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UKSH-Wissenschaftler entdecken Therapiemöglichkeit für Narkolepsie

09.11.2011

Wissenschaftler am Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, konnten weltweit erstmalig nachweisen, dass die Gabe des Wirkstoffs OrexinA/Hypocretin-1 in Form von Nasenspray einen regulierenden Einfluss auf die Schlaf-Wach-Krankheit Narkolepsie haben kann. Die Ergebnisse der Pilotstudie wurden nun im Wissenschaftsjournal „Sleep Medicine“ veröffentlicht.

Narkolepsie ist eine die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigende Erkrankung der Schlaf-Wach-Regulation. Im Gegensatz zu Gesunden haben Narkolepsiepatienten eine gestörte nächtliche Hauptschlafphase. Dadurch leiden sie unter einer vermehrten Tagesschläfrigkeit, die mehrfach am Tag zu Einschlafattacken in unangebrachten oder sogar gefährlichen Situationen führen kann. Ein weiteres, die Lebensqualität beeinträchtigendes Symptom sind die sogenannten Kataplexien. Hierbei handelt es sich um einen durch Emotionen (z.B. Lachen, Freude, Ärger, Überraschung, Erschrecken) ausgelösten plötzlichen Verlust der Muskelkraft, der z.B. zu Stürzen führen kann. Derzeit stehen sowohl für die Schlaf-Wach-Störung als auch für die Kataplexien bei Narkolepsie nur sogenannte symptomatische Behandlungen zu Verfügung, die die Symptome zwar abschwächen können, aber nicht an der Ursache der Erkrankung ansetzen.

Dr. Paul Christian Baier, Facharzt für Neurologie am Zentrum für Schlafmedizin des ZIP: „Unsere Ergebnisse sind deshalb sehr beachtenswert, weil sie der erste Schritt für eine ursächliche Therapie der Narkolepsie sein könnten. Diese Entdeckung ermutigt uns und andere Arbeitsgruppen, in diese Richtung weiter zu forschen. Allerdings stehen wir, bei allem berechtigten Optimismus, ganz am Anfang eines langen und mühseligen Weges. Wir hoffen, dass er in einigen Jahren zu einer für die Patienten verfügbaren Therapie führen wird.“

1998 wurde von zwei unabhängigen Arbeitsgruppen ein Botenstoff im zentralen Nervensystem identifiziert, der OrexinA bzw. Hypocretin-1 genannt wurde. Kurz nach der Entdeckung dieses Botenstoffes wurde klar, dass bei etwa 95 Prozent der Narkolepsiepatienten ein Mangel von Orexin-A/Hypocretin-1 im zentralen Nervensystem herrscht, der sehr wahrscheinlich Auslöser für die Erkrankung ist. Das legt den Gedanken nahe, dass die Gabe von OrexinA/Hypocretin-1, ähnlich wie die Gabe von Insulin bei Diabetes-mellitus Typ I, eine ursächliche Behandlung der Erkrankung sein könnte. Allerdings führt aufgrund der Blut-Hirn-Schranke weder eine orale, noch eine parenterale Gabe in Form von Spritzen zu einer ausreichenden Wirksamkeit im zentralen Nervensystem. Bekannt ist jedoch, dass manche dem Orexin-A/Hypocretin-1 ähnliche Botenstoffe bei Gabe als Nasenspray die Blut-Hirn-Schranke umgehen können und eine ausreichende Wirksamkeit im zentralen Nervensystem entfalten. In der jetzt publizierten Studie wurde erstmalig gezeigt, dass diese Form der Anwendung von Orexin-A/Hypocretin-1 tatsächlich zu funktionellen Effekten auf den Schlaf von Patienten mit Narkolepsie führt.

Publikation

Autoren:
P.C. Baier, M. Hallschmid , M. Seeck-Hirschner, S.L. Weinhold, S. Burkert, N. Diessner, R. Göder, J.B. Aldenhoff, D. Hinze-Selch

Titel:
„Effects of intranasal hypocretin-1 (orexin A) on sleep in narcolepsy with cataplexy“

Journal:
Sleep Medicine

doi:
10.1016/j.sleep.2011.06.015

Online verfügbar:
31.10.2011

Für Rückfragen steht zur Verfügung

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Zentrum für Integrative Psychiatrie, Campus Kiel, Dr. Paul Christian Baier, Tel.: 0431 9900-4168, E-Mail: p.baier@zip-kiel.de


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Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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