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„Chest Pain Unit“ am Campus Kiel des UKSH ausgezeichnet

Montag, 17. September 2012

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: Klinik für Innere Medizin III am Campus Kiel verfügt über hervorragende Versorgungsstruktur für Patienten mit akuten Brustschmerzen

Die Klinik für Innere Medizin III - Kardiologie und Angiologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Norbert Frey) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als „Chest Pain Unit“ (CPU) zertifiziert worden. Damit wird der Klinik bescheinigt, über eine hervorragende Organisationsstruktur zu verfügen, die für die schnellstmögliche Versorgung von Patienten mit Herzinfarkten notwendig ist.

Die koronare Herzerkrankung und der aus ihr resultierende Myokardinfarkt ist mit ca. 135.000 Sterbefällen im Jahr 2010 die führende Todesursache in Deutschland. Insgesamt geht man nach einem Myokardinfarkt von einer jährlichen Sterblichkeit von 15 Prozent aus. Um die Sterblichkeit zu verringern, setzt sich die DGK für eine Verbesserung der Versorgungsstrukturen ein. Da der Begriff Chest Pain Unit nicht geschützt ist, hat die Fachgesellschaft Mindestkriterien für die personelle, apparative und räumliche Ausstattung erstellt, die optimale Versorgungsstrukturen gewährleisten. Dazu zählen unter anderem eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft von Überwachungsplätzen, eines Herzkatheter- und eines Notfalllabors und die ständige Rufbereitschaft eines erfahrenen Herzkatheterteams. „Ziel muss es sein, auf schnellstem Wege bei Patienten mit akut aufgetretenen Brustschmerzen einen Infarkt festzustellen bzw. auszuschließen und nach Diagnosestellung rasch einer Herzkatheteruntersuchung zuzuführen“, sagt Dr. Mark Rosenberg, Oberarzt an der Medizinischen Klinik III. Verzögerungen könnten vom Patienten, der die Symptome falsch deutet, aber auch durch das Notarzt- bzw. Krankenhaussystem verursacht werden. Daher sei es wünschenswert eine zentrale Aufnahmestelle zu haben, die Patienten mit akut aufgetretenen Brustschmerzen rasch untersuchen und behandeln kann. Von den jährlich 400.000 Krankenhaus-Aufnahmen wegen eines akuten Thoraxschmerzes stellt sich in ca. 80 Prozent der Fälle ein Herzinfarkt als Ursache heraus.

„Es gibt in der Literatur tatsächlich Hinweise, dass eine Organisationsstruktur, wie von der DGK vorgegeben, die Prognose von Patienten mit akuten Koronarsyndromen gegenüber nicht spezialisierten Notaufnahmen verbessert“, sagt Dr. Rosenberg. Hauptgründe für die verbesserte Prognose betroffener Patienten seien demnach das Vorhalten einer Infrastruktur, die auf eine schnellst mögliche Versorgung von akuten Herzinfarkten im Herzkatheterlabor abzielt. Dies werde erreicht, indem neben einer ständigen Rufbereitschaft mit kurzer Alarmierungszeit eine direkte Anfahrt des Herzkatheterlabors ermöglicht werde. „Außerdem verfügen wir über die modernsten Diagnostikmethoden und kurze interne Transportwege, die über eine schnelle Diagnosefindung und Risikoeinschätzung eine Einleitung der notwendigen therapeutischen Schritte ermöglichen“, so der Oberarzt. Der Ablauf des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens ist durch feste Behandlungspfade, die eng an die aktuellen Leitlinien nationaler und internationaler Fachgesellschaften angepasst sind, vorgegeben. „Einen weiteren Vorteil sehen wir darin, dass unsere Klinik über sechs Kardiologen mit ausgewiesener Erfahrung in der interventionellen Therapie von akuten Herzinfarkten verfügt.“ Zusammen mit der Tatsache, dass die Klinik auf drei Herzkatheterlabore zurückgreifen kann, mache einen Ausfall der Versorgungsstruktur nahezu unmöglich, so dass Patienten mit akuten Herzinfarkten schnell und vor allem zuverlässig nach den modernsten Gesichtspunkten therapiert werden können.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel,
Klinik für Innere Medizin III, OA Dr. Mark Rosenberg, Tel.: 0431 597-1405,
E-Mail: Mark.Rosenberg@uksh.de

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