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1000. Stammzelltransplantation im Dr. Mildred-Scheel-Haus

Freitag, 28. September 2012

Wissenschaftliches Symposium und Patiententag am Campus Kiel des UKSH informiert über aktuellen Stand und Zukunft der Knochenmarktransplantation

Die Sektion für Stammzell- und Immuntherapie (Ärztl. Leiter: Prof. Dr. Martin Gramatzki) des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, veranstaltet am Sonnabend, 29. September 2012, das Symposium „Stammzelltransplantation 2012“. Führende Wissenschaftler werden Fortschritte in der Behandlung von Bluterkrankungen durch die Transplantation hämatopoietischer Stammzellen (Knochenmarktransplantation) diskutieren und eine Standortbestimmung der Stammzelltransplantation vornehmen. Am Nachmittag haben dann Patienten die Möglichkeit, ihre Sicht einzubringen und mit Ärzten, Pflegenden, Physiotherapeuten sowie Stammzellspendern über Aspekte dieses Behandlungsverfahrens sprechen.

Anlass der Veranstaltung ist die 1000. Stammzelltransplantation im Dr. Mildred-Scheel-Haus, das die Sektion für Stammzell- und Immuntherapie seit 2004 beherbergt. Durch das mit ca. 10 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe geförderte Dr. Mildred-Scheel-Haus ist im UKSH nicht nur eine Spezialeinheit für die Patientenversorgung entstanden, sondern auch an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Zentrum für patientennahe (translationale) Forschung geschaffen worden. Neben der Stammzelltransplantation wird hier die „Targeted Therapy“, eine zielgerichtete Behandlung mit Monoklonalen Antikörpern und sogenannten „kleinen Molekülen“ weiterentwickelt, besonders beim Multiplen Myelom. Auch diese Aspekte werden beim Symposium angesprochen.

Während früher für die sogenannte allogene Stammzelltransplantation (SCT) vom Spender aus der Familie meist nur junge Patienten mit Leukämien und Knochenmarkversagen in Betracht kamen, können inzwischen auch ältere Patienten und solche mit anderen Blut- und Lymphdrüsenerkrankungen (z.B. Lymphomen) behandelt werden. „Dafür gibt es mehrere Gründe“, erläutert Prof. Gramatzki. „ Eine genauere Gewebetypisierung und über 15 Millionen freiwillige Spender weltweit erlauben heute die SCT auch, wenn es keine passenden Geschwister gibt.“ In Zeiten kleinerer Familien und älterer Patienten würden gegenwärtig in Kiel zu etwa 80 Prozent solche Fremdspender-SCT durchgeführt, so der Mediziner. Die optimierte Vorbereitung vor der SCT lasse das neue Knochenmark schonend im Patienten anwachsen und vermindere überschießende Immunreaktionen. „Dies ist besonders wichtig, ist doch die SCT das einzige Verfahren, bei dem das Immunsystem transplantiert wird“, sagt Prof. Gramatzki.

Mit modernen Leukapherese-Verfahren („Zellwäsche“) kann das Transplantat statt aus dem Knochenmark meist aus dem Blut gewonnen und zudem in seinem Immunzellgehalt eingestellt werden. Im Dr. Mildred-Scheel-Haus sind solche Verfahren in Reinraumlaboratorien möglich. Zudem werden hier Transplantate für andere Transplantationszentren im In- und Ausland hergestellt. Auch für die sogenannte autologe SCT, bei der körpereigene Stammzellen entnommen, aufbereitet, eingefroren und nach einer intensiven Chemo- und ggf. auch Strahlentherapie zurückgegeben werden, sind solche arzneimittelgesetzkonformen Techniken vorhanden. Die autologe SCT hat weniger Nebenwirkungen und kommt beim Multiplen Myelom, Lymphomen und manchen anderen Tumoren zur Anwendung.

Mit dem 1. Juni 2004 haben Prof. Martin Gramatzki und sein Team das neu erbaute Dr. Mildred-Scheel-Haus übernommen, nachdem schon seit 1983 in Kiel in anderen Räumlichkeiten transplantiert wurde. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemeine Pädiatrie (Direktor: Prof. Martin Schrappe) werden auch Kinder und Jugendliche transplantiert. Die strukturbildende Sektion ist eigenständig, aber der II. Medizinischen Klinik (Direktor: Prof. Michael Kneba) zugeordnet, die viele Patienten vorher hämatologisch betreut. Alle Bereiche des Dr. Mildred-Scheel-Hauses sind nicht nur von der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) akkreditiert, sondern die Sektion wurde auch als eine der ersten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland von der internationalen Zertifizierungsorganisation JACIE anerkannt.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel,
Sektion für Stammzell- und Immuntherapie, Prof. Dr. Martin Gramatzki,
Tel.: 0431 597- 5802, E-Mail: a.oatley@med2.uni-kiel.de

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