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KULT-SH: Telemedizin für krebskranke Kinder und Jugendliche

Dienstag, 01. Juni 2021

Häufige Krankenhausbesuche, lange Anfahrtswege und ein erhöhtes Risiko für Ansteckungen: Diesen Belastungen sind an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche regelmäßig ausgesetzt. Das neue Behandlungsmodell KULT-SH (Kinderonkologische Untersuchung durch Leistungsfähige Telemedizin in Schleswig-Holstein) soll den betroffenen Familien ihren ohnehin schon schwierigen Alltag ein wenig erleichtern. Hierbei wird ein Teil der zeitaufwendigen Vor-Ort-Visiten durch telemedizinische Betreuung ersetzt. Projektbeginn am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist der 1. Juni 2021. KULT-SH wird gefördert aus dem Innovationsfonds. Das UKSH, die Techniker Krankenkasse (TK) und die DAK-Gesundheit setzen das Projekt gemeinsam mit weiteren Partnern um.

„Wir freuen uns, dass dieses in Deutschland einzigartige Behandlungsmodell am UKSH startet. KULT-SH soll den Weg einer flächendeckenden Einführung der Telemedizin in die Regelversorgung für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen ebnen. Das UKSH nimmt eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung ein und zeigt mit diesem innovativen Behandlungsmodell beispielhaft die Möglichkeiten der Telemedizin in der Krankenversorgung auf“, sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH.

Mit KULT-SH Lebensqualität verbessern

Mit Hilfe kleiner Messgeräte werden wichtige Vitalwerte der jungen Patientinnen und Patienten in der häuslichen Umgebung erhoben. Die Übertragung der Daten erfolgt digital an die projekteigene KULT-SH-App und wird direkt an die Klinik weitervermittelt. Auch die Gespräche mit dem ärztlichen Personal finden innerhalb der App über Audio-Video-Konferenzen statt. Bei Bedarf wird eine weiterführende Vor-Ort-Behandlung eingeleitet. "Eine Krebserkrankung ist eine enorme Belastung für die jungen Betroffenen und ihre Familien. Mit KULT-SH erhalten sie eine exzellente Versorgung, die durch digitale Lösungen auch den Alltag deutlich erleichtern kann", erläutert Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung in Kiel. Denn gesundheitliche Risiken, lange Anfahrtswege und Fahrtkosten können durch die telemedizinische Betreuung verringert werden. "Wenn wir helfen können, mit diesem zukunftsweisenden Projekt die Belastungen der Kinder und ihrer Familien zu reduzieren, wäre viel gewonnen", sagt Cord-Eric Lubinski, Leiter der DAK-Landesvertretung in Schleswig-Holstein.

Mit Telemedizin Versorgung nachhaltig verbessern

Seit Anfang Juni können junge Betroffene das Angebot KULT-SH in Anspruch nehmen. Dabei wird die neue Versorgungsform wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Geprüft werden soll, ob die telemedizinische Versorgung genauso gut und sicher für die Patientinnen und Patienten ist, wie die Vor-Ort-Termine. "Mit KULT-SH wollen wir auch die Patientensicherheit erhöhen. Perspektivisch ist das Modellprojekt auf Patientinnen und Patienten mit verschiedensten chronischen Erkrankungen übertragbar", sagt Prof. Dr. Denis M. Schewe, Studienleitung am UKSH.

Hinweis für die Redaktion

KULT-SH wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit zirka 3,4 Millionen Euro gefördert. Die Teilnahme der betroffenen Kinder und Jugendlichen ist freiwillig.

Nach dem Erstgespräch im Kinderonkologischen Zentrum Kiel am UKSH kann die Teilnahme an dem Projekt erklärt werden. Das UKSH ist Konsortialführer des Projektes, TK und DAK sowie das Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck (Evaluationsleitung: Dr. Dr. Fabian-Simon Frielitz) und das Institut für medizinische Informatik und Statistik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel treten als Konsortialpartner auf.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Projektseite des UKSH.  

Pressetext: Jana Walther, Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Schleswig-Holstein