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Lungenkrebszentrum des UKSH, Campus Lübeck, von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert

03.12.2018

Erstes universitäres Lungenkrebszentrum in Norddeutschland

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat das Lungenkrebszentrum am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, als erstes norddeutsches universitäres Lungenkrebszentrum zertifiziert. Die Fachexperten lobten im Abschlussgespräch zur Zertifizierung u.a. die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die exzellente Arbeit des interprofessionellen Teams. Eine Zertifizierungsvoraussetzung sind die wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen (Tumorboards), in denen mit allen Behandlungspartnern eine individuell für jeden Patienten zusammengestellte Therapie abgestimmt wird. Weitere wichtige Zertifizierungsanforderungen sind die unterstützenden Angebote wie Psychoonkologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie und Palliativmedizin, die in die Behandlung integriert werden. Darüber hinaus besteht im Rahmen des molekularen Tumorboards die Möglichkeit, einen weiteren Schritt in Richtung Präzisionsmedizin zu gehen und Patienten durch moderne diagnostische Verfahren (z.B. die Sequenzierung des Tumorgenoms) den Zugang zu innovativen, zielgerichteten Therapien zu ermöglichen. Dem Leitungsteam gehören als Internisten und Lungenärzte PD Dr. Daniel Drömann (Ärztlicher Leiter der Medizinischen Klinik III – Pulmologie), Dr. Sabine Bohnet (Leitung thorakale Onkologie, Medizinische Klinik III - Pulmologie), als Chirurgen Prof. Dr. Tobias Keck (Direktor der Klinik für Chirurgie) und PD Dr. Emanuel Palade (Leitung Abteilung Thoraxchirurgie) an. Die Erfüllung der fachlichen Anforderungen und die Weiterentwicklung des Zentrums werden jährlich durch Fachexperten überprüft und alle drei Jahre im Rahmen einer Rezertifizierung bestätigt.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 50.000 Menschen an Lungenkrebs. Obwohl die Diagnostik und Behandlung in den letzten Jahren bereits deutliche Fortschritte gemacht haben, ist eine weitere Verbesserung dringend erforderlich. Dies ist durch den Einsatz modernster Techniken und individueller Therapiekonzepte möglich. Die größten Verbesserungen haben sich in den letzten Jahren durch die Einführung der Immuntherapie ergeben. Der wissenschaftliche Durchbruch hierbei war die Entschlüsselung der Eiweißmoleküle, mit denen sich die Krebszellen vor dem Immunsystem verstecken. Diese neu entdeckten Eiweißmoleküle auf den Tumorzellen legen das menschliche Immunsystem an entscheidenden „Checkpoints“ (Kontrollpunkten) lahm. Die neuen zielgerichteten Medikamente, sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren (Checkpoint-Hemmer), enttarnen den Krebs und das Immunsystem kann die bösartigen Zellen erkennen und zerstören. Trotzdem bleibt auch die Chemotherapie, deren Verträglichkeit sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, weiterhin ein wichtiger Baustein der Behandlung. Für einige Tumoren stehen auch gezielte Therapien zur Verfügung, die als Tabletten zu Hause eingenommen werden. Durch die neuen Medikamente, die am Campus Lübeck des UKSH zur Verfügung stehen, lässt sich auch eine metastasierte Krebserkrankung oft für Jahre kontrollieren. Die Medizinische Klinik III am Campus Lübeck ist an zahlreichen Studien zur Verbesserung der Behandlung von Lungenkrebs beteiligt und kann ihren Patienten dadurch oftmals neue Therapien bereits Jahre vor der Markteinführung anbieten.

Die moderne Thoraxchirurgie ist durch mehrere neue Entwicklungen gekennzeichnet: die minimalinvasive Chirurgie, die Roboter-gestützte Chirurgie und die Kombination mit anderen Behandlungsverfahren. Die Klinik für Chirurgie am Campus Lübeck des UKSH ist mit ihrer großen Expertise in der minimalinvasiven Chirurgie seit vielen Jahren führend. Mit modernen, video-unterstützten Verfahren können Patienten außerordentlich schonend operiert werden. Dadurch wird eine Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes und der Genesungszeit erreicht.

Bei großen Tumoren mit Lymphknotenbefall, die chirurgisch nicht entfernt werden können, besteht die Möglichkeit kombinierter Therapien oder einer alleinigen Strahlentherapie. Auch bei kleinen Tumoren kann die Strahlentherapie sinnvoll eingesetzt werden. Die Strahlentherapie ist zudem eine Option für Patienten mit schweren Begleiterkrankungen, bei denen eine Operation zu riskant wäre, und Patienten, die eine Operation als Therapieform für sich ausschließen. Modernste Geräte ermöglichen eine millimetergenaue Zerstörung der Krebszellen und gleichzeitig eine Schonung des gesunden Gewebes. Auch die Bestrahlung von Metastasen ist durch die neuen Geräte effektiver und schonender. Für geeignete Patienten besteht die Möglichkeit, die Behandlung mit der äußerst präzisen Strahlenchirurgie durchzuführen. Diese Hochpräzisionsbestrahlung ist ein Forschungsschwerpunkt der Strahlentherapie am Campus Lübeck.

Mit der Diagnose Lungenkrebs sind immer einschneidende Veränderungen im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen verbunden. Hilfestellung in dieser Lebenslage ist genauso wichtig wie die Behandlung selbst. Im Lungenkrebszentrum am UKSH kümmern sich nicht nur Ärzte und Pflegekräfte um die Patienten. Jeder Patient und seine Angehörigen erhalten zudem das Angebot einer psychoonkologischen Betreuung. Ein engagiertes Team aus onkologischen Fachpflegekräften, Sozialarbeitern, Physiotherapeuten, Seelsorgern und vielen weiteren Berufsgruppen steht unseren Patienten begleitend zu Seite.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

Bild von Daniel Drömann
PD Dr. Daniel Drömann
Medizinische Klinik III
Ärztlicher Leiter, Leitung Studienzentrum Pneumologie, Stellv. Leitung Lungenkrebszentrum
Telefon Lübeck: 0451 500-45000 | Fax: -45004

 

 


Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708