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UK S-H: Bilanz nach vier Jahren Fusion

16.04.2007

Durch Entscheidung der Landesregierung wurden die beiden Universitätskliniken Lübeck und Kiel mit Wirkung zum 1. Januar 2003 fusioniert. Am 1. Oktober 2003 übernahm der jetzige Vorstand die Leitung des Universitätsklinikums. Zielsetzung der Landesregierung war es, "angesichts des Strukturwandels und des zunehmenden Kostendrucks im Gesundheitswesen Leistungskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulmedizin in Kiel und Lübeck langfristig zu sichern und weiter zu verbessern."

Vorstand und Beschäftigten des UK S-H ist es gelungen, in Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen den
Fusionsprozess positiv zu gestalten und einen Großteil dieser Zielsetzung bereits heute zu erreichen.

Forschung und Lehre
Die Landesregierung hatte gefordert, die "Forschung soll durch die Konzentration auf Schwerpunkte verbessert und das Drittmittelaufkommen gesteigert werden. Exzellente und innovative Lehre sind als ein weiterer Schwerpunkt zu nennen."

Die Forscher am UK S-H konnten das Drittmittelaufkommen deutlich von 27,4 Millionen Euro im Jahre 2003 auf 43,8 Millionen Euro im Jahre 2006 steigern - als Ausdruck intensivierter Forschungsaktivitäten und Beleg dafür, dass durch die Fusion die Voraussetzungen für die Einwerbung von Drittmitteln nachhaltig verbessert werden konnten.

Neu seit der Fusion sind ein campusübergreifender Sonderforschungsbereich zum Thema Neuroplastizität und Schlaf etabliert worden sowie ein Transregio zum Thema Immunantwort und Lunge und eine klinische Forschergruppe in der medizinischen Genetik. Auch die aus dem UK S-H hervorgegangene Exzellenzinitiative "Entzündung an Grenzfl ächen" hat gute Chancen auf eine positive Begutachtung in der nächsten Auswahlrunde. Beide Standorte schneiden in der Ausbildung von Medizinstudenten in bundesweiten Vergleichstests hervorragend ab.

Strukturelle Veränderungen:

Baulicher Masterplan
Bauliche Veränderungen am UK S-H sind für die Verbesserung der Betriebsstrukturen und der Behandlungsabläufe zwingend erforderlich. Daher wurden die bisherigen überwiegend singulären Interessen dienenden Baumaßnahmen (Beispiele: Neurozentrum in Kiel, Transplantationszentrum in Lübeck), durch einen übergreifenden baulichen Masterplan für beide Standorte ersetzt. Erste Umsetzungsschritte dieses Masterplans sind die Integration von drei statt wie geplant zwei Kliniken ins neue Neurozentrum am Campus Lübeck sowie die Errichtung einer zentralen klinikübergreifenden OP-Abteilung am Campus Kiel. Mit der Umsetzung des Masterplans wird sich beispielsweise die Zahl der Operationssäle am Campus Kiel von 47 auf 28 und in Lübeck von 36 auf 28 reduzieren.

Organisatorische Veränderungen:

Reorganisation von Verwaltung und Funktionseinheiten
Ziel der Fusion war es, Managementstrukturen zu verschlanken und zu vereinheitlichen. Dazu wurden die an jedem Standort vorhandenen Verwaltungseinheiten unter jeweils einer Leitung zusammengefasst und um die Hälfte reduziert. Die bisherigen 17 Dezernate wurden auf 9 neue Dezernate reduziert. Ebenso wurden Funktionsbereiche zentralisiert, unter anderem die klinischen Labore, der Blutspendedienst und die Instrumentensterilisation. Die dargestellte Neuordnung der Organisationsform erlaubt eine optimale Nutzung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen innerhalb der Dezernate.

Vereinheitlichung der Informationstechnologie
Die Chance der Fusion, die komplexen IT-Strukturen zweier Großklinika neu zu organisieren und zu vereinheitlichen, wurde durch ein innovatives campusübergreifendes IT-Konzept genutzt. Die unterschiedlichen Hard- und Software-Anwendungen an den beiden Standorten wurden in einem aufwendigen Prozess integriert und modernisiert, um campusübergreifend ein papierloses Krankenhaus zu etablieren. Finanzielle Unterstützung für dieses Projekt, das im Jahre 2010 abgeschlossen sein wird, kommt von Bund und Land, die dafür 12 Millionen Euro bereitstellen. Durch den Einsatz einer innovativen Software der Firma Agfa Healthcare können damit die Anforderungen des sich im Wandel befi ndlichen Gesundheitswesens erfüllt werden. 

Risiko- und Qualitätsmanagement
Das UK S-H hat ein umfassendes Risikomanagement nach dem Vorbild der Lufthansa eingeführt. Es dient dazu, mögliche Ursachen von Fehlern zu beseitigen, bevor sie entstehen - als Grundlage für ein hohes Maß an Patientensicherheit.

Beschäftigungspakt
Mit dem Abschluss eines Beschäftigungspakts im Jahre 2004 konnte eine Arbeitsplatzsicherheit der Beschäftigten bis Mitte des Jahres 2008 bei gleichzeitiger Entlastung der Personalkosten um rund 8 Millionen Euro für die Laufzeit des Beschäftigungspaktes vereinbart werden. Durch diese Tarifbindung konnte das UK S-H während der Streikphase in den anderen Kliniken stets seine qualitativ hochwertige medizinische Betreuung sicherstellen. Aktuell werden gemeinsam mit den Unikliniken Greifswald und Rostock und den Tarifvertragsparteien Tarifverhandlungen geführt. Hier steht ein Abschluss im Sommer 2007 in Aussicht.

Neustrukturierung der Pflege und des Patientenservice
Durch die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Neustrukturierung der Kommunikation konnte die Führungsebene im Pfl egedienst neu organisiert und damit um 100 Führungskräfte verschlankt werden. Die Physiotherapie wurde campusbezogen zentralisiert. Neben der Betreuung der stationären Patienten des Klinikums können jetzt auch die Mitarbeiter und die allgemeine Öffentlichkeit die Leistungen der Physiotherapie in der dafür neu eingerichteten physiotherapeutischen Ambulanz in Anspruch nehmen. Auch Sozialdienst und Pfl egeüberleitung wurden umstrukturiert und stehen den Patienten unterstützend bei speziellen Fragestellungen wie beispielsweise der pfl egerischen Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt pro Standort zur Verfügung.

Institut für Forschung und Lehre in der Pflege
Im März 2007 hat die Universität zu Lübeck die Gründung eines Instituts für Forschung und Lehre in der Pflege beschlossen. Damit werden die Bestrebungen des UK S-H, auch bei der wissenschaftlichen Entwicklung der Pfl ege eine Vorreiterrolle zu übernehmen, nachhaltig unterstützt.

Gründung Medizinischer Leistungszentren
Die einzelnen Kliniken und Institute sind in medizinische Leistungszentren mit eigener Zentrumsleitung zusammengefasst worden - statt bisher über 70 Kliniken und Institute gibt es jetzt acht Leistungszentren pro Standort. Ausgestattet mit eigener Budgetverantwortung können die medizinischen Leistungszentren unmittelbar selbst durch die Steuerung des Leistungsgeschehens und der Optimierung von Abläufen ihre Wirtschaftlichkeit verbessern. Damit hat das UK S-H eine Vorreiterrolle übernommen. Inzwischen gehen immer mehr Kliniken in Deutschland zu einer Zentrumsbildung über.

Gründung von Tochtergesellschaften
Die psychiatrischen Kliniken des Campus Kiel wurden in eine eigene Tochtergesellschaft als ZIP gGmbH ausgegründet. Diese als Modell gedachte Ausgründung hat sich durch schlanke Organisationsformen, innovative Tarifstrukturen und ein erweitertes Leistungsangebot als Erfolg erwiesen und erzielt positive wirtschaftliche Ergebnisse.
Zwei weitere Tochtergesellschaften sind ebenfalls erfolgreich auf den Weg gebracht worden. Durch die Gründung der Service-Gesellschaft werden Dienstleistungen, die bisher teuer von außen eingekauft werden mussten, kostengünstiger erbracht. So können jährlich etwa vier Millionen Euro eingespart werden. Mit Gründung des Bildungszentrums ist die größte Ausbildungseinrichtung für Gesundheitsberufe in Schleswig-Holstein entstanden. Diese Einrichtung bildet über den eigenen Bedarf des Universitätsklinikums aus und sorgt dafür, dass auch zukünftig qualitativ gut ausgebildetes Fachpersonal in Schleswig-Holstein für die Betreuung der kranken Menschen zur Verfügung steht. Seit 2003 konnten durch die Gründung des Bildungszentrums 3,5 Millionen Euro eingespart werden.

Kooperation und Vernetzung
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein als einziges Krankenhaus der Maximalversorgung strebt eine optimale Patientenversorgung der Bevölkerung Schleswig-Holsteins durch ein gestuftes und gut vernetztes Versorgungskonzept an. Dazu wurden verschiedene Kooperationen mit Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung sowie der Schwerpunktversorgung eingegangen. Etwa 40 verschiedene Kooperationsverträge wurden abgeschlossen. Diese Kooperationsverträge sichern den Patienten im Flächenstaat Schleswig-Holstein einen möglichst ortsnahen Zugang zu einer am Schweregrad seiner Erkrankung orientierten optimalen Behandlung.

Wirtschaftliche Entwicklung:

Die beschriebenen Aktivitäten waren Voraussetzungen, um trotz schlechter Rahmenbedingungen - Schleswig-Holstein hat mittlerweile den niedrigsten Basisfallwert aller Bundesländer - das wirtschaftliche Ergebnis stabil zu halten. Das Defi zit, vor dem der Vorstand im Jahr 2003 stand, betrug 15 Millionen Euro. In den Jahren 2004 bis 2006 kamen zusätzliche Kostenbelastungen und Risiken auf das Universitätsklinikum in Höhe von rund 37 Millionen Euro zu - bedingt beispielsweise durch Tarif- und Preiserhöhungen oder die Absenkung des Landeszuschusses (seit der Fusion um 6,6 Millionen Euro) an das UK S-H. Aufgefangen werden konnte dies teilweise durch die Optimierung von Prozessen und den Abbau von 500 Vollkräften durch Ausschöpfung der normalen Fluktuation. Dadurch konnten bei gleich bleibender Qualität der medizinischen Versorgung allein 22 Millionen Euro eingespart werden.

Im Jahr 2003 hatte die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert, dass ohne die Fusion das jährliche Defizit der Unikliniken in Kiel und Lübeck im Jahre 2006 auf etwa 52,8 Millionen Euro ansteigen würde. Durch die Fusion und mit den von Roland Berger vorgeschlagenen Maßnahmen hätte das Defi zit im Jahre 2006 auf 25 Millionen Euro reduziert werden können. Tatsächlich aber ist das Ergebnis des Geschäftsjahres 2006 um mehr als 10 Millionen besser als erwartet und liegt voraussichtlich bei 14,3 Millionen Euro. Dies zeigt, dass die Anstrengungen aller Beschäftigten des UK S-H Wirkung zeigen und die Fusion erfolgreich ist.

Ausblick

Die weiteren Bestrebungen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, einerseits durch Erschließung weiterer Synergieeffekte Kostensenkungen zu erreichen und andererseits durch den Ausbau des Leistungsangebotes zusätzliche Umsatzerlöse zu erzielen, werden zu einer wirtschaftlichen Gesundung des Unternehmens führen. Die durch die Fusion eingeleitete positive Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Dazu werden der Bau eines Partikeltherapiezentrums in Kiel, die Errichtung von Patientenhotels sowie die weitere konsequente Umsetzung der baulichen Masterpläne an beiden Standorten einen wesentlichen Beitrag leisten, ebenso der weitere Ausbau des nationalen und internationalen Kooperationsnetzwerkes, speziell der sehr guten Kooperation mit den Krankenhäusern in Dänemark.


Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708