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Erstmalig in Deutschland: Kopfschmerzbehandlung mit Tiefenhirnstimulation

Mittwoch, 24. August 2005

In der Neurochirurgischen Klinik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Volker Tronnier) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wurde zum ersten Mal in Deutschland eine Tiefenhirnstimulation zur Behandlung eines chronischen sogenannten Cluster-Kopfschmerzes eingesetzt.

Diese besonders schwere Form der Kopfschmerzen mit täglich mehrfach auftretenden einseitigen Schmerzattacken ist häufig auch mit schweren Schmerzmitteln nicht ausreichend zu lindern. Durch die Schwere der Erkrankung sind die Patienten in allen Dingen des täglichen Lebens sehr stark behindert. Basierend auf Forschungsergebnissen mit Messungen der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) konnte eine verstärkte Gehirnaktivität in einem bestimmten Bereich des Zwischenhirns, des Hypothalamus, bei solchen Schmerzattacken dargestellt werden.

Aus diesem Grund wird erst seit ca. 3-4 Jahren in einzelnen Zentren auf der Welt die Implantation einer Stimulationselektrode in diesen Hirnbereich durchgeführt. Über die Elektrode werden Stromimpulse von einem kleinen Neurostimulator in das Gehirn geleitet, die zu einer Besserung oder einem völligen Verschwinden der Schmerzattacken führen können. Bisher sind ca. 20 Patienten weltweit implantiert worden.

Die 39-jährige Patientin leidet seit über einem Jahr an chronischem Cluster-Kopfschmerz mit täglich bis zu acht Schmerzattacken mit einer Dauer von 0.5 bis zu 3 Stunden. Alle bisher durchgeführten Behandlungsverfahren und Medikamente waren auf Dauer erfolglos. Bei den tags und nachts auftretenden Schmerzanfällen führte nur Einatmung von reinem Sauerstoff zu einer Linderung. Die Implantation der Elektrode in den Hypothalamus wurde in örtlicher Betäubung und spezieller zielgerichteter Technik (stereotaktisch) komplikationslos durchgeführt. Durch die Tiefenhirnstimulation sind bei der Patientin die Schmerzattacken beseitigt; auch die Inhalation von Sauerstoff wird nicht mehr benötigt.

Die Ergebnisse zur Langzeitbehandlung mit dieser Methode sind derzeit noch nicht bekannt und müssen abgewartet werden.

Für weitere Informationen steht zur Verfügung:
Prof. Dr. med. V. Tronnier, Dr. med. Dirk Rasche
Klinik für Neurochirurgie
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
Fon 0451-5002075, Fax 0451-5006191
volker.tronnier@neurochirurgie.uni-luebeck.de

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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