Versorgungsforschungspreis für deutschlandweit einzigartige Studie zur Verbesserung der Nachsorge
Immer mehr Kinder und Jugendliche überleben eine Krebserkrankung – dank moderner Therapien können heute mehr als 80 Prozent von ihnen geheilt werden. Doch etwa zwei Drittel der Betroffenen entwickeln im Laufe ihres Lebens krankheits- oder therapiebedingte Spätfolgen und benötigen eine langfristige medizinische Begleitung. Wie diese Nachsorge organisiert ist und wo es noch Lücken gibt, hat erstmals die deutschlandweite VersKiK-Studie umfassend untersucht – unter Beteiligung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck. Für diese wegweisende Arbeit wurden alle bundesweit beteiligten Forschungsgruppen jetzt mit dem Versorgungsforschungspreis Kinder und Jugendliche des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ausgezeichnet.
„Dass unsere Studie diesen Preis erhält, ist eine große Anerkennung für unser Team und ein wichtiger Schritt, um das Thema ‚Leben nach Krebs‘ stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken“, sagt Prof. Dr. Thorsten Langer, Leiter der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie am UKSH, Campus Lübeck, und Professor für Versorgungsforschung. Zwischen 2020 und 2024 wurden für die VersKiK-Studie Daten von rund 27.000 Überlebenden aus dem Deutschen Kinderkrebsregister sowie von 13 großen Krankenkassen ausgewertet. Ergänzt durch eine Therapiedatenbank und Interviews entstand eine bislang einzigartige Datengrundlage mit Informationen von insgesamt über 100.000 Personen. Die Ergebnisse zeigen: Überlebende von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter haben ein erhöhtes Risiko für Herz- und Hörprobleme. Schon in jungen Jahren können Herzklappenveränderungen, Erkrankungen des Herzmuskels oder Hörverluste auftreten. Die Studie legt damit die Basis für noch gezieltere Nachsorgeprogramme.
Neue Leitlinie für die Langzeitnachsorge
Auf Grundlage der Studienergebnisse hat das Team um Prof. Langer gemeinsam mit der Kinderonkologie der Universitätsmedizin Bonn die bestehenden Nachsorgeempfehlungen überarbeitet und im Mai 2025 eine neue, bundesweit einheitliche AWMF-Leitlinie „Langzeit-Nachsorge von krebskranken Kindern und Jugendlichen“ veröffentlicht. Sie beschreibt, wie Spätfolgen vermieden, früh erkannt und behandelt werden können.
Am UKSH, Campus Lübeck, besteht bereits seit 2014 eine spezialisierte Nachsorgeambulanz für ehemals krebskranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – sie war eine der ersten ihrer Art in Deutschland. Hier erhalten Patientinnen und Patienten ab dem 18. Lebensjahr strukturierte, individuell angepasste Empfehlungen für ihre langfristige Gesundheitsbetreuung.
Weitere Informationen über Standorte und Angebote der Langzeitnachsorge:
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Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Prof. Dr. Thorsten Langer, Leiter der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie, Professor für Versorgungsforschung in der pädiatrischen Onkologie
Tel.: 0451 500-42961, thorsten.langer@uksh.de
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