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Aneuploidiescreening von Eizellen – ökonomisch sinnvoll oder nicht?

30.03.2020

Hr. Dr. med. Kay Neumann vom Universitären Kinderwunschzentrum Lübeck befasst sich in einer jünst publizierten und frei zugänglichen Kosteneffizienz Analyse mit Sinn und Unsinn des sog. „Aneuploidiescreenings“ mittels Polkörperdiagnostik (PKD) aus einer ökonomischen Perspektive. Es werden die finanziellen Kosten der PKD aus Patientensicht im deutschen Gesundheitswesen mittels eines entscheidungsanalytischen Modells untersucht. Durch die PKD werden sicher nicht entwicklungsfähige Eizellen von einer Übertragung ausgeschlossen. Somit müssen weniger Embryonenübertragungen (auch: Übertragungen nach zwischenzeitlicher Kryokonservierung) durchgeführt werden, um einer Frau zu einer Schwangerschaft zu verhelfen. Auch das Risiko für eine Fehlgeburt, ausgelöst durch die Übertragung einer nicht-entwicklungsfähigen Eizelle, kann durch die PKD vermindert werden. Leider ist die PKD aber mit hohem Aufwand und deshalb auch hohen Kosten verbunden. Nach Analyse von Neumann et al., erhöht die PKD die Kosten pro Lebendgeburt, die gesetzlich versicherte durch 50% Zuzahlung beisteuern müssen, um 208%. Eine Schwellenwertanalyse zeigt, dass für gesetzlich versicherte Paare mit 50% Kostenübernahme der ICSI durch die GKV, erst bei sehr niedrigen Kosten (rd. 560 Euro) für die PKD inklusive genetischer Untersuchung eine Kostenneutralität erzielt werden könnte. Die inkrementellen Kosten pro verhindertem Abort betragen rund 70 000 – 75 000 Euro. Die Aneuploidieuntersuchung von Eizellen durch PKD und aCGH im Rahmen einer assistierten Reproduktion wäre deshalb unter Kosten-Wirksamkeits-Aspekten nur bei deutlich geringeren Kosten für die Paare empfehlenswert. Volltext als .pdf.