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Alterskrankheiten besser vorbeugen

Freitag, 12. Dezember 2025

Förderung des Forschungskollegs HALT des UKSH und der CAU mit 1,3 Millionen Euro

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) fördert mit 1,3 Millionen Euro ein interdisziplinäres Forschungskolleg des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), in dessen Fokus die Prävention altersbedingter Krankheiten steht. Wissenschaftlich talentierten jungen Ärztinnen und Ärzten soll mit diesem Kolleg ein optimales Umfeld zur Vertiefung ihrer Arbeiten ermöglicht werden. Das Clinician-Scientist-Programm, das Forschung und Facharztweiterbildung verzahnt, startet am 1. April 2026 mit sechs Stellen.

Häufige Krankheiten im höheren Lebensalter wie Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen entstehen schleichend und bleiben meist lange unbemerkt. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte stille Entzündungen, die ähnliche Muster zeigen wie chronische Erkrankungen, zum Beispiel Morbus Crohn und Rheumatoide Arthritis. Ziel des neuen Forschungskollegs HALT (Healthy immune ageing to decelerate the transition from chronic inflammation into age-related diseases) ist es, die molekularen Mechanismen altersbedingter Krankheiten zu erforschen. Sechs Arbeitspakete adressieren verschiedene Aspekte der Forschung, insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Mikrobiom und Entzündungen.

„Ich begrüße diesen großen fächerübergreifenden Ansatz mit besonderem Enthusiasmus, da völlig neue Ansätze einer präzisen Prävention chronischer Erkrankungen zu erwarten sind. Das neue Forschungskolleg unterstützt zudem in vorbildlicher Weise unser Leitziel einer nachhaltigen Medizin und den Schwerpunkt der Präzisionsmedizin“, sagt Prof. Dr. Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät der CAU und Vorstandsmitglied des UKSH.

„Wir freuen uns sehr, dass die EKFS mit ihrer Förderung die hohe Relevanz dieses Themas würdigt. Im Rahmen des Kollegs werden wir untersuchen, warum niedriggradige Entzündungsprozesse bei manchen Menschen schneller zu Alterskrankheiten führen und wie man sie bremsen kann. Wir wollen so neue Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung entwickeln, damit Menschen länger gesund bleiben“, sagt Prof. Dr. Konrad Aden, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I des UKSH, Campus Kiel, und Sprecher des Forschungskollegs.

Das HALT-Programm zielt ebenso darauf ab, Clinician Scientists durch ein strukturiertes Curriculum und Mentoring zu unterstützen. Die jungen Ärztinnen und Ärzte bekommen die Möglichkeit, ein eigenständiges Forschungsprojekt zu verfolgen und zur Habilitation zu führen. Dafür werden sie von der jeweiligen Klinik für die wissenschaftliche Arbeit freigestellt. Das Kolleg wird in die campusübergreifende Detlef Zillikens Clinician Scientist Academy integriert und eng in bestehende Netzwerke und Programme wie das Exzellenzcluster Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) und die klinische Forschungsgruppe CATCH ALL am Campus Kiel eingebunden. Die Clinician Scientists profitieren von einem interdisziplinären Umfeld, das fortschrittliche Technologien und direkte Einblicke in die klinische Praxis bietet und so die translationale Medizin stärkt.

Durch die EKFS-Förderung werden die Forschenden für drei Jahre unterstützt, die Medizinische Fakultät der CAU wird die Finanzierung im vierten Jahr übernehmen. Neben Prof. Aden als Sprecher sind Prof. Dr. Claudia Baldus, Direktorin der Klinik für Innere Medizin II des UKSH, Campus Kiel, und Vorstandsmitglied des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein, als stellvertretende Sprecherin sowie Prof. Dr. Jan Heyckendorf, Direktor der Leibniz Lungenklinik und der Klinik für Innere Medizin I des UKSH, Campus Kiel, als stellvertretender Sprecher an dem Projekt beteiligt.

Forschende Ärztinnen und Ärzte sind deutschlandweit gefragt und für die klinische Forschung unabdingbar. In den vergangenen Jahren haben das UKSH und die Universitäten in Kiel und Lübeck mehrere Clinician-Scientist-Programme ins Leben gerufen.

Pressebild

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Prof. Dr. Konrad Aden, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I des UKSH, Campus Kiel, und Sprecher des Forschungskollegs, (l.) mit seinen Stellvertretenden  Prof. Dr. Claudia Baldus, Direktorin der Klinik für Innere Medizin II, Campus Kiel, und Vorstandsmitglied des UCCSH, und Prof. Dr. Jan Heyckendorf, Direktor der Leibniz Lungenklinik und der Klinik für Innere Medizin I, Campus Kiel

Foto: UKSH

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Klinik für Innere Medizin I
Prof. Dr. Konrad Aden, 0431 500-62605, konrad.aden@uksh.de


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