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Studie der Kieler Kinderklinik zum Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS)

Donnerstag, 26. Juni 2008

An der Klinik für Allgemeine Pädiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, findet von Juli bis Oktober 2008 eine Studie über die Reifung von Schreckreflexen bei Kindern statt. Für diese Untersuchung werden noch Kinder von 3 bis 12 Jahren als Teilnehmer gesucht.

Anlass ist ein vermuteter Zusammenhang zwischen der Reifung von Schreckreflexen und der Aufmerksamkeitsstörung ADHS. Schreckreflexe sind die normale Reaktion eines Menschen auf plötzliche unerwartete Reize, beispielsweise auf laute Geräusche. Der so Erschreckte reagiert mit einem kurzen Blinzeln. Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) fasst eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern zusammen. Es fällt den betroffenen Kindern schwer, ihre Aufmerksamkeit aufrecht zuhalten, sie sind leicht ablenkbar und zeigen eine motorische Überaktivität: Das klassische Bild des Zappelphilipps. Die genaue Ursache für das Auftreten eines ADHS ist bislang nicht geklärt. Man geht davon aus, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umweltfaktoren, die die Hirnreifung beeinflussen, eine Rolle spielen. Vorangegangene Untersuchungen an der Kinderklinik geben nun Grund zu der Annahme, dass auch eine verzögerte Reifung der Kontrolle des Schreckreflexes ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom begünstigt.

Die Studie findet in der Kieler Kinderklinik am Schwanenweg statt, durchgeführt von der nephrologischen Arbeitsgruppe unter der Leitung von Professor Paul Eggert. Während die teilnehmenden Kinder einen Zeichentrickfilm ansehen, wird mittels einer auf die Haut geklebten Elektrode die Muskelaktivität beim Blinzeln gemessen und so der Grad der Reflexkontrolle ermittelt. Die Kinder spüren nur den Fremdkörper auf der Haut, nicht die Untersuchung als solche. Als Dank für ihre Teilnahme dürfen sie sich anschließend ein Buch oder eine DVD aussuchen.

Interessierte Eltern werden gebeten, sich mit der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Julia Meir, Tel. 0431/ 597-1734 in Verbindung zu setzen.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Prof. Dr. Paul Eggert, Stellv. Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Schwanenweg 20, 24105 Kiel
Tel.: 0431 597-1810, Fax.: 0431 597-1831
E-Mail: p.eggert@pediatrics.uni-kiel.de

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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