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Neue katheterbasierte Therapie zur Senkung des Blutdrucks

Dienstag, 06. März 2012

Medizinische Klinik II am Campus Lübeck des UKSH ist eines von drei Exzellenzzentren für „renale Denervation“ in Deutschland

Zu hoher Blutdruck wird in der Regel mit Medikamenten behandelt. Manche Patienten allerdings sprechen auf diese Therapie nicht an. Für sie gibt es jetzt eine neue Behandlungsmethode, die sogenannte renale Denervation (RDN). Um den Blutdruck zu senken, werden Nervenenden an den Nieren verödet.

„Wir wissen seit geraumer Zeit, dass die Nieren ganz entscheidend an der Regulation des Blutdrucks beteiligt sind. Sie setzen Hormone frei und kommunizieren über bestimmte Nervenfasern mit dem zentralen Nervensystem“, sagt Prof. Dr. Joachim Weil, stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II am Campus Lübeck und einer der führenden Spezialisten auf dem Gebiet der RDN.

„Bei der neuen Methode nutzen wir einen speziellen Katheter, mit dem die Nervenfasern gezielt durch Hitze zerstört werden. Der positive Effekt stellt sich nach etwa vier bis zwölf Wochen ein. Wir können durch die renale Denervation in über 80 Prozent der Fälle eine mittlere Blutdrucksenkung von systolisch 25 bis 30 Millimeter Hg erreichen“, erläutert Prof. Weil.

Der Eingriff dauert etwa eine Stunde, wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen und ist komplikationsarm. „Wir punktieren die große Beinarterie in der Leiste und schieben darüber einen kleinen Katheter vor bis zur Nierenarterie“, erklärt der Mediziner.

Geeignet ist das neue Verfahren für Patienten, die an einer essentiellen Hypertonie leiden, bei denen also keine sekundären Ursachen für den Bluthochdruck vorliegen. In Frage kommen Patienten mit schwer einstellbarem Hypertonus, wenn z.B. nach der regelmäßigen Einnahme von mindestens drei verschiedenen Wirkstoffen inklusive eines Diuretikus („Wassertablette“) der Blutdruck dauerhaft über 150 mmHg liegt.

Die Medizinische Klinik II am Campus Lübeck des UKSH hat das Verfahren der katheterbasierten renalen Denervation als eine der ersten Kliniken in Deutschland angewandt und verfügt über entsprechende Erfahrung auf diesem Gebiet. Sie ist neben dem Universitätsklinikum Homburg Saar und dem Universitätsklinikum Heidelberg eines von drei Exzellenzzentren in Deutschland. Derzeit werden regelmäßig Ärzte aus aller Welt am Campus Lübeck in diesem neuen Verfahren ausgebildet. In Zusammenarbeit mit dem Anatonischen Institut der Universität zu Lübeck erhalten die Kursteilnehmer genaue Informationen zur Anatomie des vegetativen Nervensystems der Niere. Darüber hinaus werden theoretische und praktische Kenntnisse zum Verfahren vermittelt.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Medizinische Klinik II
Prof. Dr. Joachim Weil, Tel.­­: 0451 500-4936

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