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Hinweise für Angehörige

Ein Tagebuch schreiben

In Deutschland sind immer noch nicht flächendeckend implementiert und nicht überall zu finden. Die größten Probleme sind hierbei Zeit- und Personalmangel, deshalb werden zunehmend Tagebücher angeboten, die die Angehörigen selbst schreiben.

Beginnen Sie einfach. Holen Sie sich eins der UKSH Intensivtagebücher und schreiben Sie vorne drauf den Namen, vielleicht kleben Sie auch ein Foto der Person ein. Fragen Sie die Pflegenden, ob Sie das Tagebuch am Bett der Patientin, bzw. des Patienten lassen können und bitten Sie die Pflegenden und andere Mitarbeitenden, etwas einzutragen, wenn sie die Zeit dazu finden.

Worüber Sie als Angehörige, Familie und Freunde schreiben können

Schreiben Sie

  • Wie es zum Intensivaufenthalt gekommen ist

  • Über den Zustand der Patientin, bzw. des Patienten,

  • Über medizinische Maßnahmen,

  • Meilensteine in der Entwicklung wie das erste Öffnen der Augen, erstes Aufsetzen usw.,

  • Ihre Gefühle, auch Sorgen und Ängste, bedenken Sie aber, dass auch andere das Tagebuch vielleicht lesen werden

  • Alles, was die Patientin, bzw. den Patienten interessieren könnte, zum Beispiel wie es zu Hause geht, was die Enkel machen, Freunde, Haustiere usw.

Hierbei kann wichtig sein:

  • Laden Sie die Pflegenden und Ärztinnen und Ärzte zum Mitschreiben ein

  • Versuchen Sie, jeden Tag einen Eintrag von ein bis zwei Seiten zu schreiben

  • Schreiben Sie das Datum dazu

  • Konzentrieren Sie sich auf den Inhalt und nicht auf Rechtschreibung oder Schönschrift.

  • Machen Sie Fotos, wenn die Patientin, bzw. der Patient wieder zustimmen kann

  • Ergänzen Sie die Einträge ggf. mit gemalten Bildern, zum Beispiel von Kindern oder Enkeln

  • Schreiben Sie auch nach Verlegung von der Intensivstation noch einige Zeit weiter.

Wenn Sie das Tagebuch am Bett lassen, laden Sie die Mitarbeitenden ein, mitzuschreiben. Dies ist allerdings aufgrund von Zeitproblemen nicht immer möglich.

Beachten Sie dabei, nicht zu privat oder intim zu schreiben, denn es kann sehr gut sein, dass andere Personen das lesen, was Sie geschrieben haben, z.B. andere Besuchende oder Mitarbeitende, die selbst etwas reinschreiben. Sollten Sie dennoch das Bedürfnis haben, etwas zu schreiben, was Ihnen aber gleichzeitig peinlich sein könnte, wenn andere es lesen, dann schreiben Sie lieber zuhause ein zweites Tagebuch.

Fotos und Bilder

In einigen Studien wurden auch Fotos von Patient*innen auf Intensivstationen gemacht - diejenigen Patientinnen und Patienten, die diese Fotos später sehen wollten, fanden es sehr hilfreich, um alles zu verstehen. Andere Patientinnen und Patienten fanden solche Fotos vielleicht erschreckend. Man kann also kein pauschales Urteil abgeben, ob es sinnvoll ist, Fotos zu machen. Hinzu kommt, dass Sie nur dann Fotos machen dürfen, wenn Patientinnen und Patienten selbst einverstanden sind. Rechtlich brauchen Sie das Einverständnis, selbst wenn Sie verheiratet sind. Gesetzliche Bevollmächtigte, gesetzliche VertreterInnen und andere benötigen eine gesonderte Genehmigung zur Erlaubnis von Bildmaterial.

Wenn die Patientinnen und Patienten also wieder wacher und geschäftsfähig sind und zustimmen, dann können Sie Fotos machen. Achten Sie dabei darauf, dass die Person nicht alleine auf dem Foto zu sehen ist, sondern Sie oder andere Menschen mit zu sehen sind - sonst denkt die Person später, er oder sie wäre alleine dort gewesen. Kleben Sie die Fotos noch nicht in das Tagebuch, sondern warten Sie damit, bis Sie danach gefragt werden. Es kann für Patientinnen und Patienten im ersten Augenblick sehr belastend sein, diese Fotos zu sehen, auch wenn Patientinnen und Patienten, die in Studien dazu befragt worden sind, es als sehr hilfreich darstellten.

Sie können natürlich auch andere Fotos nutzen: von Familienfesten, an denen die Person nicht teilnehmen konnte, vom Garten, vom Fußballverein usw. Auch Bilder oder Gedichte, die die Kinder gemacht haben, können in das Tagebuch geklebt werden. Und Briefe oder Postkarten sowieso.

Kontakt

PD Dr. rer. hum. biol. Peter Nydahl, BScN, MScN

Pflegeforschung UKSH, angegliedert an den Vorstand für Krankenpflege und Patientenservice
Pflegewissenschaftler, Krankenpfleger, Praxisanleiter, Kurs- und Weiterbildungsleiter für Basale Stimulation, Pflegeexperte Menschen im Wachkoma

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