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10 Jahre Pankreaszentrum am UKSH, Campus Lübeck

Donnerstag, 07. September 2023

Neue Anlaufstelle bei Zysten in der Bauchspeicheldrüse

Seit zehn Jahren besteht das Pankreaskrebszentrum der Klinik für Chirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Lübeck. Es zählt zu den größten Zentren für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in Deutschland. Über 1.000 Patientinnen und Patienten wurden bislang hier an der Bauchspeicheldrüse operiert. Am 11. Oktober findet zum zehnjährigen Bestehen des Zentrums ein Jubiläumssymposium der Klinik für Chirurgie in Lübeck statt. Expertinnen und Experten werden dort über Forschungsergebnisse und klinische Entwicklungen bei der Behandlung der Krebserkrankung berichten. Mehr zu Veranstaltung

In enger Zusammenarbeit der Klinik für Chirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. Tobias Keck) und der Medizinischen Klinik I (Prof. Dr. Jens Marquardt), Campus Lübeck, wurde im Pankreaskrebszentrum ein interdisziplinäres Board für Zysten und zystische Tumore neu eingerichtet, eine wöchentliche Fachkonferenz. An dieses Board können sich auch Ärztinnen und Ärzte aus Praxen und anderen Krankenhäusern mit unklaren Fällen wenden. 

Pankreaszysten sind kleine, sekretgefüllte Bläschen, die häufig als Zufallsbefund im Rahmen einer hochauflösenden bildgegebenen Diagnostik (Ultraschall, Computertomografie, MRT) entdeckt werden. In den meisten Fällen sind diese Zysten gutartig und erfordern keine Therapie. Einige wenige Zysten können sich jedoch verändern und gelten als Vorläufer für bestimmte Arten des Pankreaskrebses. Im Rahmen des Zystenboards nehmen Fachärztinnen und -ärzte der Pankreaschirurgie und Gastroenterologie eine individuelle Risikoabschätzung vor und entwerfen eine Überwachungsstrategie, um rechtzeitig die operative Entfernung der Zyste zu gewährleisten.

Es wird zudem die Aufnahme in das am Campus Lübeck beheimatete deutschlandweite Pankreaszysten-Register (GerPaCyst) angeboten, eine Plattform, die anhand großer Datenmengen ein Risikomodell zur Abschätzung des individuellen Gefährdungspotenzials errechnen soll. „Mit diesen Angeboten und einer umfassenden Beratung möchten wir den Betroffenen mit Pankreaszysten einen sorgenfreien Alltag ermöglichen. Auch das Einholen einer Zweitmeinung ist jederzeit möglich“, sagt Prof. Keck.

Kontakt zum Pankreaszystenboard: pankreas.luebeck@uksh.de

Pankreaskrebs ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen weltweit. Neben der Operation mit dem Ziel der vollständigen Tumorentfernung haben moderne Systemtherapien vor und nach der Operation eine wichtige Bedeutung erlangt. Wenn der Tumor nicht durch eine Operation entfernt werden kann, spielt die medikamentöse Behandlung eine große Rolle, die Thema aktueller Forschungsprojekte der Klinik für Chirurgie ist. Die Klinik ist als Referenzzentrum für chirurgische Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse und als Pankreaskrebszentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Eingriffe werden hier überwiegend minimalinvasiv und robotergestützt durchgeführt. Zur optimalen Beratung hinsichtlich Operationen, Chemo- und Schmerztherapien, Ernährung oder ergänzenden Therapien bietet die Klinik gemeinsam mit dem gastroenterologischen Team eine Spezialsprechstunde an.

Das Pankreaskrebszentrum am Campus Lübeck ist wie das gleichnamige Zentrum am Campus Kiel Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH), einem Zusammenschluss aller onkologischen tätigen Einrichtungen des UKSH und der Universitäten in Kiel und Lübeck.

Für Rückfragen von Journalistinnen und Journalisten steht zur Verfügung

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Klinik für Chirurgie, Prof. Dr. Tobias Keck, Tel.: 0451 500-40100, tobias.keck@uksh.de
Medizinische Klinik I, Prof. Dr. Jens Marquardt, Tel.: 0451 500-44101, jens.marquardt@uksh.de 


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