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Neue molekulare Allergiediagnostik im UKSH

Dienstag, 24. April 2012

Neuartiger Allergietest ermöglicht gezieltere Therapie insbesondere bei Patienten mit Mehrfachsensibilisierung

Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Kiel verwendet als erste Klinik in Schleswig-Holstein ein neuartiges Testverfahren, mit dem für Patienten ein ausführliches Allergenprofil auf molekularer Ebene erstellt werden kann. Der sogenannte ImmunoCAP® ISAC-Test hilft, einen präzisen Einblick in mögliche Allergiereaktionen und Kreuzreaktionen zu gewinnen und Therapieentscheidungen gezielter zu treffen.

„Die Suche nach den Ursachen einer allergischen Reaktion erinnert oftmals an die bekannte Stecknadel im Heuhaufen“, sagt Prof. Dr. Jochen Brasch, Leiter der Allergologie an der Hautklinik. Vor allem dann, wenn die Krankengeschichte und die Symptome nicht zusammenpassen, der Patient mehrfach sensibilisiert ist oder nicht wie erhofft auf eine Behandlung reagiert, sei es für den Arzt äußerst schwierig, ein relevantes Allergen exakt zu erkennen. „Die präzise Analyse, die der ImmunoCAP® ISAC-Test liefert, trägt dazu bei, beispielsweise das mögliche Risiko für schwere, nahrungsmittelbedingte Reaktionen wesentlich besser einzuschätzen und wertvolles Wissen über zahlreiche weitere Allergiequellen zu gewinnen. So kann frühzeitig mit einer gezielten, auf die besonderen Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnittenen Therapiestrategie begonnen werden“, erklärt Prof. Brasch.

Die meisten Allergiker zeigen bei herkömmlichen Extrakt-basierten Allergietests positive Ergebnisse gegen mehrere Allergene. Kann der Einfluss der verschiedenen Allergene anhand der Krankengeschichte nicht geklärt werden, ist es schwierig, den echten Auslöser der Krankheitssymptome herauszufinden. Anders als herkömmliche Testverfahren setzt der neue ImmunoCAP® ISAC-Test auf molekularer Ebene an, um nicht nur die Reaktion des Patienten auf bestimmte Allergenquellen wie Gräserpollen oder bestimmte Nahrungsmittel, sondern auf einzelne Bestandteile dieser Allergenquellen zu erkennen.

Da jeder Allergenbestandteil beim Patienten die Bildung eines ganz bestimmten Antikörpers (sogenannte IgE-Antikörper) auslösen kann, kann anhand der gebildeten Antikörper untersucht werden, auf welche Allergenbestandteile der Patient wie stark reagiert. Bei neun von zehn Patienten, die auf mehrere Allergene reagieren, ist der neue Test in der Lage, hierzu detaillierte und weiterführende Informationen liefern. Der Test ermöglicht die Erstellung eines umfassenden Antikörperprofils des Patienten, indem er IgE-Antikörper gegen eine Auswahl von 112 verschiedenen Komponenten aus 51 Allergenquellen bestimmen kann.

Für den Patienten bedeutet das neue Testverfahren nur einen geringen Aufwand. Bereits eine kleine Blutprobe genügt, die weitere Analyse erfolgt im Labor. Dort werden bestimmte Blutbestandteile auf einen hochentwickelten Bio-Chip aufgetragen und in einem Analysegerät ausgelesen. Mithilfe einer speziellen Software werden die Ergebnisse am Computer angezeigt und ausgewertet. Schließlich werden sie dann im Zusammenhang mit den anderen Daten des Patienten interpretiert, um eine gezielte Therapiestrategie festzulegen.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel,
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie,
Prof. Dr. Jochen Brasch,
Tel.: 0431 597-1507,
E-Mail: jbrasch@dermatology.uni-kiel.de

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Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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