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Forscher zeigen, wie CT-Bilder des Gehirns das Zeitfenster für die Schlaganfall-Therapie sichtbar machen

01.02.2017

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Je schneller Patienten behandelt werden, desto größer ist die Chance für eine gute Erholung. Hinzu kommt, dass die sogenannte Thrombolyse – die medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels – nur innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Schlaganfallbeginn eingesetzt werden kann. Bei späterer Therapie profitieren Patienten nicht mehr und das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen steigt. Nur: Bei bis zu einem Viertel der Patienten und vor allem dann, wenn der Schlaganfall im Schlaf auftritt, ist der Beginn der Symptome nicht bekannt. Diese Patienten können dann nicht mit einer Thrombolyse behandelt werden.

Wissenschaftler aus dem Institut für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, haben nun gemeinsam mit Neuroradiologen und Neurologen anderer Universitätsklinken in einer multizentrischen Studie gezeigt, wie die Computertomographie (CT), die bei Schlaganfallpatienten routinemäßig durchgeführt wird, genutzt werden kann, um den Symptombeginn hinreichend präzise zu bestimmen. „Wir machen uns dabei zunutze, dass sich bei einem Schlaganfall Wasser in das Gewebe der betroffenen Hirnregion einlagert“, erläutert Dr. André Kemmling, Oberarzt am Institut für Neuroradiologie des UKSH, Campus Lübeck. Dr. Kemmling hat gemeinsam mit Prof. Dr. Jens Minnerup, Oberarzt an der Klinik für Allgemeine Neurologie der Universität Münster, die Studie initiiert, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Annals of Neurology erschienen ist.

Die Wassermenge ist dabei insgesamt sehr gering. Sie nimmt aber zu, je länger der Schlaganfallbeginn zurückliegt. Im Laborexperiment konnten die Wissenschaftler zunächst zeigen, wie sich der quantitative Wassereinstrom auf die Strahlendichte in der CT auswirkt. Anschließend wurde über die Dichtemessung in der CT im Gehirn von Schlaganfallpatienten der Wassereinstrom in das betroffene Hirngewebe gemessen. Da die unterschiedlichen Graustufen und deren Veränderung mit bloßem Auge häufig nicht zu erkennen sind, haben sich die Wissenschaftler eines Tricks bedient. Sie haben nur in dem Hirnbereich die Dichte gemessen, der auch weniger durchblutet ist. Dieser Bereich ist in der sogenannten CT-Perfusionsmessung wiederum einfach zu erkennen. „Wir konnten zeigen, dass der Bereich des Schlaganfalles im CT einen messbar höheren Wassereinstrom aufweist , je länger der Symptombeginn zurückliegt“, so Dr. Kemmling. Ein weiteres Problem dieses Messverfahrens bestand darin, dass auch ein CT des Zustands vor Symptombeginn notwendig gewesen wäre und dass sich die Graustufen des Gehirns von Mensch zu Mensch unterscheiden können – z.B. in Abhängigkeit vom Alter und von Vorerkrankungen. Da die rechte und die linke Hirnhälfte in der Regel gleiche Graustufen aufweisen, konnten die Wissenschaftler durch Vergleich der Grauwerte im Bereich des Schlaganfalles mit dem spiegelbildlichen Bereich der gesunden Hirnhälfte individuell für jeden Patienten bestimmen, ob der Schlaganfall mehr oder weniger als viereinhalb Stunden zurückliegt. „Momentan ist die Methode für den klinischen Alltag aber noch sehr aufwendig und für die Routineanwendung nicht geeignet“, so Dr. Kemmling. „Wir entwickeln deshalb aktuell eine Methode, die leichter anzuwenden ist, um dann flächendeckend Patienten mit unbekanntem Schlaganfallbeginn zugute zu kommen.“

Die Publikation finden Sie unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28001316

Für Rückfragen stehent zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Institut für Neuroradiologie, Prof. Dr. Peter Schramm
Tel.: 0451 500-17200, E-Mail: peter.schramm@uksh.de

Institut für Neuroradiologie, Dr. André Kemmling
Tel.: 0451 500-17201, andre.kemmling@uksh.de


Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel,
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