Universitätskliniken in Hamburg und Schleswig-Holstein erhalten 3,4 Millionen Euro für Diagnose schwerer Krankheiten
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK-SH) werden in Zukunft ihre Kräfte im Wettlauf gegen schwere Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer stärker bündeln: Schleswig-Holsteins Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, Dietrich Austermann, und Hamburgs Senator für Wissenschaft und Gesundheit, Jörg Dräger, Ph.D., gaben heute (9. Mai) in Kiel den Startschuss für das länderübergreifende Projekt Molecular Imaging North (MOIN). Das Projekt bewegt sich auf dem hochinnovativen Feld der Molekularen Bildgebung, bei der neue Verfahren zur frühzeitigen Diagnose z.B. bei Krebserkrankungen entwickelt werden, ohne dass hierfür operative Eingriffe bei den Patienten nötig sind.
"Mit dem frühzeitigen Beginn der Forschungsaktivitäten auf diesem noch sehr jungen und entwicklungsfähigen Feld erarbeiten wir uns einen Kompetenzvorsprung, der sich nachhaltig auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Region auswirken wird", sagte Minister Austermann.
Nach den Worten von Minister Austermann steckt hinter dem Projekt MOIN die geballte Kompetenz der Universitätskliniken beider Länder und deren Technologiepartner. Im MOIN-Projekt konzentrieren sich die medizinischen Anwendungsbereiche auf Tumor- und Gefäßerkrankungen, Transplantationen und Altersdemenz. Hierzu werden Techniken wie die Magnetresonanztomographie, Positronen-Emissions-Tomographie und der Einsatz spezifischer Kontrastmittel weiterentwickelt und kombiniert.
Die Projektleiter, Prof. Dr. Gerhard Adam, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKE, und Prof. Dr. Claus-C. Glüer, Klinik für Diagnostische Radiologie am UK-SH, freuen sich über den Projektstart: "Durch die gezielte Vernetzung der Aktivitäten werden personelle Ressourcen, Know-how und technologische Möglichkeiten beider Kliniken wechselseitig nutzbar gemacht und damit eine Kooperationsstruktur geschaffen, die in Deutschland so im Bereich der molekularen Bildgebung bisher nirgendwo realisiert worden ist", sagte Prof. Dr. Adam.
Neben der Forschung und der verbesserten Diagnose und Therapie zum Wohle der Patienten bietet das Projekt MOIN auch einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen bei der Verwertung und Vermarktung der Ergebnisse. Diese Aufgabe wird durch ein im Rahmen des Projekts vorgesehenes Molecular Imaging Center (MIC) übernommen. Das MIC, für das bereits ein Business Plan erstellt wurde, nutzt das im MOIN-Projekt erarbeitete Technologie- und Anwendungs-Know-how für spezielle Dienstleistungen, die Pharma- und Biotechnologieunternehmen angeboten werden. MIC wird sich nach den Worten von Prof. Claus-C. Glüer in einen Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial bewegen und langfristig Arbeitsplätze in diesem Hochtechnologiefeld schaffen.
Minister Dietrich Austermann und Senator Jörg Dräger, Ph.D. sind sich über die Bedeutung des Projektes für die Region einig: "Die Gründung eines länderübergreifenden Zentrums mit dem Fokus auf modernste Bildgebungsmethoden in der molekularen Diagnostik stellt eine wesentliche Innovation für den Life Science Standort Norddeutschland dar", sagte Senator Dräger. "Im Projekt sind alle Faktoren angelegt, die den Zielvorstellungen des norddeutschen Clusteraufbaus entsprechen: Wissenschaftliche und technologische Innovation mit wirtschaftlichen Effekten für die Region".
Maßgeblich unterstützt wurde die länderübergreifende Kooperation von der norddeutschen Life Science Agentur Norgenta. Die Agentur hat die Projektpartner in der Phase der Antragstellung insbesondere hinsichtlich der wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten konzeptionell beraten und wird auch die weitere Projektentwicklung aktiv begleiten.
Molekulare Bildgebung - Marktumfeld und Marktpotentiel
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