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Fortpflanzungsmedizin in Kiel: Technische Erfolge trotz knapper Kassen

17.02.2005

Für den 19. Januar 2005 hatte Prof. Dr. Walter Jonat, Direktor der Universitätsfrauenklinik Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, die schleswig-holsteinischen Frauenärzte zu zwei Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Reproduktionsmedizin eingeladen.
Dieses Angebot, das nachmittags in der Frauenklinik in Kiel und abends im Deutschen Haus in Flensburg stattfand, wurde von vielen niedergelassenen Frauenärzten in Kiel und in Flensburg angenommen - " Ein positives Beispiel für gelungenen Wissenstransfer von der Universität an die niedergelassenen Praktiker", so Prof. Jonat.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung von Prof. Lieselotte Mettler, Leiterin der Sektion Reproduktionsmedizin, die über die 20-Jährige Geschichte der Kieler Fortpflanzungsmedizin und skizzierte Zukunftsperspektiven und Visionen dieser Spezialdisziplin referierte.
Anschließend stellte Oberarzt Dr. Andreas Schmutzler den Fachkollegen die Ergebnisse seines Forschungsteams vor: Nach zweijährigen Vorversuchen wurde Anfang 2004 in Kiel die sogenannte Präimplantationsdiagnostik durch Polkörper-Screening eingeführt. Hierfür wird den Eizellen von Frauen mit Kinderwunsch der sogenannte Polkörper entnommen und genetisch untersucht. Ziel des noch experimentellen Verfahrens ist es, durch gezielte Auswahl gesunder Eizellen die Schwangerschaftschancen der Patientenpaare mit unerfülltem Kinderwunsch zu verbessern. Das Verfahren wurde von der Ethikkommission der Kieler Universität genehmigt, so dass das neue Verfahren im Februar erstmals bei einer Patientin angewandt werden konnte und die erste Geburt im Oktober 2004 erfolgte.
Die Kieler Klinik gehört damit neben Kliniken in Bonn, Wiesbaden, Karlsruhe und München zu den ersten Zentren, die dieses Verfahren erfolgreich angeboten haben.
Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte der Kieler Rechtsanwalt Axel Höper den aktuellen "Kostendschungel" in der Reproduktionsmedizin auf: In vielen Fällen bedeuten die seit 01.01.2004 geltenden Neuregelungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes, dass die Krankenkassen nicht alle Ansprüche der Patienten anerkennen. Hier berät Rechtsanwalt Höper Patienten und führte aus, dass er in 70% der Fälle die Dinge außergerichtlich im Sinne der Patienten habe klären können.
Übereinstimmung aller wurde mit dem Satz des Bundespräsidenten Köhler: "Deutschland braucht mehr Kinder" erzielt, bei gleichzeitigem Unverständnis, dass in dieser Situation die Übernahme der Behandlungskosten für ungewollt kinderlose Paare um die Hälfte gekürzt wurde. Nach Angaben des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren bedeutet dies einen Geburtenrückgang von über 10.000 Kindern in Deutschland im vergangenen Jahr. So lautete denn auch die abschließende Frage der Anwesenden: Können wir uns das eigentlich leisten?

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

Dr. Andreas Schmutzler, Frauenklinik Kiel des UK S-H, Tel. 0431-597-2100


Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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