Arbeitsgruppe Pharmakonutrition

Leiter: Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich

Im Fokus der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition steht die bestmögliche Verknüpfung von Arzneimittel- und Ernährungstherapie. Hier verbinden sich die Teildisziplinen Pharmakologie, Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin zu einem innovativen, interdisziplinären Forschungs- und Therapieansatz. Auf diese Weise werden Arzneimitteltherapien nicht nur verträglicher, sondern auch wirksamer. Die Translationale Pharmakonutrition umfasst drei klinisch relevante Anwendungsgebiete:

Einsatz hochdosierter, isolierter Lebensmittelinhaltsstoffe

Im Rahmen bestimmter Indikationen ist es möglich, präventive oder therapeutische Wirkungen durch einzelne Lebensmittelinhaltsstoffe zu erzielen. Klassisch in diesem Bereich ist die Anwendung verschiedener Mikronährstoffe, Fettsäuren und sekundärer Pflanzenstoffe. Wir erweitern dieses Forschungsfeld um die gesundheitlichen Wirkungen von Ballaststoffen, Fastenmimetika (calorie restriction mimetics) sowie Prä-, Post- und Synbiotika.

Therapeutische Nutzung von Arzneimittel-Lebensmittel-Interaktionen

In der klinischen Praxis gibt es zahlreiche Arzneimittel-Lebensmittel-Interaktionen, die zu einer Abschwächung oder Verstärkung der Arzneimittelwirkung führen können. Mit innovativen und datenbasierten Ansätzen arbeiten wir daran, diese Wechselwirkungen nicht nur zu vermeiden, sondern sogar therapeutisch nutzbar zu machen. Da viele Arzneimittel von Darmbakterien abgebaut oder aktiviert werden, hängt die Arzneimittelwirkung auch von der Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota ab – und damit von der individuellen Ernährungsweise. Durch metabolische Effekte können sich Interventionen wie eine ketogene Ernährung oder zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme (time restricted feeding) auf die Wirkung verschiedener Arzneimittel auswirken.

Steigerung der Verträglichkeit von Arzneimitteltherapien

Viele Nebenwirkungen von Medikamenten sind direkte Folge von unerwünschten Effekten auf den Ernährungszustand, den Stoffwechsel oder den Mikronährstoffhaushalt. Durch personalisierte Ernährungsinterventionen und die spezifische Supplementation von Mikronährstoffen werden Arzneimitteltherapien nebenwirkungsärmer und verträglicher. Dadurch verbessert sich nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten, sondern sogar Wirksamkeit der Arzneimitteltherapie.

Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich

Institut für Ernährungsmedizin
Arbeitsgruppenleiter Pharmakonutrition
Tel.: 0451 500-3101-8401