Der aus Berlin stammende Bewerber um den Vorstandsvorsitz am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) hat in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar überraschend mitgeteilt, dass sein bisheriger Arbeitgeber die mit dem UK-SH ausgehandelten Einstellungsbedingungen nicht akzeptieren wird. Die Kandidatur ist damit praktisch gescheitert.
Das teilte UK S-H-Aufsichtsratsvorsitzender Jost de Jager heute (26. Januar) im Anschluss an die Aufsichtsrats-Sitzung mit. Wie er weiter sagte, werden die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden und Vorstands für Krankenversorgung daher vorerst weiterhin vom Lübecker Medizinprofessor Dr. Klaus Diedrich wahrgenommen werden. "Sowohl der Aufsichtsrat als auch das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr bedauern das erneute Scheitern der Bewerbung für diese herausragende Position außerordentlich", sagte de Jager.
Wissenschaftsminister Dr. Werner Marnette erklärte, dass er nach vorläufiger Analyse dieses erneuten Fehlschlags zu dem Ergebnis komme, dass das Auswahlverfahren grundlegend geändert und wie bei der Besetzung von Top-Positionen in der Wirtschaft gestaltet werden müsse. "Für den Bewerber und für den bisherigen Arbeitgeber ist es nicht akzeptabel, dass - wie erneut geschehen - detaillierte und vertrauliche Informationen frühzeitig in die Öffentlichkeit gelangen. Da ich inzwischen weiß, welche Partikularinteressen in dieser Angelegenheit verfolgt werden, werde ich mich daher den erneut zu erwartenden Vorwürfen gegen den Wissenschafts-Staatssekretär entschieden entgegenstellen", sagte Marnette.
Nach den Worten von de Jager komme der von der Findungskommission vorgeschlagene Bewerber aus Berlin nicht rechtzeitig aus dem bestehenden Vertrag mit seinem jetzigen Arbeitgeber heraus und könne somit eine wesentliche Bedingung seines bereits unterschriebenen Arbeitsvertrages nicht erfüllen. Vorausgegangen sei das Scheitern der Verhandlungen über den Auflösungsvertrag mit seinem derzeitigen Arbeitgeber an diesem Wochenende. Auslöser seien detaillierte und frühzeitig in die Öffentlichkeit gelangte Informationen über seine Bewerbung in Kiel.
Das Landeskabinett hatte der geplanten Neubesetzung bereits am vergangenen Dienstag zugestimmt. Nach dem Beschluss des Kabinetts sollte der Management-Professor frühestens zum 1. April, spätestens zum 1. Juli sein Amt antreten. Nach dem Scheitern der Auflösungsverhandlungen stünde der Mediziner dem Klinikum nun frühestens in einem Jahr zur Verfügung.
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
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