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Neun Expertinnen und Experten des UKSH zählen zu „Highly Cited Researchers“​

Dienstag, 15. November 2022

Einmal im Jahr veröffentlicht die „Web of Science Group“ des US-Unternehmens Clarivate Analytics die "Highly Cited Researcher"-Liste. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) gratuliert neun forschenden Medizinerinnen und Medizinern, die 2022 zu dieser Gruppe zählen.

Die „Highly Cited Researcher“-Liste führt diejenigen Forschenden auf, deren Arbeiten Fachkolleginnen und Fachkollegen weltweit am häufigsten in ihren eigenen Arbeiten zitiert haben. Nur diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im vergangenen Jahrzehnt an mehreren der Top-ein-Prozent der meistzitierten Publikationen ihres Fachgebiets beteiligt waren, werden in den Kreis der „Highly Cited Researchers“ aufgenommen. In diesem Jahr sind das weltweit nur rund 6.900 Personen.

Folgende Expertinnen und Experten des UKSH wurden als Highly Cited Researcher ausgezeichnet:

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Prof. Dr. Ralf Baron leitet die Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie an der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel. Seit rund 30 Jahren erforscht er die Mechanismen der Entstehung und Chronifizierung von Nervenschmerzen sowie die Therapie neuropathischer Schmerzsyndrome. Anfang der 2000er Jahre gründete er den „Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz“. Innerhalb dieses deutschlandweiten Netzwerks wurden große Datenbanken aufgebaut und Patientinnen und Patienten anhand ihrer Beschwerden genau charakterisiert. Inzwischen ist das Netzwerk europaweit etabliert und bündelt Forschungsgruppen, die auf dem Gebiet Nervenschmerzen tätig sind. Dadurch war es möglich, Untergruppen von Patientinnen und Patienten zu bilden, die von einer spezifischen Therapie profitieren können.

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Prof. Dr. Stefan Borgwardt ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP) des UKSH, Campus Lübeck. Der Schwerpunkt von Prof. Borgwardts translational ausgerichteter Forschung ist die Früherkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen mittels bildgebender und computationaler Methoden, die Untersuchung der Hirn-Darm-Achse sowie die Implementierung innovativer Therapieverfahren. Die Ziele der Translational Psychiatry Unit (TPU) sind Verfahren für die klinische Diagnostik und Prognostik zu etablieren, die Mechanismen psychiatrischer und psychosomatischer Erkrankungen in der individuellen Patientin oder im individuellen Patienten zu erkennen und zielgerichtete Therapieempfehlungen im Sinne der Precision Psychiatry zu ermöglichen. (Foto: © SoulPicture)

Professor Deuschl (Bild Pressemitteilung)

Prof. Dr. Günther Deuschl leitete vom 1995 bis 2016 die Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel. Nach 2018 wurde er zum ersten Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der CAU ernannt und leitet die Forschungsgruppe Tremor an der Klinik für Neurologie. Prof. Deuschl gehört zu den weltweit führenden Tremor-Experten und gilt als einer der führenden Neurologen bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit und anderer Bewegungsstörungen mithilfe der tiefen Hirnstimulation. Als Leiter eines internationalen Konsortiums entwickelte er 1998 die erste Klassifikation der Tremorformen des Menschen. An der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel, baute er einen Schwerpunkt für die Behandlung von Menschen mit Bewegungsstörungen und Parkinson auf und etablierte die tiefe Hirnstimulation als wichtige Behandlungsmethode.

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Prof. Dr. Axel Hauschild ist Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leiter der Arbeitsgruppe für Dermatologische Onkologie am UKSH, Campus Kiel. Seine klinischen Schwerpunkte liegen in der Diagnose und Behandlung von schwarzem Hautkrebs (Melanom) und anderen Krebserkrankungen der Haut. Prof. Hausschild war Studienleiter von mehr als 120 klinischen Studien zu verschiedenen Krebserkrankungen der Haut. In Anerkennung seiner klinischen und wissenschaftlichen Leistungen für die Hautkrebstherapie erhielt Hauschild 2003 den Deutschen Hautkrebspreis und 2011 den Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft.

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Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld ist Biochemiker und Seniorprofessor am Institut für Molekulare Medizin der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sowie Mitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI). Sein Forschungsschwerpunkt ist die strukturelle Aufklärung von Coronaviren. Prof. Hilgenfeld klärte 2002/2003 die weltweit ersten beiden Kristallstrukturen von Coronavirus-Proteinen auf und lieferte erste Erkenntnisse zur Entwicklung potenzieller neuer Hemmstoffe. Im Rahmen des SARS-CoV-2-Ausbruchs im Januar 2020 hatte Prof. Hilgenfeld die erste Kristallstruktur der Hauptprotease von SARS-CoV-2 aufgeklärt, auf deren Basis ein neuer Hemmstoff entwickelt wurde. Diese Arbeiten dienen als Grundlage weitere Medikamente gegen SARS-CoV-2 (z.B. Nirmatrelvir/Paxlovid und Ensitrelvir).  (Foto: Thomas Berg / www.bilderberg.tv)

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Prof. Dr. Martin Kircher ist Professor für Regulatorische Genomik an der Universität zu Lübeck, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Humangenetik am UKSH, Campus Lübeck, und Arbeitsgruppenleiter am Berlin Institute of Health (BIH) der Charité – Universitätsmedizin Berlin, wo ein Teil seiner Forschungsgruppe angesiedelt ist. Seine Forschung umfasst die Bereiche Sequenzanalyse, Data Mining, maschinelles Lernen und funktionelle Genomik, wobei ein Fokus auf computergestützten Ansätzen zur Identifizierung funktionell relevanter genetischer Veränderungen bei Krankheiten liegt. (Foto: Berlin Institute of Health)

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Prof. Dr. Christine Klein ist Direktorin des Instituts für Neurogenetik und Leiterin der Sektion Neurogenetik an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, und Mitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI). Prof. Klein und ihre Arbeitsgruppe forschen an seltenen erblichen Störungen wie den familiären Parkinsonsyndromen oder Dystonien, einer Gruppe von Bewegungsstörungen, die ihren neurologischen Ursprung in den motorischen Zentren im Gehirn haben. Prof. Kleins Fokus liegt dabei besonders auf der Fragestellung, weshalb viele Menschen, die Träger einer krankheitsverursachenden genetischen Mutation sind, nicht erkranken, sondern gesund bleiben. Ein weiteres Ziel der Arbeitsgruppe ist es, herauszufinden, inwieweit die jeweilige genetische Ausstattung der Patientinnen und Patienten dazu führt, dass Therapien bei einigen von ihnen erfolgreich sind; andere jedoch mehr von alternativen Methoden profitieren. (Foto: Christoph Westenberger)

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PD Dr. Frank Leypoldt ist Oberarzt der Klinik für Neurologie, Facharzt für Laboratoriumsmedizin und zählt zum Leitungsteam des Instituts für Klinische Chemie (Zentrallabor) des UKSH, Campus Kiel. Seit über 15 Jahren erforscht der Neurologe und Labormediziner unter anderem in Hamburg, Barcelona und seit 2014 am UKSH und an der CAU Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) aus verschiedenen Perspektiven. Insbesondere die durch Antikörper vermittelte autoimmune Enzephalitis wurde in den vergangenen 20 Jahren als eine häufig unerkannte aber therapierbare Erkrankung entdeckt. Sie kann spontan ohne erkennbaren Auslöser, jedoch auch durch unerkannte Tumorerkrankungen und nach Virus-Entzündungen des Gehirns auftreten. Leypoldts Arbeit hat maßgeblich zur Entwicklung von Tiermodellen, Nachweis der viralen Auslöser und zur Verbesserung der Diagnostik und Therapie beigetragen.

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Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Schreiber ist Direktor der Klinik für Innere Medizin I und Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie der CAU und des UKSH, Campus Kiel, sowie Sprecher des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI). Die Mechanismen von Entzündungen und die Entwicklung neuer Therapien für chronisch-entzündliche Erkrankungen sind seit vielen Jahren der Forschungsschwerpunkt von Prof. Schreiber. Aufbauend auf neuen molekularen Erkenntnissen erforscht er innovative Ansätze zur Prävention und Therapie dieser Krankheiten. Auf Schreibers Initiative formierte sich 2004 das Netzwerk Entzündung an Grenzflächen (Inflammation at Interfaces), das von 2007 bis 2018 über die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wurde und seit 2019 als Exzellenzcluster Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) weitergeführt wird. Kürzlich erhielt er die Ehrendoktorwürde der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften.

Link zur Liste von Clarivate Analytics:
https://clarivate.com/highly-cited-researchers/

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Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
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