekte. Durch modernste Messverfahren konnte seine Arbeitsgruppe beispielsweise für Neugeborene und Säuglinge eine sehr genaue und schonende Diagnostik erreichen, die nur äußerst geringe Blutprobenmengen benötigt.

Durch die wissenschaftlichen Leistungen im Rahmen des BMBF-Netzwerkes konnten die Bereiche für Kinderhormonerkrankungen in Lübeck und Kiel jetzt das neue europäische Forschungsnetzwerk Euro DSD aufbauen und die Projektleitung übernehmen. Im Rahmen von Euro DSD sollen grundlagenorientierte Forschungsprojekte durchgeführt werden, um die Ursachen von DSD besser zu verstehen und die Diagnostik zu verbessern. Insgesamt erhält das europäische Netzwerk unter seinem Lübecker Koordinator Prof. Olaf Hiort etwa drei Mio. Euro an Forschungsgeldern, von denen 1.3 Mio. Euro für Projekte in Lübeck und Kiel bis 2010 zur Verfügung stehen.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Allgemeine Pädiatrie
Prof. Paul-Martin Holterhus, Tel. 0431 597-1626, -1622, E-Mail: holterhus@pediatrics.uni-kiel.de

Universitätsklinium Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Prof. Olaf Hiort, Tel. 0451 500-2191, E-Mail: hiort@paedia.ukl.mu-luebeck.de

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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