Campus Kiel - Luftbild 2019_1240x400

UKSH setzt erstmals in Norddeutschland Gen-Therapie bei altersbedingter Makuladegeneration ein

Montag, 22. November 2021

Die Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, wendet erstmals in Norddeutschland eine Gen-Therapie bei Patientinnen und Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) an – einer Netzhauterkrankung, die die häufigste Ursache für schweren Sehverlust bei älteren Menschen ist. Die innovative Therapie wird im Rahmen einer internationalen Studie durchgeführt. Die Augenklinik am Campus Lübeck ist eines von derzeit zwei Studienzentren in Deutschland.

Behandelt werden dabei Patientinnen und Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium der trockenen AMD. Für diese häufigste Form der Erkrankung gibt es noch keine zugelassene Therapie. Eine Schicht unterhalb der Netzhaut des Auges, das Retinale Pigmentepithel, nimmt im Verlauf kontinuierlich ab, im Sichtfeld entstehen zunehmend blinde Flecken. Der Mechanismus dieser komplexen Krankheit wird erst seit wenigen Jahren besser verstanden. Wesentlich beteiligt sind Entzündungsfaktoren, die das Gewebe schädigen. „Ziel der Therapie ist es, die entzündliche Kaskade zu blockieren“, sagt Prof. Dr. Salvatore Grisanti, Direktor der Klinik für Augenheilkunde. „Dies wird bislang durch monatliche Injektionen eines Wirkstoffs ins Auge versucht. Bei der neuen Gen-Therapie, die wir einsetzen, wird hingegen einmalig ein Vektor unter die Netzhaut injiziert, der genetische Informationen übermittelt. Die Körperzellen können anschließend selbst den Blocker produzieren.“ Der Krankheitsprozess soll auf diese Weise deutlich verlangsamt werden.

In Deutschland wird die Zahl der Patientinnen und Patienten mit AMD auf rund 4,5 Millionen geschätzt. Das Risiko für die Krankheit steigt mit zunehmendem Alter. Fast ein Drittel der über 80-Jährigen ist betroffen. Die Erkrankung, die im Anfangsstadium oft nicht wahrgenommen wird, beeinträchtigt im Verlauf zunehmend die Lebensqualität: Viele Patientinnen und Patienten können nicht mehr lesen und Auto fahren und verlieren an Unabhängigkeit.

Die Klinik für Augenheilkunde zählt zu den führenden Zentren für Netzhauterkrankungen in Norddeutschland und wendet zur Behandlung der AMD innovative Therapien an.

Mehr Informationen: www.uksh.de/augenklinik-luebeck 

Für Rückfragen von Journalistinnen und Journalisten steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Augenheilkunde, Prof. Dr. Salvatore Grisanti, Tel.: 0451 500-43900, salvatore.grisanti@uksh.de

Prof_Salvatore_Grisanti_2020

Prof. Dr. Salvatore Grisanti, Direktor der Klinik für Augenheilkunde des UKSH, Campus Lübeck

Bild in Originalgröße
Capture-13_00_56-2 bearbeitet

Weitwinkelaufnahme vom Augenhintergrund eines Patienten mit geographischer Atrophie, einem fortgeschrittenen Stadium der altersbedingten Makuladegeneration (AMD).

Bild in Originalgröße

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708