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Damit mehr Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand überleben: Cardiac Arrest-Center werden zertifiziert

01.08.2019

In Deutschland werden jedes Jahr 75.000 Menschen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand wiederbelebt. In 40 Prozent der Fälle gelingt es, den Kreislauf der Betroffenen kurzfristig zu stabilisieren. Die Prognose dieser Patientinnen und Patienten hängt nun wesentlich davon an, in welcher Klinik sie weiterbehandelt werden. Ein neues Zertifikat soll Cardiac Arrest-Center auszeichnen, die auf die Versorgung nach einer Reanimation spezialisiert sind. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, gehört zu den ersten Kliniken, die dieses Zertifikat erhalten werden, und ist damit Vorreiter in Deutschland.

Prof. Dr. Norbert Frey, Direktor der Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin) und Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH waren in den vergangenen Jahren an der Entwicklung der bundesweiten Kriterien für die Cardiac Arrest-Center federführend beteiligt. „Die Kriterien entsprechen den bestehenden Standards des Universitären Cardiac Arrest Center, UCAC, das im Juli 2017 am UKSH gegründet wurde“, sagt Prof. Frey. Das UKSH, Campus Kiel, gehört zu den acht Pilotkliniken, die vorzeitig auditiert werden. Bereits im Frühjahr dieses Jahres begann hier der Zertifizierungsprozess.

Deutschlandweit haben sich bislang mehr als hundert Kliniken für das Zertifizierungsverfahren beworben und sollen ab sofort auf die entsprechenden Kriterien hin überprüft werden. Die Zertifizierung steht unter dem Dach des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Ziel der Zertifizierung ist es, ein flächendeckendes Netzwerk qualifizierter Zentren in Deutschland zu etablieren, damit mehr Patientinnen und Patienten einen Herz-Kreislauf-Stillstand möglichst ohne schwere gesundheitliche Folgen überleben. Bislang gab es in Deutschland keine einheitlichen Kriterien für solche Zentren.

Mitentscheidend für die Prognose von Menschen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist die Größe der Klinik, in der sie aufgenommen werden, und die damit in Verbindung stehende Anzahl der behandelten Fälle. Am UKSH, Campus Kiel, werden jährlich rund 200 Patientinnen und Patienten nach einer Reanimation oder unter laufender Reanimation eingeliefert. „Damit gehören wir zu den großen Zentren in Deutschland“, sagt Prof. Jan-Thorsten Gräsner. Die Erfahrung der UKSH-Ärztinnen und -Ärzte spiegele sich in den Ergebnissen wieder. „80 Prozent der Menschen, die nach der Behandlung entlassen werden, befinden sich in gutem neurologischem Zustand.“

Für Cardiac Arrest-Center ist es elementar, ein Herzkatheterlabor, Kühlsysteme und Kapazitäten auf der Intensivstation ständig bereit zu halten. Die Zertifizierung erfordert aber vor allem eine perfekt funktionierende, interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit. Regelmäßige Trainingseinheiten des Cardiac Arrest-Teams gehören dazu, ein strukturiertes Qualitätsmanagement und eine intensive Abstimmung mit dem Rettungsdienst und den nachfolgenden Rehabilitationseinrichtungen.

Der Erfolg der Behandlung hängt vom Funktionieren der gesamten Rettungskette ab. Eine besonders wichtige Rolle spielen die Menschen, die Zeuge eines Herz-Kreislauf-Stillstandes werden, der mit Bewusstlosigkeit und Atemstillstand einhergeht. Eine sofortige Herzdruckmassage, die jeder leisten kann, verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen der Betroffenen.

 

Bild von Norbert Frey
Prof. Dr. med. Norbert Frey
Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
Direktor
Telefon Kiel: 0431 500-22800 | Fax: -22804

 

Bild von Jan-Thorsten Gräsner
Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, FERC
Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRUN)
Direktor
Telefon Kiel: 0431 500-31500

 


Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
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    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708