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Dem intrazellulären Leben auf der Spur

Montag, 29. Januar 2007

Dr. med. Jan Rupp aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am UK-SH Campus Lübeck erhält als Projektleiter im europaweiten Forschungsnetzwerk ECIBUG (European Initiative to Fight Chlamydial Infections by Unbiased Genomics) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung knapp 150.000 EURO zur Erforschung der Gene von Chlamydien.

Chlamydien sind Bakterien, die Menschen und Tiere infizieren und deren Stoffwechsel für ihre eigenen Zwecke ausnutzen. Einer der Vertreter, Chlamydia trachomatis, infiziert, häufig unbemerkt von den Betroffenen, die Geschlechtsorgane junger Frauen. Ohne frühzeitige Diagnose und Therapie kann dies zu Unfruchtbarkeit führen und Ursache für unerfüllten Kinderwunsch sein. Ganz anders verläuft die Infektion mit Chlamydia pneumoniae. Diese Art findet sich meist in den Zellen der unteren Atemwege und ruft schwere Lungenentzündungen hervor.

Obwohl es gut wirksame Antibiotika gegen die Bakterien gibt, können die betroffenen Patienten nicht immer geheilt werden und leiden unter langwierigen Beschwerden. Dies liegt daran, dass die Medikamente nicht an die Erreger herankommen, weil diese sich innerhalb der menschlichen Zellen verbergen und ihren Stoffwechsel so umstellen, dass die Arzneiwaffe stumpf wird.

Jan Rupp und Kollegen aus ganz Europa haben sich nun zusammengetan, um die Gene zu erkennen, die den Chlamydien das intrazelluläre Leben ermöglichen. Dies wird es ermöglichen, die gelegentliche Unwirksamkeit der Therapie zu verstehen und dann wirksamere Medikamente zu entwickeln.


Kontakt:
Dr. med. Jan Rupp
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
Tel.: 0451-500 4409
Fax: 0451-500 2749
E-mail: jan.rupp@ukl.uni-luebeck.de

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Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

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